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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die amerikanische Judennote vom Jahre 1902. · p. Seite 161

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die amerikanische Judennote vom Jahre 1902.
Date
1903-01-01
Page
Seite 161 (sequence 11)
Language
German
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161 „Ein unauslöschlicher Makel ist der Physiognomie unserer Zeit von Rumänien angeheftet, und wenn Europa nicht mitschuldig werden will, so wird es, wenn auch über seine bisherige Unthätigkeit errötend, nicht zögern dürfen, dem Beispiele Amerikas zu folgen. Es ist die Humanität, die an sein Gewissen pocht." Und am 20. Sept.: „Das ist ein feierliches Dokument der Zivilisation von nnwiderstehlicher, schlichter und gradstnniger Beredsamkeit, unter deren überzeugendem Eindrücke man stch des beschämenden Gefühls nicht erwehren kann, daß von europäischen Regierungen eine solche Sprache schon lange nicht vernommen worden ist." Die Sprache der Note ift- „undiplomatisch groß und klug . ... als ob eine ganz andere, eine bessere Welt zu uns redete". „Pester Lloyd", 20. Sept.: „Eine flammende Anklage gegen Europas stumpfsinniges Rechtsgefühl ist die in unserm jüngsten Abendblatte auszugsweise mitgeteilte Note des nordamerikanischen Staatssekretärs Hah in Angelegenheit der rumänischen Juden, eine Anklage, gegen die es keine wirksame Verteidigung giebt.". Die geistesverwandten Blätter führten die von diesen Organen gegebenen Leitmotive in mehr oder weniger ausführlicher und geschmackvoller Weise weiter aus: Die „Breslauer Morgen-Ztg.", 19. Sept. macht stch den Erguß des Tageblattes mit dem Hinweis auf Haiti zu eigen. — „Breslauer Z.", 21. Sep.: „Amerika thut, was wir längst hätten thun sollen. Und es wird schwer werden, seine gerechtfertigten Beschwerden abzuweisen." — Der „Neuen Badischen Landesz." (24. Sept.) geht die amerikanische Note noch lange nicht weit genug, fle fordert eine internationale Erziehungspolizei (für Juden?) und meint: „Es wäre dann wirklich einmal Gelegenheit, gewissen Staaten, wie Rußland, klar zu machen, daß es die internationale Pflicht hat. seine jüdischen Bürger zu erziehen und nicht durch eine drakonische Gesetzgebung erst geistig und wirtschaftlich niederzuhalten, um sie dann über die Grenze abzuschieben." - „Frankfurter Z.", 20. Sept.: Die Mächte haben den „Rüffel" verdient. Man muß es „begrüßen, wenn sich endlich eine Großmacht gefunden hat, die in ihrem diplomatischen Verhalten sich in erster Linie durch die Erwägungen der Menschlichkeit und Gerechtigkeit bestimmen läßt. Für eine solche Macht giebt es in der allen Welt noch recht viel Arbeit zu verrichten!" — „Kieler Z.", 20. Sept.: „Man kann nur lebhaft beklagen, daß die Berliner Vertragsmächte nicht schon lange ihre Schuldigkeit gethan haben." Von der ablehnenden offiziellen Note der „Köln. Ztg." sagt das Blatt ingrimmig am 25. Sept.: „Diese Weisheit gleicht.an Wert und Wirkung der bekannten weißen Salbe". „Königsberger Allgemeine Ztg.", 21. Sept.: „Man muß lange in diplomatischen Aktenstücken blättern, ehe man auf eine Berufung auf die ewige Gerechtigkeit stößt und den Namen der Menschlichkeit angerufen findet. Wo man diesen Worten doch begegnet, wird man nur selten in so hohem Maße den Eindruck der Aufrichtigkeit haben, wie man ihn von der Hahschen Note empfängt." Die rumänische Judenfrage ist „eine Angelegenheit der ganzen gesitteten Welt". — „Königsberger Hartungsche Z.", 24. Sept.: „Bequem ist diese (ablehnende) Haltung Deutschlands jedenfalls. Ob sie auch der internationalen Stellung einer Großmacht ersten Ranges entspricht, ist eine andere Frage." —' „Berliner Morgenpost", 20. Sept.: „Die Note der Vereinigten Staaten kann man nicht so leicht übersehen wie den Protest von Privatleuten". Der Artikel ist überschrieben: „Im Namen der Humanität". — Die „Nation", 27. Sept., Herausgeber Reichs- Lagsabgeordneter Barth: „Das Vorgehen der Vereinigten Staaten ist also politisch wohl begründet, und wenn man die Politik bei Seite schiebt und nur an die Humanität denkt, so bedarf diese Note gewiß keiner Rechtfertigung." — „National« Ztg.", 22. Sept.: Die gegen die Note erhobenen Einwendungen sind hinfällig. Rumänien muß seine Juden assimilieren. — Die „Nordhäuser Ztg." (19. Sept.) fühlt sich von der Anrufung der Menschlichkeit „angenehm berührt" und stellt eine „starke moralische Wirkung" der Note in Aussicht. — „Neue Stettiner Ztg.", 20. Sept.: Die von „antisemitischer Seite" erhobenen Einwürfe sind hinfällig und bedürfen „keiner ernsten Beachtung". Die „Volksztg.", Berlin, bemerkt (19. Sept.) zur Inhaltsangabe der Note: „Hoffentlich erfährt man alsbald die Antwort der beteiligten Regierungen, die bisher dem rumänischen Treiben thatenlos zugesehen haben" und knüpft ii

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