Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit.
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9038025-9038029-423336--702-185660- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
193 raelitische Wochenschrift", heißt es in Nr. 6, 1900, liegt in der Lesehalle nicht aus, da sie von dieser Seite sich nicht will anschnorren lassen. „Das Abonnement aber hat Herr Benas Levy mit der furchtbaren Drohung untersagt, daß er sonst aus dem Vorstand scheiden würde. Herr Benas Levy gehört nämlich zum Vorstand. Er behauptet, daß er in der „Wochenschrift" angegriffen worden sei. Der Angriff bestand darin, daß ihm nachgewiesen wurde, er habe Erklärungen hinsichtlich der Lesehalle öffentlich abgegeben, die gegen die Wahrheit fast ebenso verstießen, wie gegen die Gesetze der deutschen Grammatik. In der einen Richtung -hatte Herr Benas Levy wissentlich, in der anderen unwissentlich gefehlt"! In Berlin hat sich eine Vereinigung gebildet, die beabsichtigt, womöglich iu Palästina, sonst vorläufig in England oder in der Schweiz eine jüdische Hochschule zu errichten; zu dem Zweck will sie sechs Millionen zusammenbringen. Zu diesem Plane bemerkt Herr M. A. Klausner in Nr. 46 der „Israel. W." 1902: „Wir kennen die Mitglieder des Komitees nicht, das so unbefangen daran geht, sechs Millionen zusammen zu schnorren. Charakterisiert aber wird es durch seine Berufung auf den „Verein für jüdische Statistik in Berlin", der aus einer Anzahl statistischer Analphabeten besteht. Das ganze ist eine bodenlose Lächerlichkeit und wäre namenlos keck, wenn es nicht so grenzenlos naiv wäre." — Auf denselben Gegenstand bezieht sich ein Artikel in Nr. 49 desselben Blattes, mit der Ueberschrift: „Eine moderne Jabneh-Akademie", in dem Herr Klausner seinem bedrängten Herzen durch folgende Expektorationen Luft macht: „Zum Phantasieren ist allem Anschein nach ein Minimum von Gehirn ausreichend, und der völlige Mangel an Verstand hindert das Pläneschmieden nicht, mag ihm eher förderlich sein. Die Nußknackernaturen, die an Hypertrophie der Kinnbackenmuskeln auf Kosten des Gehirns leiden, thun ihre Kiefern weit auf, schmettern eine Gedankenlosigkeit hinaus und sie dürfen darauf rechnen, noch Dümmere zu finden, die ihnen nach beten. Wir sind in Berlin jetzt von solchen Projektenmachern aus aller Herren Länder heimgesucht. Sie haben nichts gelernt und verstehen nichts, sie können nichts und kennen nichts — aber sie wollen uns und ganz Israel retten. Das große Einmaleins ist ihnen unbekannt wie das innerste Afrika — aber sie richten eirr „statistisches Bureau" ein. Jedes Gebiet der Wissenschaft ist ihnen verschlossen wie der Südpol — aber sie „gründen" Universitäten, d. h. sie schnorren für diesen Zweck. Sie bilden sich ein, hochdeutsch zu sprechen, weil sie das Mauscheln verlernt habem und den Jargon zu kennen, weil sie nicht richtig hochdeutsch sprechen — aber sie wollen uns in die Welt der Jargonlitteratur einführen und uns deren Schönheiteu offenbaren. Ein hebräisches Buch ist für die meisten von ihnen ein mit sieben Siegeln verschlossenes Geheimnis — sie richten aber überall „hebräische Sprachkurse" ein und faseln mit verzücktem Augenaufschlag von einer „Renaissance" des Hebräischem Sie haben laienhaft einige Brocken genascht, die vom Tisch moderner Wiffenschaft gefallen sind — und sie spielen sich als Philosophen und Lehrer auf, die Licht in unsere beklagenswerte Finsternis zu bringen berufen sind . . . Die jüngste Vereins- und Rettungspuschel ist die jüdische Universität irr Palästina oder in England oder in der Schweiz. An dieser Universität mühen sich in musterhafter Selbstlosigkeit Leute, denen die mangelnde Vorbildung den Besuch versagen würde." Häufig liegt sich Herr Klausner mit Herrn Hirsch Hildesheimer, der auch heißblütig und recht selbstbewußt zu sein scheint, in den Haaren. In einer dieser Raufereien nennt ersterer („Jsr. W." 1900, Nr. 8) die „Jüdische Presse" des Herrrr 13