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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die Juden in Deutschland (IV.) · p. Seite 99

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die Juden in Deutschland (IV.)
Date
1903-01-01
Page
Seite 99 (sequence 51)
Language
German
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99 arme Näherin rafft nun ihre wenigen Ersparnisse zusammen, kauft dafür Stoff, sinnt ein neues Muster aus und begiebt sich endlich mit der tadellos gearbeiteten Bluse zu dem Fabrikanten, in der Hoffnung, dauernde und lohnende Arbeit gerade auf dieses Muster zu erhalten. Der Herr Chef besieht die Bluse von allen Seiten, ruft schließlich die Direktrice herbei, zu der sich noch ein schwarzhaariger Reisender gesellt, welcher sein Gutachten mit schnoddrigen, oft geradezu gemeinen Redensarten begleitet . . . Inzwischen ist das Muster zur weiteren Besichtigung in die Werkstatt des Zuschneiders gewandert. Hier wird der Schnitt, sowie alles an der Bluse Neuartige abgezeichnet und vermerkt, und nach langem Warten erhält endlich die Näherin den Bescheid, daß die Bluse nicht verwendbar sei; höchstens könne man eine kleine Bestellung bei sehr geringem Lohne geben. In vielen Fällen sieht sich die Arbeiterin genötigt, auf dieses Anerbieten einzugehen. Nach wenigen Wochen steht die Arme, daß ihr Muster in ausgedehntestem Maße Verwendung gefunden hat. Der „Fabrikant" lacht sich ins Fäustchen. — Hat die Näherin nach langen Mühen endlich Beschäftigung gefunden, so sitzt sie von morgens 5 Uhr bis oft nach Mitternacht an der Maschine und ist froh, wenn sie in der Woche 9 bis 10 Mark verdient. — Nur sehr fleißige und geschickte Näherinnen erreichen diesen Lohn. Auf die Annonce einer jüdischen Firma in der Greifswalderstraße meldete sich eine junge Frau. Nachmittags gegen 2 Uhr erschien sie mit ihren Musterblusen in dem Geschäftslokal. Die Blusen wurden alsbald abgenommen, aber bis 8 Uhr abends nicht zurückgegeben. Ein Platz zum Sitzen wurde der Näherin, die einen weiten Weg vom Südosten der Stadt her gemacht hatte, trotz ihrer Bitte, nicht angewiesen. Die krummnasigen Jünglinge und die „Damen" hinter den'Ladentischen rissen ihre Zoten über das krankhaft aussehende Weib. Als nach sechsstündigem Warten die Frau ihre Blusen mit dem Bemerken zurückerhielt, daß man ihr keine Arbeit geben könne, wagte sie die Bemerkung u machen, daß man sie wegen eines olchen Bescheides nicht hätte so lange warten lassen sollen, sie habe doch mitgeteilt. wie besorgt sie um ihr zu Hause gelassenes, krankes Kind sei. Als Antwort hierauf wurde die schwache Frau angepackt und zur Thür hinausgestoßen. Nach wenigen Schritten fiel sie ohnmächtig auf der Straße hin.- Wie soll sich nun eine Näherin all' diesen Scheußlichkeiten gegenüber wehren? Eine Näherin, die in einem jüdischen Geschäfte in der Blumenstraße der Direktrice mitteilte, daß fle nicht gestatte, ihre Muster abzeichnen zu lassen; denn die Redensart, man werde ihr die Musterblusen und, wenn es geht, auch eine Bestellung nach Hause senden, kenne sie schon, wurde mit der Bemerkung aus dem Lokale herauskomplimentiert: „Personen, die solche Geschäftsgeheimnisse kennen, beschäftige man nicht." Um dieselbe Zeit, wo dies geschah, (Mitte Oktober) beklagte sich in der „Staatsb.-Zeitung" ein Kürschner- und Mützenmachermeister darüber, daß in seiner Branche das ganze Geschäft von wenigen jüdischen Kapitalisten monopolisiert worden sei. Diese überließen es den tüchtigen Meistern zwar noch allergnädigst, neue Muster zu erfinden, ließen diese dann aber von anderen, untüchtigen Arbeitern zum halben Preise nachpfuschen. („Antisemitisches Mon'atsblatt", 1. Dezember 1900.) Am 6. Dezember 1901 wurde Jda Cohn geb. Rosenthal, und Julius Cohn aus Waldenburg vom Landgericht zu Breslau wegen Nachahmung der geschützten Warenzeichen der Soeiet6 anonyme de la Destillerie de la Liqueur Bdnediktine zu je 500 Mark Geldstrafe verurteilt. („Deutsch-soz. Bl.", 29. Mai 1902.) In Kolmar wurde der dortige Fabrikant Jsido r Gensburger zu 1000Mark Strafe und 2000 Mark Entschädigung verurteilt, weil er ein geschütztes Stoffmuster der Weberei Dietzsch in Lieberau bei Markirch unbefugt nachgebildet hatte. l„Staatsb.- 8tg.", 26. Oktober 1900.) Diese jüdische Ausbeutungssucht erstreckt sich auch auf litterarische und wissenschaftliche Erzeugnisse. Dem jüdischen Jntendanzrat und Dramaturg des Kgl. Theaters JDr. Koppel- Ellfeld zu Dresden wurde ein plumpes Plagiat nachgewiesen. Seine Erzählung r

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