Mannheim
Compact Memory

Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die Juden in Deutschland (IV.) · p. Seite 132

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die Juden in Deutschland (IV.)
Date
1903-01-01
Page
Seite 132 (sequence 84)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9038025-9038029-423334--639-185599
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

132 hinzukomnxe. Das Gericht hatte kein Verständnis für diese Schliche und erkannte auf 200 Mk. Geldstrafe. („Staatsb.-Ztg.", 16. September 1900.) Unter der Ueberschrift „Reinfall" finden wir in der „Saar- und Blies-Ztg." vom 14. August nachstehende Anzeige („Deutsch-soz. Bl.," 20. September 1900): „Auf welche Weise heute das Publikum noch von gewiffen Geschäften angelockt wird, geht aus folgendem hervor: Herr Max Rosenberg, Bahnhofstraße, schreibt in einem hiefigen Blatte, daß seine Schuhwaren keine Pappdeckel- Einlagen haben. Als Fachmann mußte ich mich überzeugen, ob es überhaupt geringe Fabrikwaren giebt, welche ohne Pappe gearbeitet find. Ich ließ 2 Paar Schuhe bei Rosenberg kaufen und trennte dieselben auf. wobei ich auf soviel Pappdeckel stieß, daß man gar nicht mehr hinein thun kann. Mithin ist der Käufer betrogen. Die aufgetrennten Schuhe sind in meinem Schaufenster zu sehen, mit der Bemerkung, daß dieselben von Herrn Max Rosenberg herrühren. — Bei mir wird nach wie vor die ehrliche Erklärung abgegeben, ob die Waren mit Leder oder Pappe ausgeführt sind. Neunkirchen. Louis Gabriel, Besitzer der Schuhbörse." In Kaiserslautern zeigte der Kaufmann Moritz an: „Ein großer Gelegenheitskauf ist mir in einem Posten Schuhwaren geworden. Die Waren habe ich in meinem Ladenlokal in Partieen aufgehäujt, sie sind von der. besten und dauerhaftesten Qualität. Ich offeriere beispielsweise einen Posten Kinderschuhe, ganz Leder, per Paar 25 Pfg., einen Posten Damenzugstiefel, altes Leder, per Paar 2,50 Mk., einen Posten Mädchen-Knopfstiefel bis zu Nr. 30, per Paar 1 Mk." Da der Herr Moritz seine Schuhe aus Papier hatte Herstellen lassen, nahm ihn das Gericht in eine Strafe von 150 Mk. („Deutsch-soz. Bl.", 11. Juli 1901.) Der Kaufmann Franz Hufnagel in München hatte Anfang November 1893 in seinem Schaufenster eine Wage aufgehängt, in deren beiden Schalen sich Wolle befand. Die eine der beiden Wagschalen, die den Vermerk trug „10 Lot Wolle von mir" war die schwerere, die andere mit dem Vermerk „10 Gebinde Wolle von Tietz" war die leichtere und wurde von ersterer in die Höhe gezogen. Ueber der Wage hing ein Plakat mit der Aufschrift: „Deutsches Wollgewicht: 10 Lot Wolle — 100 Gramm; 10 Gebinde Wolle — 65 Gramm, demnach Schwindelgewicht 35 Gramm; Betrug." — Oskar Tietz klagte gegen Hufnagel wegen Beleidigung und Geschäftsschädigung. Das Gericht sprach aber Hufnagel frei, da es den Beweis als erbracht ansah, daß Tietz das leichtere Gewicht (10 Gebinde — 65 Gramm) nur deshalb eingeführt habe, um das Publikum zu täuschen und den Glauben zu erwecken, es kaufe bei ihm billiger. („Tägl. Rundsch.", 27. Juli 1894.) Die „Staatsbürger-Zeitung" vom 6. Oktober 1900 schreibt: Warenhaus „Tietz" verkauft: Eine Büchse konservierten Spargel zum Preise von 1,50 Mk. Die Büchse trägt wörtlich folgende Aufschrift: „(Monogramm Tietz) Stangen-Spargel I. circa 20—24 Stangen." Der Inhalt der Büchse besteht aus genau 12, in Worten zwölf Stangen. In Weimar hatte die Filiale des Warenhauses Hermann Tietz (Berlin) satinierte Kretonneschürzen zum Verkauf angepriesen unter der Bezeichnung „Satin Augusta"-Schürzen. Nun rst unter diesem Namen eine Webart gesetzlich geschützt die Tietzsche entsprach ihr aber keineswegs. Ferner empfahl Tietz „echte" Kameelhaardecken für 7,20 Mk. In Wirklichkeit waren es nicht echte, d. h. aus reinem unverfälschten Kameelhaar hergestellte Decken, sondern solche aus Kameelhaar und Wolle. Die geforderten Preise entsprachen wohl dem Werte der Waren, doch sind

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.