Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Die Juden in Deutschland (IV.)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
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129 Unter der Firma P. C. Schenk ist mit dem Sitze in Frankfurt a. M. eine offene Handelsgesellschaft errichtet worden, welche am 8. März 1898 begonnen hat. Gesellschafter .sind die hiesigen Kaufleute Paul Carl Schenk, Rudolf Salomon Mayer und Sally Salomon. Der Gesellschafter Carl Schenk ist zur Vertretung der Gesellschaft und Zeichnung der Firma nicht berechtigt. Einige Zeit später wurde folgende Eintragung vorgenommen: P. C. Schenk u. Co. Der Gesellschafter Paul Carl Schenk ist ausgetreten, das Handelsgeschäft wird von den anderen Gesellschaftern, hiesigen Kaufleuten Rudolf Salomon Mayer und Sally Salomon, unter unveränderter Firma in offener Handelsgesellschaft fortgeführt. Dem Kaufmann Moses Salomon ist Prokura erteilt. („Deutsche Handelswacht", 1. Mai 1900.) Dieselbe Zeitung schreibt am 1. März 1902: Kürzlich wurde über die Firma Wilke u. Co. in Aachen der Konkurs verhängt. Die Firma vertrieb mit marktschreierischer Reklame hauptsächlich einen Cheviot als reinwollene gesunde Ware, der indessen aus Baumwolle und Kunstwolle hergestellt war. Auf allen Rechnungen und Anpreisungen sah man schöne Fabrikansichten mit zahlreichen Schornsteinen, während der Vertrieb nur in den gemieteten Räumen einer still liegenden Fabrik stattfand. Die Aktiven belaufen sich auf 50000, die Passiven auf 250000 Mark. . . . Gründer und Inhaber der Firma war eigentlich ein gewisser Magnus Manasse. Karl Wilke galt nur als Strohmann, der seinen christlichen Namen gegen entsprechende Entschädigung hergegeben hatte, um, wie die Leipziger Monatsschrift für Textilindustrie mitteilt, „die gegen den nicht, christlichen Namen des anderen Inhabers vielleicht etwas argwöhnische Kundschaft nicht zu verscheuchen". e. Reklameschwindel. Eine Hauptbedingung des Erfolges jüdischer Geschäfte ist die marktschreierische mnwahre, unanständige Reklame und das Lockartikelwesen. a. Marktschreierische Reklame. Der Großbazar Eduard Gerth u. Co. (Inh. Ludwig Lazarus) annoncierte Z. B. auf folgende Weise (entnommen dem Anzeigenteil des Wetzlarer Anzeigers): Am 16. Februar 1898 stehen enorm billige Preise auf den Etikettes. Am з. März ist die Firma das grösste Spezialkaufhaus am Platze. Am 13. März ist es die anerkannt beste und billigste Bezugsquelle (anerkannt nach vier Wochen!). Am 20. März sind die Konfirmanden-Stiefel „riesig" billig. Am 24. März hat die Firma durch ihre denkbar billigsten Preise sich schon einen großen Ruf erworben (nach 6-wöchentlicher Thätigkeit!) Am 27. März schenkt die Firma nützliche Haushaltungsgegenstände als Zugabeartikel. Am 5. April ist die Firma ein „Etablissement 1. Ranges". Am 28. April besitzt die Firma „das größte Lager in Wetzlar", kauft bei ersten Fabrikanten und ist in der Lage, jeder Konkurrenz die Spitze zu bieten. Am 5. Mai ist die Gloria-Hose unerreicht billig. Am 25. Mai steht die Firma in den Sternen geschrieben! Am 30° Juni find über 1000 HerremAnzüge vorrätig und es tritt eine bedeutende Preisermäßigung ein, damit die Firma Platz gewinnt. Am 27. August erfolgt die Verurteilung wegen unlauteren Wettbewerbs. Am 1. September wird 8 Tage lang zu noch nie dagewesenen Preisen verkauft. Am 16. September sind 535 prachtvolle Reservisten-Anzüge von Mk. 8 an auf Lager. Am 18. Oktober wird die Firma poetisch, sie annonciert: „Strömt herbei ihr Völkerscharen „Zu Eduard Gerth und Kompagnie, „Dort giebt's Preise wie noch nie и. s. w. Gleichzeitig werden die Geschäftsprinzipien der Firma kundgethan: 9