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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die Juden in Deutschland (IV.) · p. Seite 122

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die Juden in Deutschland (IV.)
Date
1903-01-01
Page
Seite 122 (sequence 74)
Language
German
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122 Sie, bitte, Herrn Jandors!" — Und wenn dann Herr Jandorf grade nicht da ist?-Wer kein dreizölliges Brett vor dem Kopfe hat, muß sich doch beim Lesen eines solchen Plakates sofort über die Gründe klar sein, die zu solchen Vorsichtsmaßregeln zwingen!" Die „Staatsbürger-Zeitung" vom 5. Dezember 1899 schreibt: . „Ein eigenartiges System ist neuerdings bei hiesigen Warenhäusern zur Einführung gelangt. Um mit den weniger gangbaren Artikeln rascher zu räumen, erhalten die Angestellten beim Verkaufe eine gestaffelte Umsatzprovision, die sich bis zu einer gewissen Höhe steigert, im Verhältnis zur Dauer der Lagerung der Ware. Diese Provision wird den Angestellten gutgeschrieben und gelangt nicht früher zur Auszahlung, bis ein Fonds von 150 Mk. erreicht ist. Dieser gilt als eiserner Bestand, die darüber schießenden Beträge gelangen zur Auszahlung. Natürlich bemühen sich die Angestellten gerade jetzt in der Weihnachtszeit recht sehr, die alten Ladenhüter dem Publikum aufzuschwatzen. Angestellte und Inhaber kommen dabei aus ihre Rechnung; ob auch das kaufende Publikum, ist eine andere Frage." Begünstigt durch eine gewissenlose Reklame und durch den Vertrieb minderwertiger Ware hat das Warenhaus mit geradezu riesenhafter Schnelligkeit seinen Siegeszug durch Deutschland gehalten. Die „Frankfurter Post" schrieb am 1. Februar 1898: „Der Gründer der Firma Schmoller & Co., Frankfurt a. M., ist vor zwölf Jahren als polnischer Jude hier eingewandert, vor drei Jahren besaß er bereits ein schönes Geschäft und beschäftigte 20 Verkäuferinnen, zwei Gehilfen und einen Ausläufer. Jetzt arbeiten für ihn 120 Verkäuferinnen, zehn Gehilfen, sünf Ausläufer und er erzielt täglichen Umsatz vor Weihnachten von etwa 30 000 bis 50 000 Mk. Nächstes Jahr errichtet er, wie wir hören, ein großes Riesenlager auf der Zeil neben der Post, dreimal so groß als sein jetziges Geschäft. — Wieviel kleine Geschäftsleute müssen allein durch die Ausbreitung dieser einen Firma zu Grunde gehen?" Nach der Denkschrift des „Bundes der Handel- und Gewerbetreibenden zu Berlin" wurde der Geschäftsumsatz eines „neueren Berliner Großbazars" (Wertheim) 1897 auf 24 und 1898 auf 30 Millionen Mark geschätzt. Die Firma Gerson in Berlin hatte als Aktiengesellschaft nur einen Jahresumsatz von 10—11 Millionen das „Warenhaus für deutsche Beamte" von 6 Millionen Mark. Die „Deutsch-sozialen Blätter" schrieben am 15. Februar 1900: „Leonhard Tietz bat innerhalb eines Jahres 52 Grundstücke angekauft, die zu Warenhäusern umgebaut werden. Der Einkaufswert dieser Grundstücke beträgt mehr als ein Dutzend Millionen Mark. Es werden eröffnet im Laufe dieses Jahres die folgenden Warenhäuser der Firma Leonhard Tietz: Aachen, Großkölnstraße; Berlin, Leipzigerstraße; Elberfeld, Herzogstraße; Düsseldorf, Schadowstraße; im Laufe des nächsten Jahres Düren; Erweiterungsbau in Köln, Weyerstraße; Köln, Hohe Straße; Koblenz, Antwerpen u. s. w. In allen diesen Städten bestehen schon seit Jahren Warenhäuser der Firma Leonhard Tietz, sie fiedeln jetzt nur in neue Geschäftspaläste über." Das Tietzsche Riesenwarenhaus in der Leipzigerstraße zu Berlin soll nach fachmännischen Berichten ein Anlagekapital von 12 Millionen Mark erfordern, wovon 5V2 Millionen auf 8en Grunderwerb, 3 auf das Gebäude und 3*/2 auf das Warenlager entfallen.

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