Mannheim
Compact Memory

... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M. · 1914-01-01 · 6.1913 (1914) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
Volume
6.1913 (1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2045206-10027343--119-2045319
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

6 ganz besonders alleinstehende Frauen und Mädchen und solche Familien, die mit großer Kinderzahl gesegnet sind. Durch die verschärften Gesetze des Wohnrechts der Ausländer wurden viele Familien ausgewiesen, und wir waren ihnen bei ihrer Auswanderung nach Amerika oder zur Rückkehr in die Heimat — Galizien und Rußland — mit Beiträgen zu Fahrkarten und zur Ausrüstung behilflich. Wir mußten wiederholt die traurige Erfahrung machen, daß pflichtvergessene Mütter, die sich auswärts durch Hausierhandel zu ernähren suchten, ihre Kinder in nichtjüdische Häuser in Pflege gaben. Manchmal gelang es uns nur mit großen Schwierigkeiten, die Kleinen von dort zu entfernen und in jüdischen Familien unterzubringen und so dem Judentume zu erhalten. Stets ist es eine unserer besonderen Bestrebungen, junge Menschen bei der Ausbildung für einen Beruf durch Rat und Tat zu fördern, und wir dürfen mit Befriedigung feststellen, daß wir auf diese Weise auch dieses Jahr wieder in vielen Fällen den Grund zu einer Existenz haben legen und den Weg zu einer gesicherten Zukunft haben ebnen helfen. Unsere Einrichtung für Kosttage kam ganz besonders diesen unseren Schützlingen zugute. Wir konnten in diesem Jahre 112 Mittagstische wöchentlich in Familien oder in Pensionen verabreichen. Indem wir allen gütigen Spendern, die uns bei der Erfüllung unserer Aufgaben behilflich waren, herzlichen Dank aussprechen, geben wir der Bitte Ausdruck, uns auch im kommenden Jahre ihr Wohlwollen durch Beistand und Zuwendungen bezeigen zu wollen. Es widmeten auch in diesem Jahre wie bisher mehrere Damen unseres Vereins ihre Zeit und ihre Kraft dem Bikkur-Cholim-Verein E. V. und leisteten dort wertvolle Mithilfe. Gerade weibliche Umsicht vermag in vielen Fällen zu entscheiden, wo die Hilfe des Bikkur- Cholim-Vereins wirksam einsetzen kann. Unsere Damen prüfen nämlich die Lage und die Verhältnisse der Hilfesuchenden, indem sie sie in ihren Wohnungen aufsuchen. Besondere Fürsorge lassen sie verschämten Armen angedeihen. Louis Zeist-Naffe. Die „Louis Feist-Kasse", die im vergangenen Jahre nach dem Heimgange unseres unvergeßlichen Vorstandsmitgliedes, des Herrn Kommerzienrat Feist, zu dessen ehrendem Andenken ins Leben gerufen wurde, ist im Laufe des Jahres auf 1405 Mark angewachsen. Bei

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.