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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die Juden in Deutschland (IV.) · p. Seite 115

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die Juden in Deutschland (IV.)
Date
1903-01-01
Page
Seite 115 (sequence 67)
Language
German
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115 Die Herren Moses und Rosenberg eröffnten 1898 in Kolberg ein Warenhaus ohne eigenes Vermögen und es gelangt ihnen, für 130000 Mark Waren geliehen zu erhalten. Zwei Fahre später machten sie Bankerott. Die Aktiva sollen immerhin noch 50 v. H. ergeben. Der „Konfektionär" sagt zu dem Konkurs: „Den Leuten ist nicht einmal ein Vorwurf zu machen, denn sie waren fleißig und ordentlich. Sie sind nur dadurch, daß sie so leicht Kredit erhalten haben, auf schiefe Bahnen gelenkt worden." Nach dieser Logik des „Konfektionärs" fehlt uns, bemerkt die „Kolonial» Ztg.", eine Bestimmung im Strafgesetzbuche, wonach Leute bestraft werden müssen, die andern Kredit gewähren, sobald diese andern bankerott machen! Hier sieht wieder jeder verständige Mensch klar vor Augen, welche verwerfliche Methode von den freisinnigen Blättern angewendet wird, um das deutsche Sittlichkeitsgefühl in seinen Grundsätzen zu verwirren. („Deutsch-soz. Bl.", 1. Februar 1900.) Der „Konfektionär" meldet im Juli 1900: „Als ein Erzgauner schlimmster Sorte hat sich der „Kaufmann" Paul Mendelsohn (!) entpuppt, der bis vor kurzem vier Monate hindurch in Berlin, Schönhauser Allee 146, ein Herren- und Knaben - Konfektions - Detailgeschäft betrieb. Er brachte das Geschäft durch lebhafte, schreiende Reklame bald in flotten Gang. Kredite wurden ihm infolge seiner lügnerischen Angaben in großem Maßstabe gewährt. Die Lieferanten waren um so vertrauensseliger, als die über ihn bei einem größeren Auskunftsbureau eingezogenen Auskünfte recht günstig lauteten. In den 3 Monaten seines Bestehens hat Mendelsohn nachweislich über 20000 Mk. bares Geld gelöst, aber trotz dieser guten Einnahmen bequemte sich Mendelsohn zu keinem Reglement. . . . Sofort meldete nun ein Lieferant den Konkurs an, und wie recht und für die Gläubiger nützlich diese rasche Handlungsweise des Betreffenden war, das zeigte sich erst, als das Konkursverfahren Einblick in das Gebaren des Betrügers bot. Denn ein Betrüger schlimmster Sorte ist der Mendelsohn. . . . Jetzt ist er flüchtig und wird von der königlichen Staatsanwaltschaft zu Berlin gesucht. Als man sich nun näher nach diesem Herrn „Kaufmann" erkundigte, da machte man die überraschende Entdeckung, daß dieser „Herr" ein schon vorbestrafter Verbrecher ist und daß sein Bild in der bekannten Portraitsammlung des Berliner Polizei- Präsidiums prangt. Er war bereits mehrfach wegen Diebstahls und Hochstapelei mit anderthalb Jahren Gefängnis vorbestraft, und um diesen jüngsten unfreiwilligen Aufenthalt zu verheimlichen, schwindelte er allen Leuten vor, er sei während dieser Zeit in Amerika gewesen! Die Passiven betragen 38000 Mk., denen an Aktiven kaum 12000 Mk. gegenüber - stehen. („Staatsb.-Ztg.", 26. Juli 1900.) Ein wahres Konkursgenie ist der jüdische Kaufmann Moritz Feige, der sich wegen betrüglichen Bankerotts zu verantworten hatte. Er betrieb seit einer Reihe von Jahren ein Herrengarderoben-Geschäft in größerer Ausdehnung. Er ist dabei bereits zweimal in Konkurs geraten, hat aber jedesmal einen Vergleich zustande gebracht, wobei die Gläubiger im ersten Falle 22, im zweiten 15. v. H. unter der Bürgschaft seines Bruders Louis Feige erhielten. Nach Beendigung des zweiten Konkurses kaufte die Ehefrau Feige das Geschäft vom Konkursverwalter. Sie giebt aber zu, eine vorgeschobene Person gewesen zu sein, sie habe nicht einmal die Verkaufsbedingungen erfahren. Nach kurzer Zeit übernahm der Angeklagte das Geschäft auch formell auf seinen Namen, um es dann an seine Schwägerin, eine Frau Dora Heim, für 2000 Mk. bar und 4000 Mk. in Wechseln zu verkaufen. Auch diese Frau gab nur den Namen her, der thatsächliche Inhaber war ihr Ehemann. Er geriet bald in Konkurs. Inzwischen hatte Feige von dem Gelde, das er für das verkaufte Geschäft erhalten hatte, in der Kulmstraße 1 ein neues Geschäft gegründet. Die Ladeneinrichtung entnahm er auf Abzahlung, ein neues Warenlager zum Werte von 26O00 Mk. auf Kredit. Nachdem er vielfach verklagt worden war, meldete er bereits 9 Monate nach Gründung des Geschäfts den Konkurs an. Vorher hatte er 8*

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