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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die Juden in Deutschland (IV.) · p. Seite 143

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die Juden in Deutschland (IV.)
Date
1903-01-01
Page
Seite 143 (sequence 95)
Language
German
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143 deren prangen jetzt neue an den Scheiben mit der Aufschrift: „Wegen unvorhergesehener Aufgabe dieses Ladens „Neuheiten unter Ankaufspreis, ältere Sachen „zu jedem annehmbaren Gebot." Wenn das so weiter geht, verkauft Herr Ehrenfeld noch einige Jahre Neuheiten aus, so lange eben gewiffe Leute nicht alle werden. Vor Weihnachten 1898 veranstaltete derselbe Herr Ehrenfeld in seinem anderen Geschäft, Zeit 37, einen Ausverkauf „zu jedem annehmbaren Preise," „30 pCt. billiger als die ausgezeichneten Preise." Begründet wurde der Ausverkauf damit, daß der Laden anderweitig vermietet sei und zwar, um eine Summe, die in 10 Jahren ein Mehr von 60 060 Mk. ausmachen würde. Herr Ehrenfeld hätte die Summe gerade so gut auf 100 oder 1000 Jahre berechnen können und würde mit den entsprechend höheren Zahlen noch ganz andere Wirkung erzielt haben. . . - — Eine nicht minder treffliche und neue Idee als sein Stammesgenoffe Ehrenfeld hat Herr Samuel Goldstein, Gr. Eschenheimerstrabe 23, gehabt. Herr Goldstein macht in Büchern, alten und neuen, guten und schlechten. Seit geraumer Zeit künden vier große Plakate seines Schaufensters dem erstaunten Publikum folgende wichtige Nachricht an: „Außergewöhnliche Preisherabsetzung wegen Geschäftsstörung durch benachbarten Neubau. Diese seltene Gelegenheit, gute Bücher zu nie wiederkehrenden billigen Preisen zu erwerben, dauert . . . keinenfalls länger als bis Oktober dieses Jahres." Zwar ist der Neubau längst unter Dach und der Bürgersteig frei, auch ist der Oktober und sogar der November bereits ins Land gegangen aber die Plakate hängen noch und werden ihre Anziehungskraft nicht verfehlen. („Frankfurter Post", 1. Dezember 1898.) Der Kaufmann (in Herrenkonfektion) Siegismund Schlesinger zu Magdeburg zeigte im März 1898 einen Riesen-Ausverkauf an. Der Mann war bereits mit 3 Monaten Gefängnis wegen Konkursvergehens unter erschwerenden Umständen bestraft; er war „Prokurist" bei seiner Frau, der das Geschäft gehörte, Schlesinger kaufte während des Ausverkaufs neue Waren zu, die abends durch den Hausdiener ins Geschäft gebracht wurden. Er annoncierte, daß er das Geschäft aufgebe, da nach Ablauf des Mietskontraktes sich die Miete um 12 000 Mk. erhöhe. Der Kontrakt lief aber noch zwei Jahre zum alten Preise. Er' versandte ein Zirkular des Inhaltes, daß er das Geschäft aufgeben werde und bald nachher an andere ein anderes, in dem er von beabsichtigter Vergrößerung des Geschäftes sprach. Er annoncierte „Ausverkauf zu und unter Selbstkostenpreisen" schlechtweg, verkaufte aber in Wahrheit nur sein Konfektionslager und nicht auch das Stofflager aus. Er verkaufte auch nicht zu und unter Selbstkostenpreise, sondern nahm nach Sachverständigen-Gutachten einen Nutzen von 15—30 v. H., bei Stoffsachen sogar von 75—100 v. H. Er machte bekannt, daß die Preise bedeutend herabgesetzt und daß neben den neuen überall die alten Preise ausgezeichnet wären: Die „alten Preise" stellte er aber durch Aufschlag von 60 pCt. auf das, was er früher wirklich genommen hatte, her. — Das alles wurde festgestellt, als auf Veranlassung des Kaufmanns F. W. Hübner gegen Schlesinger vor Gericht wegen unlauteren Wettbewerbes verhandelt wurde, Schlesinger wurde zu 1000 Mk. Geldstrafe, seine Frau zu 300 Mk. verurteilt. Dem Nebenkläger Hübner wurde eine Entschädigung von 300 Mk. zugesprochen. Wenn alle deutschen Kaufleute, die auf kaufmännische Ehrlichkeit halten, so entschlossen gegen das unsaubere jüdische Geschäftsgebahren vorgingen, wie in diesem Falle der Kaufmann Hübner, so würden wir bald nicht mehr über unlauteren Wettbewerb zu klagen haben. („Deutsche Wacht", 21. Novbr. 1899.) Herr Max Levy in Mainz hatte einen „Total-Ausverkauf" angezeigt und

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