Mannheim
Compact Memory

Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die Juden in Deutschland (IV.) · p. Seite 104

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die Juden in Deutschland (IV.)
Date
1903-01-01
Page
Seite 104 (sequence 56)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9038025-9038029-423334--611-185571
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

104 Kammer anläßlich der Vereinsbankgründung 'i.gegen ihn erkannten 14 Tage Gefängnis in 1400 Mk. Geldbuße umgewandelt waren. Wie er diese Begnadigungen, zu erwirken vermochte, ist nicht bekannt geworden („Staatsbg.-Ztg.", 23. November 1900). Später gründete Sternberg die „Häuser- und Grundbesitzer-Aktiengesellschaft" und vollzog seine Millionen-Transaktionen bei der Weimarischen und Geraer Bank und der Deutschen Baugesellschaft, die ihm noch mehrere Prozesse eintrugen. — Sternberg war ein Meister der Schiebungen: er gründet Banken, diese gründen wieder andere Unternehmungen, und nun werden die Millionen zwischen diesen verwandten Instituten hin- und hergeschoben, daß kein Mensch mehr klug daraus wird. Nur über den schließlichen Verbleib ist man sich klar, sie gelangen alle in den Arnheim Sternbergs. Im Jahre 1898 verschenkte das Deutsche Kolonialamt den beiden Herren Graf Douglas und dem jüdischen Rechtsanwalt Di. Scharlach eine in der Größe eines Königreichs bemessene Landkonzession in Kamerun, die wenige Monate später von diesen Herren an der Börse zu Brüssel an Ausländer für 18 Millionen Mk. verkauft wurde. Die ganze Einzahlung des Grafen und des Juden in diese „Gründung" hatte laut Einstandsbilanz nur 500 000 Mk. betragen. Als am 15. 6. 99 Graf Arnim-Muskau im deutschen Reichstage ernste Kritik an dieser betrübenden Thatsache übte, antwortete der Herr Kolonialdirektor von Buchka mit folgendem Scherze: „Wir wollen das doch den Leuten gönnen. Es thut mir leid, daß nicht alle Leute daran verdient haben; aber es ist doch immer so in der Welt, daß die einen etwas verdienen und die andern nicht, und diejenigen, die nicht verdienen, sind dann natürlich traurig." Also dafür bringt das Deutsche Reich die Opfer an Gut und Blut für die Erwerbung eigenen Kolonialbesitzes, damit dann zwei Herren Douglas und Scharlach Monopolrechte geschenkt werden, an denen sie durch Weiterverkauf ans Ausland im Handumdrehen Millionen verdienen? Wenn das Kolonialamt es höchst sonderbarerweise schon für gleichgiltig und auch für nicht hinderbar hält, daß der deutsche Kolonialbesitz auf diese Weise in der That ausländischer Besitz wird, dann sollte der Herr Kolonialdirektor doch so viel geschäftliche Erfahrung wenigstens besitzen, um diesen im Handumdrehen erzielbaren Millionengewinn selber beurteilen zu können und ihn, statt den Herren Douglas und Scharlach, lieber der Kasse des Deutschen Reiches zuzuwenden. Die Zuschüsse, die der Etat für die Kolonien aus der Tasche der Steuerzahler fordert, lassen einen solchen Nutzen wahrlich begehrenswert erscheinen. („Deutsche Volkswacht", 6. Dezember 1899.) Einige Zeit später machre Herr Di. Scharlach, der natürlich als Mitglied dem Kolonialrate angehört, wieder in unliebsamer Weise von sich reden. In der „Deutschen Kolonialzeitung" erhob Herr Dr. Passarge den Vorwurf gegen ihn, daß er große Ländereien in Deutsch-Südwestafrika, vielleicht sogar reiche Diamantenfelder, an Ausländer, in diesem Falle an die Cecil Rhodes'sche Debeers-Compagnie ausgeliefert habe. („Deutsch-soz. Bl.", 26. April 1900.) In dieses Kapitel gehört auch der vorzugsweise von Juden betriebene Bauschwindel. Der bekannte Bodenreformer Adolf Damaschke urteilt darüber in seinem Buche „Die Bodenreform": In gelesenen Berliner Zeitungen finden sich öfter merkwürdigerweise Inserate, die zunächst dem normalen Menschen völlig unverständlich klingen. „Wertvolles baureifes Gelände ist ohne Anzahlung zu verkaufen; Bargeld wird auf Wunsch noch dazu gegeben." In jeder Großstadt finden sich Existenzen, die nichts mehr

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.