Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit.
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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174 Herr Klausner ließ sich sin Nr. 25, 1899) aus Wien über die Zionistenbank folgendermaßen berichten: „Von der zionistischen Bank ist es ganz stiü geworden. Ihre Organe, deren sie so viele hat, scheinen sämtlich stumm zu sein. Wenigstens sind sie verstummt . . . Sicher ist nur, daß die Bemühungen, Zeichnungen und Ein» Zahlungen zu erlangen, mit vielem Eifer fortgesetzt werden. Ganz besonders ist das in Rußland der Fall, wo den Aermsten der Armen die kärglichen Spargroschen abgewunden werden. Natürlich sagt man den Leuten nicht, daß ihr Scherflein der unmittelbaren Erlösung dienen solle; aber man thut auch nichts, um diesen Wahn von ihnen fern zu halten und läßt sich die Wirkung gern gefallen. Trotzdem ist die eingezahlte Million, die die Voraussetzung des „Geschäftsbeginns", das heißt der Rückzahlung der „geleisteten oder versprochenen" Gründungsvorschüsse bildet, noch nicht beisammen. Das wird nicht hindern, daß man auf dem dritten Baseler Kongreß den ungeheuerlichen Abfall der Bankzeichnung als einen unendlichen Triumph der Sache und ihrer Dirigenten hinstellen wird. Das entspricht dem schauspielerischen Talent, das den Regisseuren des Zionismus innewohnt. Doch die Einseitigkeit der Bewährung dieses Talents fängt bereits an, ermüdend zu wirken, und in die neidlose Anerkennung der bewiesenen Geschicklichkeit mischt sich der Wunsch nach Abwechselung. Der Zirkus-Clown, der in verstellter Tollpatschigkeit verfehlten Anlauf nimmt, erweckt beifälliges Gelächter, wenn er sich den Anschein der Befriedigung über seine Leistung giebt; wer aber fortgesetzt und ernsthaft seine Niederlagen als Siege ausschreit, der — wird nicht einmal für einen Clown gehalten." In Nr. 27 der „Jsr. Wochenschr." 1899 findet sich ein Bericht über eine Zionistenversammlung in London, zu der Dr. Herzl aus Wien erschienen war. „Sir Francis Montefiore, der die Versammlung leitete, spendete in seiner Begrüßung dem Gast Lobsprüche von Mitleid erregender Uebertreibung. Er nannte ihn unter anderem den edelsten aller treuen Patrioten, den größten aller großen Juden und bescheinigte ihm ewigen Ruhm." Nach Herrn Dr. Herzl's Rede folgte das übliche Beifallsgeschrei. Dies Geschrei hindert nüchterne Leute nicht, die Frage zu stellen: „wie willst du deine Phantastereien verwirklichen?" „Die Verwirklichung ist auch gar nicht mehr in der Absicht; die Phantasterei ist Selbstzweck geworden." Ueber eine Versammlung der Aktionäre der Zionistenbank, die in London abgehalten wurde, enthält die „Jsr. Wochenschr." (Nr. 30, 1899) einen Bericht, wonach der Vizepräsident des Aufsichtsrates, Herr Kann, unter anderem geäußert haben soll: „In Bezug auf die Gründer kann ich erklären, daß sie ein Vorbild ihrer Klasse geschaffen haben, das als Muster dafür dienen dürfte, was Gründer sein können." Dazu meint der Berichterstatter: „Das ungeheuerliche Selbstlob, mit dem hier die Gründer der Zionistenbank sich überschütten, kann darüber nicht hinwegtäuschen, daß die Gründung mit einem Bankbruch begonnen hat, über den man durch anhaltendes Schnorren hinwegkommen will. In dem Rechenschaftsbericht des Herrn Kann erscheint keine positive Zahl, überall wird mit Approximativziffern operiert, und die ganz alltägliche Bureauarbeit, die hinter der jedes guteingeführten Lotteriegeschäftes zurückbleibt, wird zu einem Riesenwerk aufgebauscht, zu dessen Bewältigung eine ganze Anzahl Herkulesse ihre Kräfte vereinigen mußten. Wir erfahren aus dem Bericht, daß zwei Millionen Mark gezeichnet sind, das ist 5 pCt. des prälimitierten Kapitals. Das ist ein Abfall, wie ihn noch keine Gründung je erlebt hat . . . Vorbildlich und charakteristisch ist der ganze Verlauf der übrigens sehr spärlich besuchten Versammlung: „Der Vorsitzende eröffnet sie, macht einige europäische Redensarten, die den Kern der Sache nicht berühren, und schließt sie,, ehe ein Mitglied der Heerde auch nur „Mäh" sagen kann. Im Direktorium der