Mannheim
Compact Memory

Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die Juden in Deutschland (IV.) · p. Seite 121

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die Juden in Deutschland (IV.)
Date
1903-01-01
Page
Seite 121 (sequence 73)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9038025-9038029-423334--628-185588
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

121 2. gehört die Firma M. I. Emden Söhne in Hamburg, die für etwa 200 Geschäfte, die sich „Hamburger Engros-Lager-' nennen, gemeinsam einkanft. Daß diese Warenhäuser und Massenzweiggeschäfte trotz ihres angeblich billigeren Einkaufs, trotz ihrer glänzenden Ausstattung und riesigen Reklame vielfach Schundwaren führen und ihren Kunden Ladenhüter aufhängen, ist allen Einsichtigen längst bekannt und läßt sich leicht mit zahlreichen Beweisen belegen: Herr Willy Hirsch ft. Fa. Gustav Hirsch, Königstr. 43/44) schreibt in der „Deutschen Konfektion" (März 1900): „Ganz übersehen wurde in dem Streit um die Bazare, daß in dem Bestreben, immer noch billiger verkaufen zu können, eigens für diesen Zweck minderwertige Ware — Bazarware — fabriziert und nicht etwa nur von den Bazaren, sondern gerade von den durch deren Konkurrenz bedrohten Detail-Geschäften zum Verkauf gestellt wird. Diese Entwicklung muß auf die Dauer dazu führen, daß der Durchschnittswert des deutschen Fabrikats allmählich geringer wird und das Ansehen unserer Industrie im Auslände sinkt, ein Erfolg, der in Frankreich, dem Lande der ältesten Großbazare, in der That schon eingetreten ist." (Staatsb.-Ztg.", 14. März 1900.) Die Lörracher Filiale der Firma M. Knopf hatte eine Anzeige erlaffen, „es sei für die Konkurrenz ein Ding der Unmöglichkeit, sowohl im Preis als in der Qualität das Gleiche zu bieten". Der Lörracher Verein zum Schutz des Handelsgewerbes entnahm Waren und klagte gegen die Firma. Das Gutachten des Großkausmanns Fischer (Freiburg) lautete, daß der größte Teil des Knopfschen Lagers zu Freiburg und Lörrach nicht aus Primaware bestehe. Der Knopfsche Geschäftsführer führte aus, daß er für seine 46 Geschäfte (in Wirklichkeit 7—8, wie sich später heraussteüte) billiger einkaufen könne als andere; im Interesse des Geschäfts sei es nötig, manche Artikel unter dem Einkaufspreis abzugeben, mit Primaware wäre heutzutage überhaupt nicht durchzukommen. Dann kam ein Brief des Lörracher Geschäfts zur Verlesung, worin direkt beim Fabrikanten Ausschußware verlangt wird. Der Vertreter der Anklage brandmarkte das Verfahren der Schleudergeschäfte scharf, er sah den Grund des billigen Einkaufs weniger in der Menge als in der Schlechtigkeit der Waren. Die Strafe lautete auf 70 Mk. und die Kosten. („Badischer Landesbote", 30. April und 1. Mai 1897.) Anfang Januar 1901 berichtete das „Berliner Blatt", daß ein Herr im Wertheim'schen Warenhause (Berlin, Leipzigerstraße) ein Glas mit Senfgurken gekauft habe, in dem er dann zu Hause einen ekelhaften Verbandlappen, bedeckt mit Jodoform und Eiter vorfand. Er habe das Glas zurückgebracht und unter Entschuldigungen den Kaufpreis wiedererhalten. Wertheim schickte natürlich eine „Berichtigung", wurde aber vom „Berliner Blatt" dermaßen abgefertigt, daß er diesmal daraus verzichtete, den Gang zum Gerichte anzutreten. („Staatsb.-Ztg.", 11. Januar 1901.) In dem Warenhause Jandorf (Berlin) ist auf einem Anschläge zu lesen: „Die geehrten Käuferinnen werden ergebenst darauf aufmerksam gemacht, daß unsere Angestellten kein Recht haben, über die Dauerhaftigkeit, Entstehung, Herstellungsart. Qualität der Waren bindende Erklärungen abzugeben. Im Fall solche Auskünfte erwünscht sind, bitten wir sreundlichst, uns persönlich in Anspruch zu nehmen oder sich persönlich an Herrn Karl Jandorf zu wenden." Dazu bemerken die „Deutsch-sozialen Blätter" vom 26. Oktober 1899: „Wenn also jemand wissen will, ob der Stoff auch einläust, ob die Farbe auch waschecht, oll der Stoff rein Seide, rein Wolle und so weiter sei, wird es stets heißen: „Fragen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.