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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit. · p. Seite 175

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit.
Date
1903-01-01
Page
Seite 175 (sequence 4)
Language
German
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175 Bank aber ist es zu recht lebhaften Auseinandersetzungen gekommen, die zur Resignation eines Direktors führte. Doch das bleibt verschwiegen, das geht die anderen nichts an — sonst könnte das Aktienschnorrgeschaft leiden/' Ueber den im Sommer 1900 zu London abgehaltenen vierten Zionistenkongretz schüttet der liebenswürdige Herr M. A. Klausner die volle Schale seines Zornes aus („Jsr. Wochenschr." Nr. 34, I960): „Es ist die alte Geschichte: Es werden geheimnisvolle, aber nichtssagende und namentlich unverbindliche Andeutungen gemacht, und Personen, an deren guten Willen nicht zu zweifeln sein mag, die jedoch die erste Probe ihrer Befähigung zu dem von ihnen in Angriff genommenen Werk erst abzulegen haben, beanspruchen ein Vertrauen, das Mose selbst nicht zu fordern wagte, obwohl große Thaten und Wunder ihn legitimiert hatten. Gewitz müssen Führer bei denen, die sie führen, volles Vertrauen genießen. Aber das Vertrauen verdient man nicht dadurch, daß man immer nur Vertrauen heischt. Herr Dr. Herzl und Herr Dr. Nordau haben Vertrauen. Zu wem? Das sagen sie nicht. In welcher Beziehung? Das sagen sie nicht. In welchem Umfang? Das sagen sie nicht. Sie sagen nur, daß wir dies Vertrauen teilen müßten, ohne datz wir eine Auskunft von ihnen verlangten . . . Herr Dr. Herzl hat in seiner Kongreßrede sich über die Leute ereifert, „die nicht genug fragen können, was die Zionisten eigentlich geleistet haben." Zugegeben, daß diese Leute ihm unbequem und unsympathisch sind. Die Frage aber konnte ihm nicht überraschend kommen, sie ist die natürlichste von der Welt, und sie verlangte gebieterisch Antwort, auch wenn sie nicht einmal formuliert war. Die Herren Zionistenführer hätten es für ihre vornehmste Pflicht halten müssen, der Frage mit dem Bescheid zuvorzukommen. Sie haben öaänicht gethan. und statt bündige Auskunft zu erteilen, teilen sie Grobheiten aus. Wäre der Zionismus eine Privatangelegenheit der Herren Dr. Herzl und Nordau und noch einiger anderer Herren, so wäre die Abweisung am Platz. Sie brauchen nur zu sagen, zu bekennen, daß der Zionismus ihr persönlicher Sport ist, und man wird sich um die Sache nicht kümmern, höchstens über den groben Unfug ärgern, an der riesenhaften Barnumiade Anstoß nehmen, die einen heiligen Namen mißbraucht und entweiht. So lange aber dieses Bekenntnis aussteht, so lange der Zionismus sich als Sache der Judenheit aufspielt, so lange müssen sich die Herren Dr. Herzl und Dr. Nordau gefallen lassen, daß man sie fragt, was sie auf Grund ihrer vermeintlichen Prokura gethan haben; und sie müssen heilfroh sein, daß man die Echtheit ihrer Prokura nicht prüft." Ueber Dr. Nordau, den die Juden sonst als einen ihrer bedeutendsten Männer zu preisen pflegen, äußert sich Herr M. A. Klausner in folgenden freundlichen Worten: „Dieser merkwürdigste aller Zionisten hat jetzt zum vierten Mal seine Elegie über die Judennot variiert. Er hat zum vierten Mal mit gewandtester Begriffsvertauschung operiert, die die weinenden Augen der Hörer nicht wahrnehmen konnten, und seine ganze wissenschaftliche Gründlichkeit herbeigezogen, die der ohne geregelte Schulbildung dem „Studium" sich widmenden russischen Jugend in den ersten Semestern gewiß imponiert. Mit blinkenden Worten sagte er, was Jedermann wußte, den Jammer der Brüder führte er in zierlicher Rhetorik vor. Der vierte Zionistenkongreß ist wie seine Vorgänger verlaufen: hastiger Ansturm und kurzatmiges Verrinnen — aufrichtige Begeisterung und verlogenes Komödiantentum." Zu Anfang des Jahres 1902 beschäftigt sich die „Jsr. W." (Nr. 14) wieder mit dem Schmerzenskind der Zionisten, der Kolonialbank. „Es hat beinahe den Anschein, als fühle sich die Bankleitung verpflichtet, sogar in ihren Rechnungslegungen so dunkel zu sein, wie Herr Dr. Herzl in seinen politischen Darlegungen

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