Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Die Juden in Deutschland (IV.)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
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123 Der Zweck der Warenhäuser ist nun ganz offenkundig der, durch Vernichtung Der Spezialgeschäfte den ganzen Warenkleinhandel an sich zu reißen. Darin liegt die ungeheure Gefahr, die diese modernen Jahrmärkte unserem ganzen Wirtschaftsleben bereiten. Nach der Statistik über die Berufszählung vom Jahre 1895 hat die Gesamtzahl der Hauptbetriebe in den Gewerben (mit Ausschluß der Landwirtschaft) seit 1882 nur um 4,6 pCt. zugenommen, während die Bevölkerung um rund 14 pCt. angewachsen ist. Ja, in Industrie und Handwerk ist ihre Zahl sogar von 2 270 339 auf 2 146 972 zurückgegangen! Und dabei haben die kleinsten Betriebe sogar um 5,3 pCt. abgenommen; zugenommen haben die mittleren und vor allem die Großbetriebe. Diese Entwickelung kommt zum guten Teil auf das Konto der Warenhäuser. Es ist von einem Berliner Kaufmann berechnet worden, daß eins dieser Warenhäuser, allerdings eins der größten, A. Wertheim in Berlin, einen Tagesumsätz von durchschnittlich 50 000 Mk. haben muß, nur um zu bestehen; d. h. einen Tagesumsatz, der für ein mittleres Ladengeschäft in Berlin als Jahresumsatz völlig ausreicht. Rechnet man 300 Geschäftstage, so muß dies eine Warenhaus, nur um bestehen zu können, 300 mittlere Geschäfte aufsaugen — 300 selbständige Existenzen vernichten! Welcher Schaden hierdurch den einzelnen Gemeinden und dem gesamten Staate erwächst, ist unberechenbar. Schon hinsichtlich der Besteuerung ist es sofort einleuchtend, daß ein einzelner Warenhäusler natürlich nicht entfernt soviel Steuern zahlt als die durch ihn ersetzten selbständigen Geschäftsleute zahlen würden. Ist es doch sogar wiederholt vorgekommen, daß der Unternehmer eines Großbazars trotz seines erheblichen Umsatzes zu keinerlei Einkommensteuer veranschlagt werden konnte, weil er nachwies, daß er in seinem Geschäfte nichts verdient habe: so zahlte z. B. das Warenhaus Conitzer & Söhne (Marienburg Westpr.) bei einem jährlichen Umsätze von 400000 Mk. keine Gemeindeabgaben, weil angeblich kein Reingewinn verblieb. („Deutsch soz. Bl.", 22. Januar 1903). Der schädlichen Wirksamkeit der Warenhäuser kann nur durch eine hohe Umlatzsteuer erfolgreich begegnet werden. Das haben klarblickende Männer schon längst erkannt, das hat unter anderen auch der verstorbene Finanzminister von Miguel in der Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses vom 27. Februar 1900, als es sich nm Einführung der Warenhaussteuer handelte, deutlich ausgesprochen: „Die Warenhäuser setzen sich hauptsächlich zum Ziel, die kleineren Geschäfte tot zu machen. Artikel, die sie manchmal unter dem Selbstkostenpreise verkaufen, haben nur den Zweck, Käufer für andere Artikel anzulocken. Für die Kommunen sind seßhafte Bürger mit eigenen Geschäften von der größten Bedeutung; die Kommunen werden in ihrer moralischen Macht geschädigt, wenn diese Bürger ruiniert werden". Man beachte diesen jüdischen Charakterzug! Der Jude will nicht nur selbst leben und zwar gut leben, sondern er will vor allem seinen nichtjüdischen Nebenmenschen ruinieren. Das sahen wir beim Wucher, das hören wir jetzt beim Warenhausbetrieb aus berufenem Munde. Ein treffendes Beispiel dafür, daß ein einzelner jüdischer Großunternehmer einen ganzen blühenden Handwerkszweig zu vernichten vermag, entnehmen wir der „Staatsbürger-Zeitung", vom 24. August 1896: Die jüdische Bernsteinfirma Stantien u. Becker erließ im August 1896 einen Aufruf, worin Bernsteindrechsler „in ihrem eigenen Interesse" aufgefordert werden, sich bei Stantien u. Becker zu melden. Sie erhalten dann ein Schreiben, welches sehr gute Bedingungen zu einem Kontrakt auf 10—15 Jahre bietet. Die Drechsler haben weiter nichts zu tun als aus einem freien Meister Zwischenmeister oder Geselle der Firma zu werden, jeder arbeitet dann nur diesen oder jenen Teil