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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit. · p. Seite 185

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit.
Date
1903-01-01
Page
Seite 185 (sequence 14)
Language
German
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185 gespielt habe. Scham, Ekel, Empörung würden mich überwältigen, und es ist doch unbedingt notwendig, daß wir kaltes Blut behalten." Da die Zionisten die meisten Anhänger unter den wenig bemittelten Stammesgenossen finden, während die reichen — aus leicht begreiflichen Gründen — ihren Bestrebungen ablehnend gegenüberstehen, haben sie auf die letzteren einen fanatischen, echt jüdischen Haß geworfen. Ein Artikel in der „Welt" (1898, Nr. 40) sagt über die Wiener Bank- und Börsenkreise: „Ein Hauch von Unmoral, vermengt mit protzigstem Emporkömmlingstum zog von ihnen seine infizierenden Bahnen. Im Geschäfte dem Trug, der List zugänglich, im Privatleben derben Genüssen fröhnend, vergifteten sie mit ihren Praktiken die geschäftliche Moral, durch ihre dem Judentum neue (?) Maitreffenwirtschaft, die persönliche Integrität." Das sind in der That Anklagen, die man eher in einem antisemitischen, als in einem jüdischen Blatte sucht. In ähnlicher Weise hatte sich Max Nordau in einer Berliner Versammlung ausgesprochen. Ein nicht-zionistischer Korrespondent der „Welt" (1899, Nr. 5) äußerte darüber: „Was Nordau von den meisten reichen Juden gesagt hat, ist nicht nur zutreffend, sondern im Grunde genommen noch in viel zu milder Form geschildert. Diese widerwärtigen Gesellen haben schon manchem ehrlichen und feinfühligen Juden das Judentum verleidet. Unsere Feinde haben unsere ökonomische Stellung untergraben; aber dies ist ein Unglück und keine Schande. Die jüdischen Millionäre hingegen haben dem Judentum den Stempel der Lächerlichkeit und der Würdelosigkeit aufgedrückt." Auf dem im Jahre 1900 zu London abgehaltenen Zionisten-Kongreffe zeigte eS sich, daß unter einem Teil der Juden die Erkenntnis verbreitet ist, wie viele schlechte, ausbeuterische Elemente im auserwählten Volke vorhanden sind. Der Berichterstatter über die Lage der Juden in England, Greenberg (s. die „Welt" 1900, Nr. 34) redete in so scharfen Ausdrücken, wie man sie sonst höchstens aus antisemitischem Munde zu hören gewohnt ist. Er sprach von Juden, „welche durch ihr niederträchtiges Drahtziehen der Märkte, welche durch den Mißbrauch der Gelegenheit an den Börsen sich bereichert; welche Zeitungen gegründet, vermittelst welcher sie Räubersold erpressen; welche sich durch Wucher und Gewinn, den sie dem feilen Laster erpreßt (ein deutlicher Hinweis auf den fast ausschließlich von Juden betriebenen Mädchenhandel. D. Verf.), bereichert haben; welche kraft ihres in dieser Weise erworbenen Gewinnes und der elendesten Kriechereien bis zum Gipfel gesellschaftlicher Höhe sich emporgeschlichen" u. s. w. Gegen die Rabbiner. Die Mehrzahl der Rabbiner scheint sich in ihrer gegenwärtigen Lage ganz wohl zu befinden. Sie sind mit wenigen Ausnahmen übereifrige Gegner der zionistischen Bestrebungen. Ihre schroffe Stellungnahme wird von den Zionisten mit entsprechendem Hasse erwidert. Im Januar 1899 hatte Max Nordau in Wien geredet; in einem Bericht, den die „Welt" (1899, Nr. 4) darüber brachte, liest man: „Das Groteske, das unserer antizionistischen Klerisei anhaftet, wurde von Nordau in drastischer Weise herausgemeißelt und der Anblick der Protestkutten, die vor den Augen des Publikums entfaltet und ausgeklopft wurden, war höchst amüsant." Nach einem weiteren Bericht in Nr. 5 des genannten Blattes hatte der Redner u. a. gesagt: „Wir haben auch die Protestrabbiner gegen uns . . . Was diese ehrenwerten Gemeindebediensteten sagen oder nicht sagen, das hat genau den nämlichen Wert. Ihre Bedeutung im Judentum ist gleich Null. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Lehrer und Führer des Volkes sind sie längst nicht mehr. Dem aufgeklärten Juden sind sie ein Spott, dem strenggläubigen ein Aergernis. Ob sie selbst an irgend etwas, ausgenommen ihr Gehalt, glauben, weiß ich nichl. . .

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