Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Die Juden in Deutschland (IV.)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9038025-9038029-423334--643-185603- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
136 Der Firma H. Reiß & Co. (Inhaber Sally und H. Reiß) in Leipzig wurde es bei 100 Mk. Strafe für jeden Fall der Zuwiderhandlung untersagt, die Ankündigung von Ausnahmetagen, an denen zu enorm billigen, noch nie dagewesenen Preisen Schuhe verkauft werden sollten, zu erlassen. („Deutsch.-soz. Bl.", 30. August 1900.) Der Inhaber des „Versandhauses" Cdm. Goldberg (Solingen) bietet 40 „Kollektionen" äußerst wertvoller Sächelchen „umsonst", „streng reell und ohne Risiko" an und bemerkt zum Schluffe: „Firma-Inhaber ist christlicher Konfession"! Merkt Herr Goldberg nicht, daß er gerade dadurch seine Rasse unzweifelhaft verrät? („Antis. Monatsbl.", 1. Oktober 1900.) Dieser Schwindel mit „wertvollen Sachen" wird besonders von Krakau aus betrieben. Die Firma „Stadien & Keßler", Krakau, Postfach 63, versendet 100 Gegenstände, darunter eine vergoldete, gutgehende Uhr mit Kette, einen Photographieapparat u. s. w., alles zusammen für 3,50 Mk., natürlich unter Nachnahme; zum Ueberfluffe wird noch hinzugefügt: „Für nicht paffendes Geld retour." Die Herren werden jedoch noch weit übertrumpft von ihrem Stammesgenoffen P. Lust zu Krakau, der durch großartige Reklame für denselben Preis von 3,50 Mk. 340 wertvolle Gegenstände anpreist; darunter befindet sich „1 prachtvoll vergoldete Uhr, 3jährige Garantie, samt vergoldeter Kette, 1 prima Leder-Geldtasche, ein reizender Herrenring mit imitiertem Edelstein, 1 ff. Taschenmesser, 1 Kravattennadel von Similistein, 1 Garnitur Double-Gold-Manschetten- und Hemdenknöpfe, 1 Taschen- Toilettenspiegel, 5 reizende Jux-Gegenstände, welche große Heiterkeit erregen, ein prima Nickel-Schreibzeug. 25 elegante Korrespondenz-Gegenstände, 1 elegante Pariser Damenbrosche, 1 Paar Boutons von Simili-Brillanten, sehr täuschend, und noch 300 diverse Haushaltungs-Gebrauchsgegenstände gratis." Die „Deutsche Handelswacht" ist in der Lage, genaueres vom Inhalt des Schatzkästleins mitzuteilen: „Da ist also zunächst die „Uhr mit goldener Kette". Wer dabei an eine Taschenuhr denkt, der unterschätzt die Phantasie des Herrn Lust aus Krakau. Wir entnehmen dem Kästchen — vorsichtig, damit wir uns an den Rändern nicht schneiden — eine kleine hölzerne Wanduhr rohester Art. Auf die Vorderseite ist gelbes, dünnes Blech genagelt, daher der Name „vergoldet". Und die Kette, na ja, das ist halt die Kette, an welcher bei einer solchen Uhr das Gewicht hängt. Auch die Kette ist gelb, also hat Herr Lust in Krakau vollkommen Recht: goldene Uhr mit Kette. Auch die „prima Leder-Geldtasche" findet sich, es sind zwei zusammengenähte rohe Fetzen Leder mit Verschluß u. s. w. Unter den Haushaltungsgegenständen versteht Herr Lust — Stecknadeln .... („Deutsche Handelswacht", 15. September 1902). Denselben Schwindel betreibt das „Grandversandhaus" von F. Lieblich, Krakau Nr. IX/13, welches 355 wichtige Gegenstände für 3,50 Mk. anpreist. („Deutschsoz. Bl.", 25. Aprtl 1901). Man sollte es kaum glauben, daß es heutzutage noch Leute giebt, die auf solchen Schwindel hereinsallen. Häufig müssen unsere deutschen Volksgenossen den jüdischen Reklameunfug durch unwürdige Dienstleistungen unterstützen, häufig thun fie es auch freiwillig: Der jüdische. Inhaber des „Bazar Stendal" zu Stendal ließ durch verteilte Extrablätter bekannt machen, daß in der Zeit von 8—11 Uhr abends etwas noch nie dagewesenes in seinem Schaufenster gezeigt werde. Gezeigt wurde nur ein Dienstmann, der einen Zettel in den Händen hielt, auf dem die Gratisverteilung geringwertiger Waren angekündigt wurde. Da infolge der Menschenansammlung der Verkehr stockte, mußte sich der Dienstmann auf polizeiliche Anordnung entfernen» („Staatsb.-Ztg.", 15. November 1899.)