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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die Juden in Deutschland (IV.) · p. Seite 80

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die Juden in Deutschland (IV.)
Date
1903-01-01
Page
Seite 80 (sequence 32)
Language
German
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80 Verhältnis zu ihm kommen, welches nach Kräften ausgenutzt wird und häufig zu neuen Ausschlachtungen führt. Mit dem Viehhandel fängt die Bekanntschaft des Bauern mit dem Juden an, mit der Subhastation des Bauernhofes hört sie auf. Was nun alles an Ränken und Schlichen, kleinen und großen Gaunereien des Juden dazwischen liegt, können wir unmöglich im einzelnen ausführen. Nur einige Beispiele sollen folgen: Von einer jüdischen Firma in Saarlouis wurden im Kreise Saarlouis in den zehn Jahren 1872—1882 fünf größere Güter angekauft und parzelliert und mit Ausnahme eines öffentlich meistbietend versteigert. Der Reingewinn dabei betrug etwa 271 000 Mark (eher zu niedrig als zu hoch). Diese Firma hat in den zwei Jahren 1885 und 1886 über zwei Millionen Mark Kaufpreisprivilegien eintragen lassen.*) vr. Böckel berichtet aus Hessen**): „Bei den Amtsgerichten Gelnhausen und Meerholz waren in der Zeit vom 1. Januar 1880 bis 1. Oktober 1886 227 Zwangs- Versteigerungen von Immobilien anhängig. Rechnet man diesen nun noch die Subhastationen der Amtsgerichte Wächtersbach, Birstein, Bieber und Orb hinzu, so dürfte sich in obigem Zeitraum die wirklich haarsträubende Zahl von mindestens 450 Zwangsversteigerungen allein im Kreise Gelnhausen ergeben. Der betreibende Teil bestand zu 99 pCt. aus Juden, während 1 pCt. desselben aus öffentlichen Verkehrskassen und deutschen Gelddarleihern sich zusammensetzte. Im Kreise Frankenberg in Hessen sind vom Jahre 1877 bis 1682 an 17 Gemeinden 36 Ausschlachtungen beobachtet worden. Von den Ausschlächtern waren 17 Juden und nur 3 Deutsche, Aus dem Kreise Fritzlar wird mitgeteilt, daß sich die Zahl der eigentlichen Güterausschlächter namentlich in dem ärmeren Amtsgerichtsbezirk Jesberg vermehrt hat. Das Gutsausschlachten wird überhaupt im ganzen Kreise Fritzlar mit einer einzigen Ausnahme von Leuten jüdischer Nationalität betrieben. Im Kreise Gersfeld hat in den Jahren 1879 bis 1882 eine Zunahme des Ausschlachtens stattgefunden; dasselbe wird gewerbsmäßig nur von Juden betrieben. Bei dem königlichen Amtsgerichte Hilders sind für diesen Bezirk mit 10 655 Seelen von 1880 bis Mai 1882 55 Zwangsvollstreckungen anhängig gemacht, von denen 34 durch Juden betrieben wurden. Ganz unübersehbar ist die Zahl der Ausschlachtungen, welche im Kreise Gersfeld durch Zwischenhändler geschickt als einfache, direkte Verkäufe durchgeschmuggelt wurden." Ueber den Wucher im Saargebiet bestätigt die St. Johanner Zeitung (Nr. 83 1889) in einer Polemik mit der Frankfurter Zeitung ausdrücklich, daß der Schacher mit bäuerlichen Grundstücken in dortiger Gegend ausschließlich von Juden betrieben wurde, und daß diese jüdischen Händler es gewesen sind, welche nur aus schnöder Gewinnsucht den sogenannten „Weinkaus", d. i. die Freizechen bei öffentlichen Versteigerungen von Ländereien in ihrer ganzen Scheußlichkeit ausgebildet haben, ein Umstand, welcher diesen zu wüsten Orgien ausartenden öffentlichen Versteigerungen im Volksmunde den Namen „Judenhochzeiten" eingetragen hat. Wenn man in den Schriften des Vereins für Sozialpolitik aus dem Jahre 1890 den Aufsatz über den Wucher auf dem Lande liest, so starrt einem überall der Jude entgegen. Dieser Aufsatz ist von Leuten geschrieben, die durchaus keine Antisemiten sein wollen und doch müssen sie zugeben, daß Wucherer und Jude völlig gleiche Begriffe sind. *) Schriften des Vereins für Sozialpolitik 22, S. 232. **) Quintessenz der Judenfrage, S. 8, und E. A. Hübner, Judenfrage, 5. Lfg., S. 36 f.

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