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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die amerikanische Judennote vom Jahre 1902. · p. Seite 169

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die amerikanische Judennote vom Jahre 1902.
Date
1903-01-01
Page
Seite 169 (sequence 19)
Language
German
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169 spricht, und es ist nützlich, daß ihre amtlichen Kundgebungen gerade dazu beigetragen haben, weitere Kreise über die Ansichten des amerikanischen und englischen Volkes im Punkte der Judenfrage aufzuklären. Vielleicht veranlaßt das die jüdische Geheimdiplomatie, künftig mit der Anrufung fremder Mächte gegen ihre Wirtsvölker vorsichtiger zu sein. Schlußbetrachtungen. Die amerikanische Judennote war nichts als ein Zwischenfall. Er erregte allerdings großes Interesse, weil er den Einfluß und die Allgegenwärtigkeit der jüdischen Geheimdiplomatie zeigte und gleichzeitig der europäischen, zumal der deutschen Presse durch sein unerwartetes Auftauchen Gelegenheit gab, Zeugnis für die dem Judentum gegenüber herrschende Stimmung abzulegen, sachliche Folgen aber hatte er in keiner Weise. Es fuhr jeder der Beteiligten fort, sich zu helfen, so gut er konnte. Rumänien führt sein neues Gewerbegesetz unbeirrt durch. — Die Union verwarnte die Dampferlinien, die „gewohnheitsmäßig nicht empfehlenswerte Emigranten landen" und fuhr fort, die aus Rumänien kommenden Juden, wenn irgend möglich, zurückzuweisen („Deutsche Tagesztg.", 5. Okt., „Pest. Ld.", 29. Okt.). — Die auswanderungslustigen rumänischen Juden tauchten von nun an in Amerika mit russischen Pässen auf, die natürlich — gefälscht waren („Deutsche Tagesztg.", 15. Nov.). — In Ungarn brachte das Ministerium, wie das „Berl. Tagebl." (12. Nov.) meint, auf Betreiben der „Agrarier" einen Gesetzentwurf über das Wohnrecht der Ausländer und Errichtung einer Grenzpolizei ein, der gegen jüdischen Zuzug aus Galizien und Rumänien gerichtet war: Die Hauptbestimmung ist, daß jeder Ausländer binnen 15 Tagen seine Staatsbürgerschaft dokumentarisch erhärten und die Möglichkeit, sich und seine Familie dauernd zu ernähren, Nachweisen muß?) — Die Presse der Alliance Israelite aber fuhr fort, ihre bedauernswerten Leser mit neuen Berichten von rumänischen Greueln zu schrecken. So sollte die Thatsache, daß man in Rumänien noch immer von Juden den Eid nach jüdischem Ritus verlange, zu einem neuen Uebergriff aufgebauscht werden l„Pest. Ll.", 28. Okt.), während es sich dabei doch nur um eine sehr verständige Maßregel zur Wahrung unparteiischer Rechtspflege durch gesicherte Beweisaufnahme handelt. Mag nun immerhin die amerikanische und britische Diplomatie eine empfindliche Schlappe mit der Judennote erlitten haben, mag sie sich auch in einen Gegensatz zur Voksstimmung gebracht haben, der politisch späterhin vielleicht recht unbequeme Folgen für sie zeitigen kann, so bleibt doch der Hauptleidtragende bei dem kläglichen Ausgang der ganzen Sache das Judentum, insbesondere die jüdische Geheimdiplomatie. Seit mehreren Jahren schon langweilt sie ganz Europa, die Regierungen wie die Zeitungsleser mit weinerlichen Berufungen auf die den rumänischen Juden durch den Berliner Vertrag von 1878 verliehene Gleichberechtigung; weinerlich deshalb, weil niemand mehr auf die Sache hören will. Da gelingt es ihr endlich durch die amerikanische Note noch einmal, die öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen Aber ach, mit welchem Erfolge! Einstimmig antwortet die unabhängige Presse, um das Ergebnis des veranstalteten Plebiscits in zwei Worte zusammenzufassen, mit dem Rufe: Ruhe da, Mund gehalten! *) Das Gesetz ist inzwischen am 10. Januar trotz des von einigen Mitgliedern der Kossuthpartei erhobenen Widerspruches angenommen worden. Ueberdies hat Ungarn mit Rumänien eine Vereinbarung dahin getroffen, daß dem ungarischen Generalkonsul zu Bukarest von jedem an jüdische Auswanderer verabfolgten Auslandspaß Mitteilung gemacht wird, sofern die Auswanderung über ungarisches Gebiet beabsichtigt wird. Diese Auswandrer werden in Ungarn genau überwacht und von Rumänien zurückgenommen, wenn sie in Ungarn binnen 8 Tagen wegen Mittellosigkeit angehalten werden („Volksztg.", 17. Jan. 1903.).

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