Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit.
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 13)
- Language
- German
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184 vielverheißendes Konkurrenzgebiet, auf dem bedeutende Leistungen erzielt werden können. Wenn die Chamäleonjuden sich an einem solchen Wettbewerbe beteiligtem würde freilich manch' burlesker Zwischenfall Vorkommen. Wie leicht könnte es passieren, daß ein Protest- und Wanderrabbi, der im Verlaufe seines Lebens schon den diversesten Nationen angehört hat, und die heterogensten Schminktiegel mit sich führt, sich in der Hitze des Schminkgefechtes vergreift, einen falschen Tiegel erwischt und in alter Gewohnheit die Nüancen irgend einer unpassenden Trikolore in sezessionistischer Manier auf das betreffende Gesicht aufträgt." In einem „Neues Leben" überschriebenen Artikel der „Welt" (1898, Nr. 50) wird die Behauptung aufgestellt, die assimilationssüchtige Plutokratie habe abgewirtschaftet. „Die Herrschaft des Großprotzentums wird von der Bildfläche jüdischer Gemeindeverwaltungen weggefegt werden. Ein unermeßliches Aehrenfeld der Zionssaat dehnt sich vor unfern Augen aus, nicht nur im Lande der Verheißung, am Jordan, sondern überall, an der Donau, am Rhein, an der Spree und an der Weichsel. Es hilft nichts, daß man sich hie und da in hysterischen Exklamationen erschöpft, es hilft nichts, daß man, von einem Tollwutanfall erfaßt, die Polizei anruft, geharnischte Proteste erläßt, in allgemeine Zeitungen unflätige Beschimpfungen des Zionismus hineinschmuggelt. ... Es genügt, die Gehässigkeiten, die Provokationen und halsbrecherischen Versuche zu merken, welche dieses bankerotte System, das immer als Kläger auftritt, wo es geklagt sein muß (echtes Judendeutsch! Der Verf.), im Verzweiflungskampf mit dem Zionismus unternimmt." Die Gegner des Zionismus werden dann folgendermaßen apostrophiert: „Ihr werdet das Judentum nicht retten, Ihr werdet die Religion nicht retten! Euer ist das Zerstörungswerk, Euer ist die Fahnenflucht, Ihr habt dem Judentum seine Eigenart, seine Individualität, sein Volkstum, seinen Intellekt geraubt, Ihr habt die pietätsvolle, altehrwürdige Kehilla in ein äußerlich prunkhaftes, und innerlich leeres Phantom einer entnationalisierten quasi-konfessionellen Gemeinde verwandelt. Eure Verbände, Eure Statuten, Eure Verhandlungen, die Predigten Eurer Seelsorger werden an dieser Thatsache nichts ändern. Tot, dumpf und öde bleibt es in Eurer Mitte. Weil der Jude nicht Jude sein darf, weiß er überhaupt nicht, wozu er da ist. Der Rassentypus — ein Fatum; die nationale Idee, das Lebensprinzip aller Völkerfamilien — Eure Prediger verleugnen sie; die jüdische Geschichte — archäologischer Kram; hebräisches Schrifttum — e'ost chi grec. Es ist eine Judenmüdigkeit, ein Hinsiechen, eine Form ohne Inhalt, etwas, das weder die Jugend begeistern, noch das reife Alter befriedigen kann." Gegen reiche Zuden. Sehr bitter wird häufig, namentlich von zionistischer Seite über die schlechte Behandlung geklagt, die arme Juden von ihren begüterten Volksgenossen zu ertragen haben. Auf dem vierten Zionistenkongresse sprach Dr. Nordau über die Leiden der angeblich furchtbar geknechteten rumänischen Juden. Sie sähen sich genötigt, das ungastliche Land zu verlassen und sich anderswo eine Heimat zu suchen. Sie würden aber unterwegs mit Gleichgiltigkeit, vielfach mit Mißtrauen und Scheu, nicht selten mit offener Feindseligkeit betrachtet. „Selbst unter ihren Glaubensgenossen — und das ist der herzbrechendste Zug in diesem Bilde — finden sich nicht nur eisige Pfahlbürger, die. nach der tragischen Schar der Wandernden nicht den Kopf umwenden, sondern auch, und ach! in allzugroßer Zahl, Verbrechernaturen, die die Wegemüden von ihrer Schwelle scheuchen und bildlich oder buchstäblich, Bluthunde auf sie hetzen ... Ich will nicht bei den abscheulichsten Zügen jüdischer Verworfenheit verweilen, auf die ich schon vorhin an-