Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1903
- Issue
- Päpste und Judentum.
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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33 den jüdischen Mördern vollzogen, ihr Opfer aber, Simon von Trient, wurde hundert Jahre später durch Gregor XIII. heilig gesprochen und unter die Märtyrer der katholischen Kirche ausgenommen. Jedenfalls sprechen sich die eben angeführten päpstlichen Kundgebungen viel bestimmter für das Vorkommen von Mordthaten aus jüdisch-religiösem Fanatismus aus, als die vom Antisemitenspiegel angeführten Bullen dagegen. Nun müssen wir aber noch einen Blick darauf werfen, wie nach dem eigenen Zeugniffe jüdischer Schriftsteller die judenfreundlichen Kundgebungen der Päpste zu stände gekommen sind. Wenn die Juden irgendwie in der Ausbeutung ihres Wirtsvolkes gestört werden, so schreien sie über Bedrückung und schicken eine Deputation an die maßgebenden Persönlichkeiten, Könige, Kaiser, Päpste, von denen sie annehmen, daß sie ihren Beschwerden abhelfen können. So machten sie es im römischen Weltreich, so im Mittelalter, so treiben sie's noch heute. Und sie sind stets bereit, die Macht ihrer Beredsamkeit durch die Macht des Goldes zu unterstützen, wo das Wirkung verspricht. Der jüdische Geschichtsschreiber I. S. Bloch sagt darüber in seinem Buche „Die Juden in Spanien", Leipzig 1875: „Die Thatsache, daß alle Juden reich gewesen, war keineswegs, wie vielfach behauptet wird, eine Ursache, sondern eine Wirkung aller dieser Verfolgungen. Ueberall im Mittelalter, wo der ärmere Teil der Juden, der sich nicht durch hohe Protektion und Bestechung vor Verfolgung zu schützen in der Lage gewesen, den harten Schicksalsschlägen erlegen war, — waren alle Juden reich" (Antisem. Jahrbuch für 1901, Seite 15). Hier wird also die Bestechung als systematisches Mittel der jüdischen Nationalverteidigung durch einen Juden bestätigt. Von ihrer Anwendung auf die Päpste berichtet der von den Juden hoch gefeierte jüdische Geschichtsschreiber Grätz in seiner Geschichte der Juden unter anderem folgendes: Bel Sixtus FW*) soll „für Geld alles, Gutes wie Böses, zu erlangen gewesen" sein (Grätz, 3. Ausl. VIII, 286). Demgemäß wird an verschiedenen Stellen erzählt, wie die beschwerdeführenden Juden „nicht mit leeren Händen" gekommen waren (S. 296), wie die schlecht getauften Scheinchristen unter ihnen „für klingende Münze Absolution erhielten" (S. 299) und wie bekannt war, daß der Papst „sich von den Geldanerbietungen der Neuchristen (d. h. Juden) habe bestimmen lassen" (S. 300), als er eine Bulle zu ihren Gunsten gegen die spanische Inquisition erließ. — Von Alexander VI.**) sagt Grätz (Band VHI): Die schlecht getauften portugiesischen Scheinchristen jüdischer Herkunft „gaben die Hoffnung nicht auf, durch Schritte am päpstlichen Hofe ihre gewaltsame Bekehrung rückgängig machen zu können, zumal es jedermann in Europa bekannt war, daß der Papst Alexander VI. und sein dem Scheusale ähnliches Kardinalkollegium für Geld zu allem zu bewegen waren." Ihre Abgeordneten „vergaßen natürlich den Beutel mit Geld nicht" (S. 384, 385). Unter den von den Juden nach Grätz' Behauptung erkauften Päpsten finden wir nun auch Jnnocenz IV., Martin V. und Paul III., die Kronzeugen des Judentums gegen die Blutbeschuldigung. Wie Jnnocenz IV. oben angeführte Bullen zustande gekommen sind, schildert Gr. so: „Die seit einem Jahrzehnt so häufig vorgekommenen Judenmetzeleien in Deutschland und Frankreich, meistens unter dem nichtigen Vorwände des Christenkindermordes, bewogen die deutschen und französischen Gemeinden, sich an den Papst *) Bensemer, Antis. Jahrh. f. 190J, S. 21. **) Ebendort S. 29, Anm. 57. 3