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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit. · p. Seite 192

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit.
Date
1903-01-01
Page
Seite 192 (sequence 21)
Language
German
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192 ist, wie seine Empörung gegen die Juden, die für Dreyfus sich einsetzten." Indem er gegen Dreyfus auftrat, hat der käufliche Journalist ein Verbrechen (in den Augen der gesamten Judenschaft) begangen, das ungefähr dem entspricht, was die katholische Kirche als Todsünde bezeichnet; es wird ihm schwer gefallen sein, bei seinen SLammesgenossen wieder Gnade zu finden. Die „Israelitische Wochenschrift" des würdigen Herrn M. A. Klausner versteht sich selbstverständlich nicht weniger gut auf das Herunterreißen gegnerischer Persönlichkeiten. Wir wollen nur einige charakteristische Beispiele anführen. — Unter den Juden hat sich, besonders in Berlin, eine Bewegung geltend gemacht, die erstrebte, den jüdischen Gottesdienst nicht nur am Sonnabend, sondern auch am Sonntag abzuhalten. Einer der dafür am eifrigsten agitierenden Männer, Herr G. Levinstein, hatte sich unterstanden, früher für die Verlegung des Sabbats auf den Sonntag zu wirken. Für dies Verbrechen bekommt er in der genannten Zeitschrift (1898, Nr. 45} von Herrn M. A. Klausner folgende Schmeicheleien zu hören: „Im Juni vorigen Jahres erst haben Sie in einer Ihrer Flugschriften gesagt, daß Sie früher aus voller Ueberzeugung für die Verlegung des Sonnabend (soll heißen: des Sabbat) eingetreten seien und daß Sie von dieser Ueberzeugung nicht etwa abgekommen, daß nur die Fühlung, die Sie mit hervorragenden Mitgliedern der ver» schiedenen Gemeinden Deutschlands genommen, Sie überzeugt habe, daß an dieser Tradition nicht gerüttelt werden dürfe, ohne eine unglückselige Spaltung der Gemüter hervorzurufen. Also lediglich aus opportunistischen Gründen haben Sie davon Abstand genommen, die Abschaffung detz Sabbat und seine Verlegung auf den Sonntag offen zu verlangen, und deshalb ist Ihre Versicherung, daß Sie den Sabbat, unseren Sabbat, für heilig und für eine der Grundvesten des Judentums halten, von Aufrichtigkeit so weit entfernt, wie Ihre Lehranmaßlichkeit von Ihrer Lehrbefähigung." Ein Herr W. Bambus hatte eine kleine Schrift unter dem Titel „Herr Mozkin und die Wahrheit über die Kolonisation Palästinas" herausgegeben. Herr Klausner bespricht sie in seiner Wochenschrift (1898, Nr. 42) mit folgenden Worten: „Diese Streitschrift oder vielmehr Zankschrift ist eine heftige Polemik gegen eine Rede, die Herr Mozkin in Basel über die palästinaischen Kolonien gehalten hat. Wer in der Sache Recht hat, entzieht sich unserm Urteil; in der Form hat jedenfalls Herr Bambus gefehlt, der durch seinen Uebereifer den Anschein erweckt, als wäre ihm vor allem darum zu tun gewesen, eine Habilitationsschrift abzufassen, nämlich zu seiner künftigen Habilitation in der Rothschildschen Kolonie-Verwaltung." In seiner Zeitschrift „Zion" hatte Herr Bambus darauf mit einigen ähnlichen Freundlichkeiten erwidert; Herr Klausner antwortet ihm ganz erboßt („Israel. W.", 1898, Nr. 49): „Es ist begreiflich, daß Herr Bambus in Ermangelung der Möglichkeit näher liegender Beschäftigung sich als Gedankenleser, d. h. als Leser der Gedanken anderer versucht. Nur auf dem Wege des Gedankenlesens kann er zu der Wiffenschaft gekommen sein, daß ich mich als Zionistentöter betrachte. Gesagt habe ich es niemals, es trifft auch nicht zu, denn es entspricht weder den Thatsachen noch meinen Wünschen. Doch solche kleinen Frrtümer muß man einem Gedankenleser Nachsehen; nicht einmal den Aplomb. mit dem er Unrichtigkeiten debitiert, darf man ihm allzu sehr verübeln. Und daß er in seinem „Zion" von der Verbreitung des „Zion" spricht, das ist ganz und gar sein gutes Recht. . . . Herr Bambus — im „Zion" dürfen Sie renom« mieren, dort dürfen Sie sogar von Uneigennützigkeit und Selbstlosigkeit sprechen." In Berlin existiert eine jüdische Lesehalle, die nach Herrn Klausner nur auf etwa fünf Zeitungen abonniert ist, während die übrigen erschnorrt sind. Die „Js-

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