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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die Juden in Deutschland (IV.) · p. Seite 109

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die Juden in Deutschland (IV.)
Date
1903-01-01
Page
Seite 109 (sequence 61)
Language
German
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109 Jahr und sechs Monate brummte das Landgericht I dem Levy dafür auf. („Deutschsoziale Bl.", 26. Februar 1903.) o. Hinterziehung. Das Königlich württembergische Steuerkollegium hat den Handelsmann Albert Richheimer zu Lauchheim wegen Kapitalsteuer-Hinterziehung in 24 000 Mark und den Handelsmann Leopold Kaufmann zu Lauchheim wegen desselben Vergehens in 15 000 Mark Strafe genommen. („Deutsch-soz. Bl.", 7. September 1899.) Der Kaufmann Rudolf Karstedt aus Kiel, der auch in Lübeck ein großes Warenhaus besitzt, wurde wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 20000 Mark verurteilt, weil er Verluste, die er in Braunschweig erlitten hatte, bei der Steuereinschätzung von den Einnahmen in seinem Lübecker Geschäft in Abzug brachte, obwohl er niemals seinen Gewinn in seinen auswärtigen Häusern in Lübeck versteuerte. („Deutsch-soz. Bl.", 19. Februar 1903.) e. Warenschwindel. Hierher gehören die Erschwindelung von Waren, Beschwindelung mit Waren, Abzahlungsschwindel, Schneeballschwindel und dergleichen. a. Erschwindelung von Waren. Der jüdische Gauner Weinberg legte verschiedene Goldwarengeschäfte zu Frankfurt a. M. schwer hinein. Weinberg, ein schon älterer Mann, verstand es, einen sehr soliden Eindruck zu machen, bezog erst kleinere Partien Waren, die er stets bar bezahlte, verschaffte sich nach und nach Kredit, bis er bei verschiedenen Firmen für 50 000 Mark Goldwaren zu bezahlen hatte, dann verschwand er. („Staatsb.-Ztg.", 18. August 1900.) In derselben Weise betrog der Jude I. Simonson mehrere Berliner Geschäfte um Waren im Werke von 200 000 Mark. Er begann mit Einkauf von Juwelen bei einem der bedeutendsten Brillantenhändler Berlins. Die erste Rechnung wurde pünktlich bezahlt, dann ein größerer Auftrag gegeben, die Rechnung wieder bezahlt und ein dritter noch größerer Auftrag ebenfalls. Nun bezog sich der Gauner auf die Juwelenfirma und erhielt infolgedessen anstandslos bei andern Häusern Kredit. Juwelenhändler, Klavierfabrikanten, Bronzehändler, Leinenhändler und Kleiderfabrikanten schickten in seinem Aufträge Waren nach London, wohin auch Simonson dann abreiste, ohne zu bezahlen. („Deutsch.-soz. Bl.", 27. Juni 1901.) Der jüdische Student Isaak Schestopal aus Odessa studierte in Zürich und Cöthen und verschwand aus beiden Orten unter Zurücklassung von Schulden. Dann kam er nach Darmstadt; machte überall Bestellungen und behauptete, Geld von Haus zu erwarten. Bei einem Tanzlehrer nahm er Tanzstunden, bei einen: Klempner erschwindelte er Geld, bei einem Gastwirte blieb er das Essen schuldig, den Kellner pumpte er noch an, einen Buchhändler prellte er um Bücher, die er wieder versetzte, bei verschiedenen Schneidern ließ er sich Anzüge machen, sogar photographieren ließ er sich auf Pump u. s. w. Da seine Eltern vermögenslos sind, hatte er gar keine Aussicht, Geld zur Bezahlung seiner Schulden zu bekommen. Das Gericht erkannte deshalb auf eine Gesamtstrafe von 6 Monaten Gefängnis. („Deutsch-soz. Bl.", 4. Januar 1900) Ein Erzschwindler war der Hausierer Isaak Bercovici, der 1899 von Jassy (Rumäniens nach Leipzig zog. Hier mietete er an der Ecke der Park- und Halleschenstratze in einem Hause, das zwei verschiedene Hausnummern trug, ein einfenstriges Zimmer, indem er sofort zwei Geschäfte mit folgenden hochtrabenden

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