Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Die Juden in Deutschland (IV.)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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106 falschem (Selbe auch jetzt noch ganz einträglich, aber doch zu gefährlich, deshalb werden die anderen Arten dieses Schwindels wie Geldprellerei, Wechselfälschung, Erpressung, Hinterziehung u. dergl. von den Juden entschieden mehr bevorzugt. «. Geldprellerei. Im Februar 1895 wurde in Wien gegen die Betrügergesellschaft Nuchem Schapira und Genossen verhandelt. Dieser Gauner hatte neben anderen zahlreichen Vergehen besonders den Schwindel betrieben, daß er fich von gleichgesinnten Stammesgenoffen hohe Beträge zusammenschwindelte unter dem Versprechen, ihnen nachgemachte österreichische Geldnoten im fünffachen Werte zu liefern. Der Staatsanwalt fführte aus: „Schapira ist der Typus des vollendeten, abgeklärten Verbrechers, er betrachtet den Betrug als sein Geschäft, er lügt aus purer Gewohnheit . . Schapira wurde zu 6 Jahren, seine Helfer Munsch Baumgarten zu 6 Jahren, Ello Aron Frischling zu 3 Jahren, Roman Herz zu 4 Jahren schweren Kerkers verurteilt. <„Tägliche Rundschau", 26. Februar 1895.) Der Hamburger Geflügelhändler Moses Michelsohn verbreitete in geschickter Weise das Gerücht, es sei ihm eine mehrere Millionen betragende Erbschaft zugefallen. Am die nötigen Bescheinigungen zu erhalten, bediente er sich der Hilfe des Rechtsanwalts vr. William Gold sch midt, der kurz vor dem Durchbrennen nach Amerika stand. Auf diese Weise gelang es dem Michelsohn, bare Darlehen und Waren auf Kredit Zusammenzuschwindeln, so viel er wollte. Nachdem Goldschmidt mit Hilfe seines Klienten seine Reisekasse gefüllt hatte, verduftete er bei Zeiten. Dann brach über Michelsohn das Verhängnis herein; wegen Betrugs, betrügerischen Bankerotts und Meineids erhielt er 4 Jahre Zuchthaus. („Tägliche Rundschau", 29. März 96.) Der Jude Max Marcus, Berlin, Hallesches Ufer 25, betrog den Landwirt Ad. Busch um sein dem Marcus anvertrautes Vermögen von 26000 Mark und hatte außerdem noch die Frechheit, den Busch, welcher bei ihm erschien und in ziemlich energischer Weise Geld verlangte, wegen Hausfriedensbruch anzuzeigen. („Staatsb.- Ltg.", 22. April 1896.) Am 24. Juni 1898 wurde der Bankerotteur und Schwindler Max Herzfeld auf einige Zeit in No. Sicher gebracht. Es ist dies derselbe Herr, der sich als Jude auf den besonderen Schutz der jüdischen Richter berief, indem er seinem deutschen Geschäftsteilhaber Hausen gegenüber in die Worte ausbrach: „Hüten Sie sich, mich zu verklagen, bedenken Sie, daß es heutzutage viele jüdische Richter giebt." Es wurde ihm nachgewiesen, daß er seine Jngenieurthätigkeit nur zum Scheine betrieb, in Wirklichkeit aber zusammen mit seinem gleichgearteten Stammesgenossen Herz Wechselreitereien und Geldschwindeleien im großartigsten Maßstabe ausführte. Schließlich machte Herzfeld Bankerott, nicht ohne vorher seine anderen Gläubiger zu Gunsten seines Onkels Joel Meyer erheblich geschädigt zu haben. Herzfeld wurde verhaftet, Herz verduftete und ward bis heute noch nicht gesehen. Der Verteidiger Meyer meinte nach Friedmannschem Rezept:*) „Moralisch möge der Angeklagte nicht korrekt gehandelt haben, aber juristisch sei er nicht strafbar." Glücklicherweise war der Gerichtshof anderer Ansicht und diktierte dem jüdischen Gauner 3 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust zu. („Frankfurter Post", 1. Juli 1898.) Großes Aufsehen erregte in Danzig das spurlose Verschwinden des Schuhwarenfabrikanten und Grundstücksspekulanten W. Berlowitz. Berlowitz ist nach Verübung von Hypothekenschwindeleien in Höhe von 1V2 Millionen Mark flüchtig geworden. Nachdem Berlowitz vor längerer Zeit wegen betrügerischen Bankerottes °) Antisemit. Jahrbuch 1900, S. 64.