... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Journal
- ... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Volume
- 6.1913 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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9 besuchenden Mädchen zu Reinlichkeit und Ordnung angehalten, wie sie auch an Schonung ihrer Kleider gewöhnt werden (so z. B. erhalten sie während der Hortstunden Schürzen). Zur Vesper wird ihnen Milch und Brot verabreicht; sie machen ihre Schulaufgaben und werden dann durch Spiel und Handarbeiten beschäftigt oder bei gutem Wetter ins Freie geführt. Es ist eine Freude zu sehen, wie froh und heiter die Kinder bei der Arbeit wie beim Spiele sind. Fast jeden Nachmittag sind Damen des Komitees anwesend, um sich an der Arbeit zu beteiligen. Ein wie großes Interesse der Hort erregt, beweisen die Besuche von Herren und Damen, die seinen Betrieb kennen zu lernen wünschen. Wir können samt dem bereits von früher her hier existierenden jüdischen Mädchenhort nur einen geringe» Bruchteil aller die Frankfurter Volksschulen besuchenden Mädchen aufnehmen. Vorläufig vermögen wir gemäß unseren beschränkten Mitteln, wie schon bemerkt, nicht mehr als 40 Kinder der Wohltaten des Hortes teilhaftig werden zu lassen. Trotz der kurzen Zeit seit Gründung des Hortes liegt eine Unmenge Aufnahmegesuche vor, denen leider vorläufig nicht stattgegeben werden kann. Hoffen wir, daß wir recht viele Gönner finden, die das neue Unternehmen mit Rat und Tat fördern. Jugendfürsorge. Die Kommission für Jugendfürsorge konnte dank der Bereitwilligkeit einer größeren Zahl Damen wieder Ersprießliches leisten. 20 Schulkinder, sowie mehrere junge Leute wurden wesentlich gefördert und ihren Zielen näher gebracht. Die Kinder — größtenteils von Lehrern überwiesen — waren häufig wegen Erkrankung in ihren Leistungen in der Schule zurückgeblieben. Die Erwachsenen, die ebenfalls durch gütige Helferinnen unserer Kommission Unterricht erhielten, waren Ausländer, denen die notwendigen Kenntnisse des Deutschen fehlten, um beruflich tätig sein zu können. Weitere Hilfskräfte sind stets sehr willkommen, da manche Bitte um Unterricht bisher unberücksichtigt bleiben mußte. Belehrende und gesellige Veranstaltungen. Auf geistigem Gebiete setzten wir unsere Tätigkeit in der früheren bewährten Weise fort, invem wir in Kursen und Einzelvorträgen aus jüdischen und allgemeinen Wissensgebieten unseren Mitgliedern