Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Die amerikanische Judennote vom Jahre 1902.
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9038025-9038029-423335--675-185634- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
167 Die Judenfrage in Rumänien, England und Amerika. Wie bei den -früheren Treibereien gegen Rumänien hat es auch diesmal nicht an Stimmen gefehlt, die von neuem den höchst gefährlichen, volksverderblichen Charakter gerade der in Rumänien hausenden Juden feststellten. Am 26. September schrieb der „Deutsche Reichsanzeiger": „Einen Beitrag zu der weitgehenden Ausbeutung der rumänischen Landbevölkerung durch die Juden liefert auch der deutsche landwirtschaftliche Sachverständige für die Donaustaaten in den „Mitteilungen der Deutschen Landwirtfchafts-Gesellschaft", indem er berichtet: Die Schenken befanden sich ehedem fast ausschließlich in den Händen der Juden, welche gleichzeitig Wucher trieben, einen kleinen Laden besaßen und allerlei Geschäfte machten. Durch diese Juden wurde die moldauische Landbevölkerung sehr ausgebeutet. Um den Durst der Trinker noch zu steigern, verabreichen diese Schankwirte mit Vitriol vermischten Schnaps. Geld liehen sie vielfach nur denjenigen, welche in ihren Schenken fleißig tranken. Um diesen Uebelstand zu beseitigen, wurde den Juden im Jahre 1885 das Halten von Dorfschenken untersagt; durch Vorschieben von Strohmännern wird dieses Verbot aber vielfach umgangen; dennoch soll es bereits recht segensreiche Folgen gezeitigt haben." Das war also eine amtliche Bestätigung dessen, was man aus anderen Quellen schon recht lange weiß. Der „Berliner Börsenkurier" aber glaubte ben Reichsanzeiger für den Abdruck dieser Zeilen rüffeln zu dürfen wie folgt: „Wir müssen unserem Befremden darüber Ausdruck geben, — und eine Reihe von Zuschriften aus unserem Leserkreis äußern sich in gleichem Sinne, — daß das offizielle Organ des Deutschen Reiches und der preußischen Regierung seine Spalten derartigen, offenbar nur für die Antisemitenblätter bestimmten Mitteilungen öffnet. Wir möchten annehmen.. daß diese Notiz nur durch ein .Versehen der Redaktion in das Blatt hineingekommen ist; bisher wenigstens ist unseres Wissens die Verbreitung solcher tendenziösen Nachrichten nicht Gewohnheit des „Reichsanzeigers" gewesen." Da haben wirs: Jede Nachricht, die den Juden unbequem ist, und mag sie -noch so wahr sein, ist „tendenziös" und darf höchstens in Antisemitenblättern abgedruckt werden. Das ist die jüdische Zensur in aller Form. Der „Deutschen Tagesztg." aber wurde die Darstellung des „Reichs- Anz." von einem Kenner rumänischer Verhältnisse vollinhaltlich bestätigt (l. Oktob.) Auch ausgesprochen judenfreundliche Blätter, wie z. B. die „Münchener Allg. Ztg." mußten zugeben, daß die sofortige Emanzipierung der Juden für Rumänien die allerschwersten Schädigungen herbeiführen würde: Das Land würde „aus der Charybdis der Rückständigkeit in die Scylla der Anarchie verfallen" (25. Sept.). Schön gesagt! Wie denkt man nun aber in Amerika über die dortigen Juden? Der „Kreuzztg." schrieb ihr Londoner Korrespondent unterm 24. September, daß ihm Amerikaner oft erzählt hätten, man betrachte die Juden dort als keine ebenbürtige Rasse. Man dulde sie nicht in guten Gasthäusern und halte sie von allen Aemtern fern. Das ist richtig, wenigstens kann man das von jedem Nordamerikaner hören, den man danach fragt. Trotz dieser gesellschaftlichen Ächtung scheinen es aber die Juden auch jenseits des Wassers zu verstehen, sich vorzudrängen. Eine eigene Bosheit des Zufalls hat es gefügt, daß fast gleichzeitig mit der Nachricht von Hays judenfreundlicher Note aus Amerika berichtet wurde, wie sich auch dort die Juden zusammenthäten, um „Gleichberechtigung" zu erstreiten, ja, wie sie sich sogar rüsteten zu Schutz und Trutz zu den Waffen zu greifen. Den äußeren Anlaß dazu gaben Ruhestörungen, die bei dem Begräbnis des Großrabbiners Josef vorgekommen waren. Die Juden hatten sich bei dieser Gelegenheit so mausig gemacht, daß man die Feuerspritze gegen sie aufgefahren hatte, waren dann ihrerseits