Mannheim
Compact Memory

Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die amerikanische Judennote vom Jahre 1902. · p. Seite 162

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die amerikanische Judennote vom Jahre 1902.
Date
1903-01-01
Page
Seite 162 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9038025-9038029-423335--670-185629
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

162 am 24. September an den ablehnenden Artikel in der „Köln. Ztg." die Frage: „Warum geht Deutschland den Rumäniern nicht mit gutem Beispiel voran?" — „Vorwärts", 19. Sept.: „Amerika hat in der Thai allen Grund, die Vertragsmächte, die 1878 den Berliner Vertrag unterzeichnet haben, an ihre Pflicht, über die Jnnehaltung des Vertrages zu wachen, zu erinnern." — „Vossische Ztg.", 19. Sept.: „Unter allen Umständen hat es (Amerika) die Sympathien der gesitteten Welt auf seiner Seite." Und am 20. Sept.: „Die Schwierigkeit' liegt nämlich darin, daß die amerikanische Regierung so ungeheuer Recht hat." — „Weserztg." vom 24. Sept.: „Der Lärm einiger alldeutscher Krakehler, die da meinten, Amerika habe nicht das Recht, seine Stimme zu Gunsten der unterdrückten Juden in Rumänien zu erheben, ist verstummt." Es ist eine merkwürdige Art von Humanität, die diese Blätter in ihren Aeußerungen bekunden: Ihr Menschlichkeitsgefühl fordert gebieterisch, daß die Machtmittel Deutschlands in Bewegung gesetzt werden, um den „armen verfolgten" Juden in Rumänien zu helfen. Es beschäftigt sich aber nicht im mindesten mit der Frage, wie das hoffnungsvolle rumänische Volk, wie insbesondere der rumänische Bauer gegen die raffinierten Kunstgriffe dieser selben jüdischen Blutsauger geschützt werden könnte. Wir wissen ja, daß diese selben Blätter auch dem deutschen Bauern und Handwerker jeden Schutz gegen den jüdischen Groß- und Kleinwucher versagen. Es soll gewisse übervornehme Leutchen geben, für die der Mensch erst beim Baron anfängt. Nun für die Leute, die diese Zeitungen schreiben, fängt offenbar der Mensch erst beim Juden an und hört auch mit dem Juden auf. Der Jude muß geschützt werden, daß erfordert die „Menschlichkeit", was aus den „andern^ wird, gleichviel. Das ist haarscharf die Art der Menschlichkeit, die fich aus der bekannten Talmudstelle ergiebt: „Ihr werdet Menschen genannt, die Völker der Welt aber werden nicht Menschen sondern Vieh geheißen." In diesem Sinne kann man fich dann allerdings erklären, daß beispielsweise die „Kieler Ztg." (25. Sept.) davon spricht, daß „unsere Interessen" ein Einschreiten gegen Rumänien erforderten. Wen aber nicht zu diesem Judenringe gehört, der wird kaum einsehen, weshalb die mit deutschem Blute schwer erkaufte Großmachtstellung Deutschlands davon abhängen sollte, daß es in dieser Frage als gehorsamer Handlanger der Alliance Israelite auftritt. Wir haben Deutschland in den Sattel gehoben, damit das deutsche Volk blühe und gedeihe, nicht damit es den Juden die Kastanien aus dem Feuer hole! Man wird in der Liste der Blätter, die sich so vorschnell für die Note begeisterten, eine große Reihe von denen vermissen, die sonst überall auf das entschiedenste für das Judentum eintreten. Thatsächlich ist ein großer Teil der liberalen deutschen Presse klug genug gewesen, sofort zu erkennen, daß bei dieser Angelegenheit eine empfindliche Niederlage herauskommen müßte, und sich deshalb nicht darauf einzulassen. Sogar die „Berliner Ztg." vom Hause Ullstein hielt es für nötig, einen Eiertanz auszuführen, in dem sie zwar ihre Sympathien bekundete, aber doch damit schloß, daß die amerikanische Intervention angesichts der Monroe-Doktrin „scharfen Angriffen nicht wird entgehen können". Der sonst ultrajüdische „Berliner Börsemkourier" nahm eine diplomatisch reservierte Haltung ein und zog es vor, keine eigene Meinung zu haben. Die „Berliner Börsenztg." widmete der Note einen längeren Artikel, in dem sie lediglich ausführte, daß sie „weit über Gebühr Aufsehen hervorgerufen" habe. Das „Kleine Journal" des vr. Leipziger, genannt: die jüdische Kreuzzeitung, und die „Freisinnige Ztg." Eugen Richters beschränkten sich auf die Wiedergabe der Thatsachen, ja in einsichtigeren jüdischen Kreisen, die der Alliance Israelite ferner stehen, verkannte man nicht, daß die Note wahrscheinlich recht zweischneidige Wirkungen haben würde. So schrieb in den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.