Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit.
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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189 dienste um die Wachrüttelung der öffentlichen Meinung in dieser Frage stch erworben habe. Aus irgend einem Grunde (vielleicht weil Herr Moffe „liberal" ist, der streitbare Herausgeber der „Jsr. Wochenschr." aber zur orthodoxen Fahne schwört?) ist Herr M. A. Klausner mit dem „Berl. Tagebl." nicht zufrieden; deshalb behauptet er („Jsr. Wochenschr." 1902, Nr. 43), jenes Blatt könne „keine Gelegenheit zur Aeußerung eines schiefen Urteils vorübergehen lassen". In der folgenden Nummer reibt Herr Klausner sich wieder an dem vielgelesenen berlinisch-jüdischen Blatte. Dies hatte von einem getauften russischen Juden berichtet, der evangelische Theologie studiert hatte und, weil nicht naturalisiert, nicht zum zweiten theologischen Examen zugelaffen war. Dazu hatte es die Bemerkung gemacht: „Wir meinen, daß der Kultusminister sehr wohl einen Schritt Lhun könnte, um Bernstein aus dieser peinlichen Lage zu befreien." In seiner uns bekannten Tonart fällt Klausner über das ihm stammverwandte Blatt her: „Es ist sehr hübsch, daß Herr Arthur Levysohn dem Rabbinersohn, der durch sein Studium der jüdischen Theologie zu dem Entschluß des Uebertritts zum Christentum gekommen, verständnisvolles Mitgefühl entgegenbringt. Das „Berliner Tageblatt" ist ganz in der ihm zustehenden Rolle, wenn es das Organ der getauften Juden spielt." Gegen feindliche Personen. Aber nicht nur gegnerische Parteien und Blätter werden häufig in so gehässiger Weise bekämpft; nicht minder bösartig ist die Polemik gegen einzelne feindliche Personen. Die zionistische „Welt" ringt auch hier nicht erfolglos um die Palme der größtmöglichen Grobheit. In ihrer Nummer 48, 1898, reißt sie einen Gegner in folgender anmutigen Weise herunter: „Der Londoner Rabbiner Adler, dessen heuchlerische Deklamationen gegen den Zionismus man schon kennt, hat sich wieder einmal vernehmen lassen. Er mißbrauchte für diesen Zweck die Kanzel der North London Synagoge, wo er eine Sabbatpredigt hielt, die von unwürdigen Angriffen, Verleumdungen, Unterstellungen geradezu strotzt. Dazu verdrehte dieser Komödiant in gewohnter Weise die Augen, beteuerte seinen naturalisierten (gut!) Patriotismus, legte Bibelverse falsch aus und das ganze schmähliche Gewäsch wurde unter dem Titel „Religiöser gegen politischen Zionismus" veröffentlicht ... ES ist also einfach eine'Keckheit, wenn Adler als ausschließlicher Pächter der religiösen Grundsätze des Judentums auftritt ... In eine Widerlegung der einzelnen Punkte des Adlerschen Gesalbaders einzugehen, halten wir nicht der Mühe wert." In derselben Nummer der „Welt" wird ein anderer Gegner abgethan, indem man ihm folgende Schmeicheleien sagt: „Endlich ein kleines Geständnis. Herr Dr. Bloch bequemt sich, zuzugeben, daß er etwas „entlehnt" habe. Entlehnt ist ein hübscher Ausdruck, der dort besonders passend angebracht ist, wo der von dieser Entlehnung Betroffene nichts von ihr weiß. Allerdings hat Or. Bloch diesmal nur zugestanden, daß er etwas dem antisemitischen Blatte „Ruch-Katolicky" entlehnt habe; aber auch das ist schon bemerkenswert. Vielleicht wird sich der Herausgeber der „Wochenschrift" später einmal dazu herbeilaffen, noch andere Entlehnungen einzubekennen. Wir glauben, daß der Zeitpunkt nicht allzu ferne ist, in dem sich auch dieses Bekenntnis einstellen wird. Herr Bloch darf sich darauf verlassen, daß man ihm dabei zu Hilfe kommen wird — selbst gegen seinen Willen. Auch den Artikel in Nr. 47 seiner wöchentlichen Entlehnungen hat er ja gegen seinen Willen schreiben müssen. Ich habe ihm nachgewiesen, daß er gelogen, daß er denunziert und daß er mal» fiele falsch berichtet habe. Da er keinen Gegenbeweis antreten kann, so läßt er - ■■ ■ ■ ' ,;v "? 1 - ‘ :