Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Die Juden in Deutschland (IV.)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 90)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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138 1. Teil. 1. La „Paloma", Spanisches Ständchen, Karotten 2 Pfd. 55 Pf.von Dradier. 2. Fantasie aus „Lohengrin", ganz junge Erbsen, 1 Pfd. 36 Pf. von Wagner. 3. Die Mühle im Schwarzwald (Idylle), Kohlrabi 1 Pfd. 19 Pf.von Herold. 4. Walzer aus „Frau Luna", Dicke Bohnen, 1 Pfd. 30 Pf. von Zinke. 2. Teil. 5. „Die Fledermaus", Potpourri, Sportwagen von 5 bis 10 Mark . ... . . . von Strautz. 6. Chor aus „Carmen", Tafelhonig Glas 46 Pf . . . . von Bizet. 7. Czardas Nr. 1, „Häringskästen" 275 Pf.von Michiels. 8. Ouvertüre zu „Oberon", Waschbecken 59 Pf. .... von C. M. v. Weber. u. s. w. Durch diese fein ausgeklügelte Sache machte aber der Regiments-Kommandeur einen gewaltigen Strich, indem er der Kapelle einfach verbot, sich zu Reklamezwecken mißbrauchen zu lassen. („Deutsch-soz. Bl.", 10. Mai 1901.) Die Breslauer Bazarfirma Gebr. Barrasch packt die große Masse des Volkes da, wo sie am empfänglichsten ist, beim Vergnügen; die Tanzmeister der Tanzlokale von Breslau und Umgegend erhalten von der Firma eine Besoldung und übernehmen dafür nur die Verpflichtung, gegen Schluß der Rundtänze, für deren Teilnahme die Herren sonst 10 Pfg, entrichten müssen, einen Walzer einzulegen, der nur 3 Pfg. „einmal herum" kostet. Wenn „Antreten zum Barrasch- Walzer" kommandiert wird, ist stets ein so großer Andrang, daß auf allgemeines Verlangen dieser „Barrasch-Walzer" immer wiederholt werden muß. Der Barrasch- Walzer ist dadurch so populär geworden, daß in Breslau und Umgegend immer von ihm gesprochen wird und der Name „Barrasch" in aller Mund ist. — So ists recht, tanzt nur immer hübsch nach des Juden Pfeife. („Deutscher Generalanzeiger", 9. November 1898.) Das Warenhaus Laserstein im Schönhauserviertel zu Berlin wurde durch ein großes Konzert eröffnet. Ein Musiker (R. Kersten), der für den Abend den Titel „Kapellmeister" angenommen, sorgte mit acht Mann für den „geistigen" Genuß, zu der auch eine neue „Komposition" unter dem Namen „Laserstein-Walzer" gehörte. Das Bild, das sich von 4 Uhr nachm, bis 9 Uhr abends in der Wörtherstraße entwickelte, war das bekannte: Unter lebensgefährlichem Schieben und Stoßen suchten Einlaß zu erhalten Männlein und Weiblein von der Sorte, die nie alle werden. Zwei Schutzleute hatten den Eingang besetzt und weitere vier sorgten dafür, daß der Bürgersteig frei blieb. Von Zeit zu Zeit mußte der Eingang gesperrt werden. („Deutsch-soz. Bl.", 30. November 1899.) Im Oktober 1900 wurde der Bazar Gebr. Barrasch zu Gleiwitz durch ein Konzert der dortigen Ulanenkapelle eröffnet. Auch die „ Wohlthätigkeit" wird in den Dienst der Reklame gestellt: Das Manufakturwarengeschäft Sally Schlesinger in Hagen i. W. erließ in hiesigen Zeitungen eine Anzeige, worin es sich bereit erklärt, zu Weihnachten 30 arme Kinder mit vollständiger Kleidung zu versehen. („Staatsb.-Ztg.", 20. Dezember 1899.)