Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Die amerikanische Judennote vom Jahre 1902.
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Haiti 1× ep/1044690
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160 deutscheRundschau", Wien, 21. Sept.: Die „Intervention Amerikas, etwas unverfroren". — „St. Petersburger Ztg.", 20. Sept. nach den „Mosk. Wed.": „Europa wird mit seinen Angelegenheiten selbst fertig werden." innereuropäische Verhältnisse gehen Nordamerika mit Haut und Haaren nichts an." — Auch die „Deutsche Tageszeitung", 18. Sept., wies die amerikanische Einmischung zurück. 1) Von Zeitungen aus dem Auslande seien nur zwei angeführt: „Ost- Eine Anzahl von Blättern brachte es nicht über das Herz, die ungebührliche amerikanische Zumutung zurückzuweisen, ohne dabei ihre Sympathien für die unglücklichen „verfolgten" rumänischen Juden zu bekunden oder sonst eine Verbeugung vor dem allmächtigen Judentum zu machen oder wenigstens zu versichern, daß sie sich von jeder antisemitischen Anwandlung frei wüßten. Dahin gehören beispielsweise die „Berliner N. N." (25. Sept.), von denen schon oben die Rede war, der „Stuttgarter Beobachter" <19. und 27. Sept.), „Breslauer Generalanzeiger" <21. Sept.), „Hann. Cour." (18. Sept.), „Münch. Allg. Ztg." <20. und 25. Sept.), „Münch. N. N." <21. Sept.), „Remscheider Ztg." (25. Sept.) und „Straßburger Post" (23. Sept.). Die Ausführungen gerade dieser Blätter lassen sich, weil sie zu gewunden sind, in Kürze leider nicht wiedergeben. Daß die spezifisch antisemitische Presse mit der Hayschen Note nicht viel Federlesens machte, ist selbstverständlich. Darum bedarf es hier nicht erst der Anführung von Beweisen. Die Dreysuspresse bejubelt die Note. Während die zuletzt angeführten Zeitungen trotz ihrer judenfreundlichen Richtung doch noch nationales Empfinden genug besaßen, um die Herausforderung, die in der amerikanischen Note lag, herauszufühlen und zurückzuweisen, hatte die spezifische Judenpresse für diese Seite der Sache schlechterdings kein Empfinden. Sie war unklug genug, auch hier wieder zu bekunden, daß sie sich ausschließlich von den jüdischen Interessen leiten lasse, und verherrlichte die Großthat Mr. Hays ungefähr in den hohen Tönen, die wir von den Psalmen Davids her kennen. Es ist nützlich, das Verzeichnis derjenigen Blätter aufzubewahren, die hier einmal so unverkennbar ihr wahres Gesicht' gezeigt haben, und auch den überschwänglichen Ton zu verewigen, dessen sie sich dabei befleißigt haben. Dieser Presse muß ja stets die Uebertreibung im Ton statt guter Gründe dienen. Zunächst führe ich die Aeußerungen der Blätter an, die sich ganz unverhüllt als Organe der Alliance Isra61ite geben, des „Berliner Tageblattes", der „Neuen Freien Presse" und des „Pester Lloyd". Das „Berliner Tageblatt" schrieb, sowie die Nachricht von der amerikanischen Note bekannt war, ohne nähere Angaben abzuwarten: „In der That dürfte insbesondere das Deutsche Reich die moralische Verpflichtung haben, das Vorgehen der Vereinigten Staaten zu unterstützen, denn es ist nicht zweifelhaft, daß durch das rumänische Handwerkergesetz der Artikel I. des Vertrages zwischen Deutschland und Rumänien vom 21. Oktober 1893 verletzt ist. Es wäre bedauerlich und würde in Rumänien als ein Zeichen von Schwäche ausgelegt werden, wenn die deutsche Regierung, die anderswo gegen Verletzungen ihrer nationalen Interessen so empfindlich reagiert, wie es sich erst kürzlich vor Haiti gezeigt hat, Rumänien gegenüber sich diese Rechtsverletzung ruhiL gefallen lassen wollte." Und am 19. September im Anschluß an den Auszug der „Associated Preß": „Daß die junge amerikanische Großmacht ihre Weltpolitik mit einem solchen Schritte inauguriert, indem sie sich zum Fürsprecher der Menschlichkeit und der Freiheit des religiösen Bekenntnisses macht, gereicht ihr eben so zur Ehre, wie es für die alten Kulturstaaten Europas beschämend sein muß, sich von Amerika in dieser Weise an ihre Pflichten gegenüber der Zivilisation erinnert zu sehen." „Neue Freie Presse", 19. Sept.: