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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die Juden in Deutschland (IV.) · p. Seite 90

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die Juden in Deutschland (IV.)
Date
1903-01-01
Page
Seite 90 (sequence 42)
Language
German
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90 Depot-Unterschlagung, betrügerischer Bankerott, Erpressung u. s. w., das waren die Straftaten, die der Bankier Leo Feinberg zu Halberstadt auf dem Kerbholze hat. Fünf Jahre Zuchthaus gabs dafür, 3000 Mark Geldstrafe und zehn Jahre Ehrverlust, während sein Bruder und Helfershelfer mit 4 Monaten davonkam. („Deutsch-soz. Bl.", 25. Dezember 1902). 4. Ausbeutung der Arbeitskraft. Moses Sternberg in Krefeld sagte zu seinem Werkführer: „Sie sind bei mir nur als Leiter zu gebrauchen, wenn die Arbeiter in Ihren Augen nicht als Menschen, sondern als lebende Maschinen, welche uns Geld verdienen müssen, erscheinen. Ein Hund, der mir einen Wagen zieht und mir Geld verdient, hat doch mehr Wert, als ein Mensch, der mir nichts verdient!" („Deutsch-soz. Bl.", 7. Oktober 1897.) Da die Ausbeutung menschlicher Arbeitskräfte wohl in keinem Geschäftszweige Deutschlands so schamlos betrieben wird, wie in der Konfektion, so stellen wir diesen Zweig in gesonderter Behandlung voran, um dann einige Beispiele aus allen Berufen gemischt folgen zu lassen. Nach der „Allg. Ztg. des Judentums" (Nr. 25 vom 23. 6. 99.) gab es damals in Berlin etwa 140 Engros-Damenmäntel-Konfektionssirmen,» von denen sich 135 in jüdischen Händen befinden. Von 150 Konfektionsstrmen verschiedener Branche (Schürzen, Wäsche, Jupons u. s. w) sind 121 jüdisch, von 15 seit zwei Jahren ungefähr neu errichteten Betriebswerkstätten der Mäntelkonfektion sind 14 in jüdischen Händen. Die Gesamtumsätze der angeführten Firmen betragen mindestens 240 Millionen Mark jährlich. Von diesen Firmen werden vielleicht 70 000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt. Es ist sehr interessant, daß am Exportgeschäft für Damenmäntel nur Juden beteiligt sind. Unter den 40 großen Herrenkonfektionsfirmen befinden sich 36 im Besitze von Juden. Am Exporte sind wiederum nur Juden beteiligt. — Am Engrosbetrieb der Konfektion für Kindergarderobe sind 77 jüdische Firmen beteiligt. Konfektionsstoffe werden fabriziert von 21 jüdischen und 5 nichtjüdischen Firmen. Unter den Engrosgeschäften für Konfektionsstoffe zählen wir 23 jüdische Firmen. — Auch auf den Gebieten der Wäschekonfektion, Seidenwaren und Modeartikel sind die Juden durchaus alleinherrschend. Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse in andern Städten. Breslau zählt unter 236 Geschäften der obengenannten Branchen 169 jüdische, Stettin unter 222 Geschäften 157 jüdische und Leipzig unter 311 Geschäften der Konfektion und des Rauchwarenhandels 154 jüdische. Wie diese Alleinherrschaft des Judentums auf die Arbeits- und Lohnverhältnisse einwirkt, das zeigte der allgemeine Berliner Konfektionsstreik des Jahres 1896, der sogar vom Ministertische aus als der berechtigtste aller Streiks bezeichnet wurde. Durch genaue Erhebungen wurde festgestellt, daß z. B. Arbeiterinnen auf Westen in den ersten 2—3 Jahren 5—6 Mark wöchentlich und später 9—10 Mark bei 9- bis 12-stündiger Arbeitszeit erhalten. („Staatsb.-Ztg.", 20. 2. 96.) Dabei dauert die sogenannte Saison nur ein halbes Jahr; in der übrigen Zeit sinken die Löhne auf einen schier unglaublichen Tiefstand, und während eines Vierteljahres giebt es durchschnittlich überhaupt keine Arbeit. Dann fallen die Arbeiter, um nur etwas zu verdienen, in die Hände der Juden, die in dieser Zeit gegen die allerniedrigsten Löhne auf Vorrat arbeiten lassen; trotz der vereinbarten Tarife wird jetzt zu jedem Preise gearbeitet. Dr. Adolf' Lehr*) hat festgestellt, daß ein Leipziger Jude für *) „Die Hausindustrie in Leipzig", Schriften des Vereins für Sozialpolitik 1891.

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