Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Die Juden in Deutschland (IV.)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
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135 750 Mk. Strafe, weil sie Stiefel als „erstklassiges Fabrikat" ankündigten, die sich als Schund erwiesen. („Deutsch-soz. Bl.", 5. März 1903. 7. Unanständige Reklame. S. Basch, Buchhandlung, Berlin, Friedrichstraße, hatte in seinem Schaufenster folgenden Anschlag angebracht: „Ich bitte die außergewöhnlich niedrigen Preise zu beachten. Wegen zu billigen Verkaufs neuer Bücher bin ich aus allen Buchhändler-Vereinen ausgeschlossen." („Deutsch-soz. Bl.", 11. März 1897.) Der Kleiderhändler Julius Markus in der Friedrichstraße in Berlin fand es mit dem guten Geschmack vereinbar, seinen Reklamezetteln die Form eines Telegramms zu geben, das mit den Worten begann: „Dewet mit seiner ganzen Armee gefangen . . . ." („Antisemit. Monatsbl.", 1. Dezember 1901). Eine sehr beliebte jüdische Reklame ist es, den Käufern ein Geschenk zu bieten: so erhielt bei Fleischmann (Dresden) jeder Kunde, der für eine Mark kaufte, ein 4-Pfundbrot und einen Goldrandbecher gratis, bei Rosel & Co. in Stettin ein Parquettbillet für das Stadttheater, bei Saklikower-Stettin einen lebenden Kanarienvogel gratis. Weit übertrumpft werden diese Geschenke noch von dem Schuhwarenhaus „Zur Börse" in Stettin: dort erhielt jeder 20. Käufer ein paar elegante Hausschuhe, der 30. eine geschlachtete Gans, der 40. einen geräucherten Schinken, der 50. fünf Centner Steinkohlen, der 75. fünf Centner Kartoffeln, der 100. ein feines Kaffee-Service, und der 200. Kunde ein „Lebendes Ponny" gratis. (Aus dem Vortrage des Redakteurs Herrlein (Dresden) auf dem Parteitage der Deutsch-soz. Reformpartei zu Eisenach am 15. September 1902). Das neue Warenhaus Politzer & Co. in München führt sich in seinen Anzeigen folgendermaßen ein: „Wir schleudern mit Weißwaren. Wir schleudern mit Kurzwaren. Wir schleudern mit Manufakturwaren. Wir schleudern mit Schuhwaren." Außerdem sollte am Eröffnungstage jeder Käufer „ein Geschenk gratis" erhalten. („Deutsche Handelsw.", 10. Februar 1901.) Herr Gold st ein, Inhaber der „Kleiderfabrik aus Halle a. S.", erließ folgende Anzeige im „Weitzenfelser Kreisblatt": „Ich mache noch ganz besonders darauf aufmerksam, daß dieser Ausverkauf nur ganz kurze Zeit dauert, mit keinem Schreiausverkauf zu vergleichen und müssen alle Waren so schnell wie möglich zu Gelde gemacht werden. Bei Einkauf von 15 Mk. an, wird das Retourbillet 3. Klasse zurückvergütet. Auch erhält jeder bei Einkauf eines Anzugs oder Ueberziehers eine Hose in jeder Mannesgröße gratis als Zugabe." (Staatsb.- Zeitung", 23. Dezember 1902.) Herr Lewin Halbreich in Worms zeigte an: „Am Ersten eines jeden Monats mache ich in den hiesigen Blättern bekannt, daß ich die gesamte Einnahme eines von mir bestimmten Tages des verflossenen Monats meinen Kunden wieder zurückzahle. Das Geld. wird gegen Vorzeigung des betreffenden Coupons an der Kasse in bar anstandslos ausbezahlt." („Deutsche Wacht", 1. April 1896.) Ende März 1899 kündigte A. Jandorf & Co. (Berlin) an: „Jeder Käufer erhält am Sonntag, 26. März, gratis bei einem Gesamteinkauf von 5 Mk. V4 Dtzd., 10 Mk. V2 Dtzd., 15 Mk. 8/4 Dtzd., 20 Mk. Vi Dtzd. Visitphotographien. Von 12 bis 6 Uhr Promenaden-Konzert." (Paul Dehn, Großbazare S. 38.) Das Warenhaus „Rotes Kaufhaus" (Isidor Abraham) zu Stettin erklärte vor Weihnachten in seinen Reklamen, daß es bei einem Einkauf im Werte von fünf Mark seinen Kunden einen „Christbaum" schenke! („Deutsch.-soz. Bl." 17. Januar 1901.)