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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die amerikanische Judennote vom Jahre 1902. · p. Seite 170

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die amerikanische Judennote vom Jahre 1902.
Date
1903-01-01
Page
Seite 170 (sequence 20)
Language
German
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170 Gerade die ewige Berufung auf den Berliner Vertrag macht die ungeheure Aenderung, die sich seit der Zeit vor 1878 vollzogen hat, recht deutlich. Ja, es waren schöne Zeiten damals für die Juden, als sie für ihre Glaubensgenossen das Parlament in London und den Reichstag in Berlin in Bewegung setzen konnten, als sie die ganze europäische Presse wegen angeblicher Judenmißhandlungen in Aufruhr bringen konnten, ohne irgendwo auf merklichen Widerstand zu stoßen (Dehn, Seite 86). Aber diese Zeiten sind dahin. Nickt umsonst haben wir 26 Jahre antisemitischer Aufklärungsarbeit hinter uns: der Versuch einer ähnlichen Aktion in europäischen Parlamenten würde jetzt kläglich an der kühl ablehnenden Haltung der Regierungen und auch an dem scharfen Widerstande der antisemitischen Abgeordneten aus den verschiedensten Parteien scheitern. Im Jahre 1668 schrieb Fürst Karl Anton an seinen Sohn, den jetzigen König Karl, es sei eine Krankheitserscheinung Europas, daß alle jüdischen Angelegenheiten ein Noli me tangere seien, aber „als Thatsache muß sie acceptiert werden, an ihr ist nichts zu ändern, weil die gesamte europäische Presse von der jüdischen Finanzmacht beherrscht wird".*) Nun denn, an dieser Thatsache haben wir, wie der Abfall der verbündeten jüdischen und amerikanischen Diplomatie beweist, inzwischen so viel geändert, daß jüdische Vorstöße wie der vom Jahre 1878 nicht mehr möglich sind. Freilich dürfen wir es bei diesem Erfolge noch längst nicht bewenden lassen, wir müssen, wenn Genesung eintreten soll, den Antisemitismus als gesetzgeberisches Prinzip durchsetzen, wir müssen ihn politisch organisieren. Auch dürfen wir nicht verkennen, daß die eklatante Niederlage der jüdischen Geheimdiplomatie wesentlich mit verschuldet worden ist durch die Ungeschicklichkeit, mit der der ganze Feldzug geführt wurde. Die jüdische Zentralleitung hätte die Warnung, die Dehn am Schluffe seiner mehrerwähnten Abhandlung (Seite 98) ausspricht, daß heute keine europäische Macht mehr einen Druck auf Rumänien zu Gunsten der dortigen Juden ausüben würde, beherzigen und die Sache bis zum Eintritt einer „günstigeren Konjunktur" ruhen lassen sollen. Daß sie in ihrer Verzweiflung über die Abweisung in Europa nun gar amerikanische Hilfe herbeirief, war vollends der Gipfel der Ungeschicklichkeit, denn dadurch stellte sie sich als eine Macht bloß, die fremde Einmischung gegen die europäischen Mitbürger anruft. Sie zwingt auf diese Weise die europäische nichtjüdische Menschheit geradezu, sich mit der Frage zu beschäftigen, wer denn eigentlich die Leiter dieser jüdischen Zentralpolitik gegenüber den europäischen Völkern sind. Daß eine jüdische Geheimdiplomatie besteht, ist nach dem Verlauf der ganzen Angelegenheit unbedingt sicher. Der Kampf aber mit diesem unbekannten, unsichtbaren Gegner ist allzu ungleich; wir sehen überall die Wirkungen, die er ausübt, können ihn aber nicht faffen, um ihn nun auch unsererseits die Gegenwirkung fühlen zu lassen. Im Kriege versteht man bekanntlich keinen Spaß nichtuniformierten Gegnern gegenüber, die sich nur zeigen, wenn es ihnen paßt, die sich aber als friedliche Bürger ausgeben, sobald sie sich nicht stark genug zum Widerstande fühlen: nicht uniformierte Franktireurs erschießt man, wo man sie fängt. Viel dringendere Gründe zu schärfster Notwehr liegen gegen das Judentum vor. Es steht uns allen als geheim organisierte, beständig Krieg führende Macht feindlich gegenüber, aber wir können den einzelnen Juden als Feind nur schwer erkennen und die Leitung des Ganzen kennen wir überhaupt nicht. Die einzelnen Juden, die gemeinen Soldaten des feindlichen Heeres können wir nicht mit Sicherheit als solche erkennen; sie geben sich uns gegenüber im täglichen *) Aus dem Leben König Karls von Rumänien, Stuttgart, Cotta, Bd. I., S. 268.

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