Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Die Juden in Deutschland (IV.)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9038025-9038029-423334--614-185574- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
107 M 2V2 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, gingen die ganzen Geschäftsoperationen unter dem Namen seiner Krau. Berlowitz besaß eine große Anzahl von Grundstücken und industriellen Unternehmungen in Danzig und Umgegend, soll aber stets nur geringe Anzahlungen gemacht und dann die Besitztümer unter der Hand weiter verkauft haben. („Oberschlesische Zeitung", 25. Juli 1900.) Aus Stargard (Westpr.) meldet das „Oberschlesische Tageblatt" vom 24. Februar 1901: Der Inhaber eines hiesigen großen Tuchgeschäfts, Wolffheim, hatte außer seinem kaufmännischen Geschäfte noch eine Sparkasse errichtet. W. besaß unbedingtes Vertrauen bei allen Konfessionen und Nationalitäten, die ihre Ersparnisse, in Einzelfällen bis zu 20 000 Mark, bei ihm hinterlegten — gegen 6 v. H. Zinsen. Vor kurzem ist W. bankerott geworden. Deutsche Bürger hatten etwa 400000 Mark, 'polnische etwa 120 000 Mark bei W. hinterlegt. Alle Einlagen sind bis auf den letzten Pfennig verloren. Im Mai 1894 wurde in Berlin der Prozeß gegen die ungarisch-jüdische Hochstaplerin Josefine Farkas und deren Mutter Katharina Farkas verhandelt. Josefine hatte es verstanden, als Gesellschafterin der später für blödsinnig erklärten Frau Justizrat Engelhardt, Berlin, aus dieser nach und nach 204 000 Mark in baren Darlehen herauszuschwindeln, um das Geld in unglaublicher Weise zu vergeuden. Der Gerichtshof verurteilte die Betrügerin zu 4 Jahren Gefängnis und 5 jährigem -Ehrverlust. („Staatsb.'Ztg.", 26. Mai 1894.) Nachdem sie ihre Strafe verbüßt hatte, setzte sie ihr Gewerbe in Wien fort. Im Jahre 1902 hörte man, daß sie einem Juwelier Schmuckgegenstände im Werte von 2600 Kr., einem andern einen Granatschmuck im Werte von 426 Kr., einem Schuhmacher Waren für 36 Kr. und ein bares Darlehen von 40 Kr. abgeschwindelt hatte. („Staatsb.-Ztg.", 19. September 1902.) ß. Wechselfälschung. In dem Bezirke Neumarkt in Galizien, wo es infolge des regen Fremdenverkehrs zu den Kurorten Zakopane, Szczawnica, Krynica und andern recht viele wohlhabende Bauern giebt, verfielen jüdische Gauner auf eine neue Art der Ausplünderung des Bauernvolkes. Sie setzten massenhaft gefälschte Wechsel der wohlhabenden Bauern in Umlauf, eskomptierten sie aber nicht an Ort und Stelle, sondern in den ungarischen Provinzsparkassen, sowie in zahlreichen jüdischen Vorschußvereinen Galiziens. Bei der bekannten Unbeholfenheit der galizischen Bauern in Rechtssachen rechnen die Juden darauf, daß die betreffenden Bauern, die im Wechselverfahren sehr kurz bemessenen gerichtlichen Termine versäumen und infolgedessen die eventuellen Prozesse verlieren müssen. Diese Berechnung erwies sich auch ganz richtig, viele Bauern sind schon auf diese Weise lizitiert worden und ganze Dörfer stehen noch in Prozessen. Vor einigen Tagen gelang es endlich, eine Fabrik solcher falschen Wechsel aufzudecken. Sie befand sich in dem Städtchen Neumarkt beim dortigen jüdischen Eisenhändler I. Beinhaupt, bei dem man über 300 mit gefälschten Unterschriften der reichsten Bauern der Umgebung versehene Wechsel fand, welche in nächster Zeit tn Umlauf gebracht werden sollten. Beinhaupt wurde verhaftet, was unter den Juden von Neumarkt eine große Bestürzung hervorrief. Sie bieten eine sehr hohe Kaution für die provisorische Freilassung Beinhaupts an. Jedenfalls muß die sicherlich weitverzweigte jüdische Gaunerbande auch in Ungarn ihre Helfershelfer haben. („Staatsb.-Ztg.", 20. Januar 1900.) Der Güterschlächter Gustav Fürst zu Deutsch-Krone setzte falsche Wechsel in Umlauf und machte Bankerott. Da sich im ganzen 57 Wechselfälschungen nach-