Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Die Juden in Deutschland (IV.)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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105 zu verlieren haben. Warum sollen sie solche Gelegenheit nicht benutzen, wertvolles Land und Baugeld dazu in ihren Besitz zu bringen? Sie setzen sich mit dem Aufgeber solcher Inserate in Verbindung. Es ist das meist eine Bank oder eine Gesellschaft, damit der Privatname der betreffenden Herren Besitzer möglichst bei diesem Geschäft aus dem Spiele bleibt. Das Bauland ist vielleicht 100000 Mk. wert. Aber die Bank fordert 200000 Mk. dafür. Der Käufer bewilligt diese Summe leichten Herzens. Er hat ja weder die eine Summe noch die andere. Dann, werden die 200000 Mk. als erste Hypothek auf das Grundstück für die Bank eingetragen. Nun erhält der Herr Bauunternehmer die ersten Raten des Baugeldes von der Bank. Eine respektable Wohnung wird gemietet, Möbel auf Abzahlung oder auf den Namen der Frau werden hineingesteckt. Bauhandwerker, die nach Arbeit suchen, finden sich bald. Der Bau beginnt. In den ersten Wochen wird das Geld für Arbeit und Materialien pünklich bezahlt. Dann wird vertröstet von einer Woche zur andern. Um das Haus überhaupt zu einem Wertobjekt zu machen, vollenden die Handwerker den Bau. Nun stellt sich heraus, daß der Bauunternehmer ein völlig mittelloser Mann ist. Die Banhandwerker beantragen die Zwangsversteigerung des von ihnen errichteten Gebäudes. In diesem Augenblick meldet die Terraingesellschaft ihre erste Hypothek über 200000 Mk. an. In diesen 200000 Mk. steckt schon der Wert des Gebäudes drin. Die Bauhandwerker find unfähig, eine derartige erste Hypothek auszuzahlen. Von Rechts wegen wird verkündet, daß dem Besitzer der ersten Hypothek der Boden und das Gebäude gehört und daß alle anderen Forderungen ausfallen. („Deutsche Handelswacht", L Dezember 1902.) b. Geldschwindel. Neben dem Wucher und der Hehlerei war der Geldschwindel die Hauptbeschäftigung der Juden im Mittelalter und bis ins 19. Jahrhundert hinein. Sie ließen sich von den Reichsständen gegen Abgaben das Recht der freien Münzprägung übertragen, stellten geringhaltiges, falsches Geld massenhaft her und fügten dadurch den Staaten unermeßlichen Schaden zu. Man nannte diese Gauner Kipper und Wipper.*) Kein ehrlicher Deutscher wollte sich zu diesem verderblichen Treiben hergeben.**) Als Friedrich der Große im siebenjährigen Kriege in arger Geldverlegenheit war, erboten sich die Juden Ephraim und Jtzig, ihm 1756 die gewünschte Summe von einer Million Thaler vorzuschießen, wenn er ihnen dafür das Recht der freien ' Münzprägung zugestehen würde. Es wurde zugestanden, und nun gings in Leipzig flott ans Prägen der neuen Währungsthaler, die so geringwertig waren, daß aus einer Mark Feinsilber 45 Thaler geprägt wurden. Anfangs gings ganz gut; als man aber den Betrug merkte, fiel der Thaler so tief, daß man schließlich für einen Dukaten 20 Thaler zahlen mutzte. Nach dem Hubertusburger Frieden wurden, um die Valuta einigermaßen herzustellen, die Ephraimsthaler eingezogen und der preußische Staat soll an IO Millionen Thaler für diesen Zweck ausgegeben haben, eine Summe, die größtenteils in die Taschen der betrügerischen Juden geflossen war. Der Volkswitz sagte von den schlechten Münzen: „Von außen schön, von innen schlimm, außen Friedrich, innen Ephraim." („Neue Deutsche Zeitung", 4. Mai 92.) Das war der jüdische Geldschwindel früherer Zeiten, heutzutage hat er andere Formen angenommen; zwar ist die Falschmünzerei und besonders der Handel mit *) Antisemitisches Jahrbuch 1897, S. 89 und 96. **) Paulig, Familiengeschichte des Hohenzollernhauses III, S. 222.