Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Die Juden in Deutschland (IV.)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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103 Ritter und Blumenfeld ä la hausse. Der Händler Koppel hatte große Vorräte nnterwegs und es war klar, daß diese auf den Preis drücken mußten, wenn fie ankamen. Deshalb boten Ritter und Blumenfeld dem Koppel 1 Million Mark, wenn er sein Getreide nicht landete. Koppel nahm es an und die Firma Ritter und Blumenfeld gewann bei diesem Zuge 8—12 Millionen Mark. Später beschuldigten sie den Koppel, er habe sein Wort nicht gehalten und doch Getreide nach Berlin gebracht; bei diesem Prozesse kam die Sache ans Licht. Im Jahre 1895 spekulierten die Herren Kohn und Rosenberg ä la baisse Da sie Zollkredit bekamen, konnten sie plötzlich 2 Millionen Zentner Getreide auf den Berliner Markt werfen. Dadurch sank der Preis enorm und die Firma verdiente nicht weniger als 15 Millionen Mark. Diese eine Judenfirma setzte es durch, daß der Getreidepreis 1895 so tief sank, wie er in dem ganzen Jahrhundert nicht gewesen war. Im ersten Falle wurden die Getreideverbraucher, im zweiten die Getreideerzeuger um Millionen geschädigt: in beiden Fällen floß der Gewinn in die Taschen der Juden. Interessant, ist es, wie der jüdische Bankier und Mädchenfreund August Sternberg zu seinem Vermögen von etwa 30 Millionen Mk. gekommen ist. Eine der ersten „Gründungen" Sternbergs war die Vereinsbank. Sie wurde 1881 ins Leben gerufen und schien sich entwickeln zu wollen, denn sie verteilte im ersten Jahr 12,75 v. H. Dividende. Die Dividenden sanken und langten schließlich auf dem Nullpunkt an. Die Aktien wurden an der Börse gar nicht mehr notiert und konnten höchstens als Tapeten Verwendung finden. Die Aktionäre jammerten, aber bei der Liquidation schien ihnen wenigstens ein kleiner Teil ihres Vermögens gerettet werden zu sollen — man bot ihnen 40 v. H. Das war an und für sich schon mehr als eine Pleite erster Güte; zu einem hervorragend skandalösen Betrug wurde sie aber erst dadurch gesteigert, daß man den Aktionären die 40 v. H. nicht in bar gab. Wenn Sternberg jemand die Taschen leeren wollte, so besorgte er das Geschäft gründlich, und so gab er ihnen die 40 v. H. in Aktien der Skaskaer Kohlenwerke, die bald ebenfalls wertlos waren. („Deutsches Blatt", 21. November 1900.) — Das schönste war die Oelheim-Gründung. In Oelheim fand sich eine starke Oelquelle vor, aber sie erwies sich rasch als nicht nachhaltig; nur waren inzwischen die Gründung, die Emission und die Agiotage noch rascher gewesen. Sternberg kaufte das Unternehmen für etwa 1 Million Mk. und überließ es einer Gesellschaft für 2V4 Millionen Mk. Am 5. August 1881 erfolgte die Gründung mit 5 Millionen Mark bei 50 pCt. Einzahlung, schon am 10. August die Emission eines Teiles zu 105; bis zum 24. August war unter wild angefachter Kauflust der Kurs auf 137,30 pCt. getrieben, am Tage darauf mußte er gestrichen werden, weil bekannt wurde, das Bohrloch III liefere bereits weniger Oel. Daraufhin arrangierte man einen Extrazug, der die Berliner Börsenleute gratis nach Oelheim beförderte, dort wurde ihnen starke Oelgewinnung ad oculos vorgeführt, und so konnte die Agiotage und der Aktienverkauf munter fortgesetzt werden, angefeuert durch unausgesetzte Reklamen, die sich hinterher als falsch erwiesen. Wie das möglich war, ist vielleicht noch heute in weiteren Kreisen nicht bekannt. Erst nach Jahren wurde zeugeneidlich festgestellt, daß am Tage vor dem Eintreffen der Berliner Besucher die Bassins mit Rohöl aus Fäffern aufgefüllt worden sind, so daß dann „vor den Augen der Berliner Bankiers eine große Menge Oel abfloß, was nicht der Fall gewesen wäre, wenn das Oel nicht aufgefüllt wäre." Die Oelheimgründung trug Sternberg vom Berl. Landgericht I am 29. 1. 86 4 Wochen Gefängnis ein, die aber später in 4000 Mk. -Geldbuße umgewandelt wurden, gerade wie die am 8. Februar 1884 von derselben