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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit. · p. Seite 180

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit.
Date
1903-01-01
Page
Seite 180 (sequence 9)
Language
German
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180 der als Priester, Mensch, Redner, Gelehrter, Forscher und Schriftsteller auch von den Antisemiten mit Achtung genannt wird", mit Kot und faulen Eiern beworfen. - Zwischen innerjüdischen Parteien. Die verbissene, den Gegner möglichst tief verletzende Kampfesweise findet flch aber nicht nur in dem Streite zwischen den Zionisten und Antizionisten, sondern überall, wo sich jüdische Parteien gegenüberstehen. In der vordersten Reihe der so Kämpfenden steht natürlich stets unser alter Bekannter M. A. Klausner. Er war durch den Ausfall der Wahlen zur Berliner Repräsentanten-Versammlung im Herbst 1901 nicht befriedigt; er schrieb darüber („Jsr. Wocheuschr " 1901 Nr. 52): „Die Wahlen zur Berliner Repräsentanten-Versammlung find, wie man weiß, antiliberal ausgefallen. Kluge Männer haben sogar gesagt, die konservative oder orthodoxe Liste habe die Mehrheit erlangt. Wie drollig dieser Konservatismus geartet ist, mag man daraus erkennen, daß nicht allzu wenig von den gewählten Konservativen in ihrem Haus mit orthodoxer Freude einen — Weihnachtsbaum anzünden. Die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, mit der man bei der Listenaufstellung zu Werk gegangen, erhellt auch daraus, daß schon bei der ersten Abstimmung in der Repräsentanten-Versammlung einer der Konservativen, Herr Professor Senator, gegen die Forderung eines Jugendgottesdienstes nach altem Ritus stimmte. Herr Senator hat seiner Ueberzeugung gemäß gehandelt. Er hat außerdem die erste Gelegenheit ergriffen, seine tiefe Nichtachtung für die auszudrücken, die ihn aufgestellt und lügnerisch für konservativ ausgegeben haben." Die „Kölnische Zeitung" hatte im Dezember 1901 Mitteilungen über angebliche Absichten, Forderungen, Wünsche und Anträge des Deutschen Rabbiner-Verbandes gebracht, die nach M. A. Klausners Behauptung in allen Punkten wahrheitswidrig waren. Auch nachdem ein Rabbiner, vr. Maybaum, der „Kölnischen Ztg." eine Berichtigung gesandt hatte, hielten die Einsender ihre „aus bester Quelle geschöpfte Darstellung" aufrecht. Darauf versetzte ihnen der streitbare Herr Klausner („Jsr. W.", 1902, Nr. 1) folgenden Fußtritt: „Die Herren Einsender haben damit zur Unwahrheit eine sonst nur in antisemitischen Kreisen zu findende Dreistigkeit gefügt." Die unter der Redaktion eines Herrn Max Bauchwitz stehende „Allgemeine Zeitung des Judentums" bemüht sich mehr und mehr, Herrn Klausner in der Schneidigkeit der Polemik nicht nachzustehen. Wir finden z. B. in dem Beiblatt jener Zeitung („Gemeindebote", 1901, Nr. 16) eine Notiz, in der es heißt: „Der Zentralverein für die Interessen der jüdischen Gemeinde in Berlin, den manche längst totgesagt haben, ist wieder auferstanden und hat zu den Feiertagen einen Aufruf an die Gemeindemitglieder verschickt, in dem er seine eigenen Verdienste in sehr ausführlicher und wohlwollender Weise bespricht." In dem Ausrufe werde feierlich versichert: „Der Zentralverein tritt für die gleiche Berücksichtigung aller religiösen Anschauungen in den Einrichtungen und der Verwaltung des Gemeindekörpers mit Nachdruck ein. Gleiches Recht für alle! hat er auf sein Panier geschrieben und für die Durchführung dieses liberalen Grundsatzes in der Berliner jüdischen Gemeinde immerdar gekämpft." Dazu bemerkt die „A. Z. d. I.": „Eine Versicherung, die man mit der Reserve ausnehmen muß, welche man allen Aufrufen der Partei, von der er ausgeht, gegenüber bewahren muß." Im Sommer 1901 hatte die staatswissenschaftliche Abteilung der Berliner Finkenschaft das Referat eines Herrn Bäcker über die Judenfrage angehört. In dem Bericht über die Vorgänge an jenem Abend erzählte die „A. Z. d. I." ihren Lesern: „In der Versammlung kam die trostlose Zersplitterung, die im jüdischen Lager

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