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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Päpste und Judentum. · p. Seite 34

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Päpste und Judentum.
Date
1903-01-01
Page
Seite 34 (sequence 4)
Language
German
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34 Jnnocenz IV. um Schutz zu wenden und ihm auseinanderzusetzen, wie alle Anschuldigungen gegen sie: daß sie Menschenblut und Menschenherzen genössen, eine lügenhafte Erfindung seien, lediglich erdacht, um Gelegenheit zum Morden und Plündern zu haben. Jnnocenz lebte damals halb im Exile in Lyon, wohin ihn sein Streit mit dem Kaiser Friedrich II. gebracht hatte. Er ging auf das Gesuch der Juden ein, sei es, daß es ihm in der Spannung mit fast allen weltlichen Mächten notwendig schien, gerecht zu scheinen, oder daß die Juden ihm Mittel in Fülle geliefert hatten, nach denen er so sehr geizte, um seine erbitterten Gegner zu besiegen. Auf seine Geldgier wurde nämlich eine beißende Satyre gedichtet, wie die Göttin Pecunia die Welt regiert; ihr verschließt die Kirche nie ihren Schoß, und der Papst öffnet ihr willig seine Arme. Jnnocenz IV. erließ nun von Lyon aus (5. Juli 1247) an die Kirchenfürsten von Frankreich und Deutschland eine Bulle, worin zu allererst offiziell die wiederholten unsinnigen und teuflischen Anschuldigungen gegen die Juden widerlegt werden." (2. Ausl. Band 7, S. 114, 118). So also sind die päpstlichen Zeugnisse, auf die sich die Juden noch heute berufen, vor 750 Jahren erkauft worden. — Von Martin V.*) heißt es (VIII, 126—129) „Die Delegierten wußten aber recht gut, daß mit leeren Händen bei der Kurie nichts auszurichten ist." .... „Als die von der italienischen Synode abgeordneten jüdischen Deputierten den nach so langer Spaltung allgemein anerkannten Papst um Schutz baten, gewährte er ihnen — um wer weiß welchen hohen Entgelt — eine päpstliche Bulle (Januar oder Februar 1419)." .... „Man konnte von ihm ohne klingende Münze nichts, mit solcher aber alles erlangen." — Paul III. und seine Umgebung werden also gekennzeichnet: Die jüdischen Scheinchristen in Portugal boten dem Papste dafür, daß er zu ihren Gunsten gegen die Inquisition einen Nuntius nach Lissabon entsenden sollte, „8—10 000 Dukaten und verpflichteten sich, dem Nuntius monatlich 250 Dukaten zu seiner Repräsentation zu geben." Der Papst erfüllte den Wunsch, mußte sich aber vom portugiesischen Gesandten „die gröbsten Schmähungen wegen Käuflichkeit der Kurie ins Gesicht schleudern" lassen (3. Ausl. IX. 275). Auf die Dauer wurde der Papst des Kampfes mit Portugal müde, „so sehr er auch die bedeutenden Summen brauchte, welche die Marranen (jüdischen Scheinchristen) an ihn spendeten" (S. 282). Nur bei Gregor X. berichtet Grätz nichts über erfolgte Bestechungen. Er widmet ihm überhaupt nur drei Zeilen. Gerade aber Gregors Bulle zeigt in ihrer übertriebenen Judenfreundlichkeit ganz deutlich, wie schon oben nachgewiesen worden ist, daß sie durch jüdischen Einfluß eingegeben wurde. Wir können es ganz dahingestellt sein lassen, ob der von Grätz gegen die Päpste erhobene Vorwurf der Käuflichkeit berechtigt ist oder nicht; denn das ist klar, daß die Juden in demselben Augenblick, wo sie diesen Vorwurf erheben ließen, das Recht verwirkten, sich noch fernerhin auf judenfreundliche Kundgebungen der Päpste zu berufen: Zeugen, deren Unbestechlichkeit von ihren eigenen Schützlingen angezweifelt wird, verlieren den Anspruch auf Glaubwürdigkeit. Die Juden werden sehr bald aufhören, sich auf die päpstlichen Bullen zu berufen, wenn man ihnen überall das Bild entgegenhält, das sie selbst von ihren Beschützern gezeichnet haben. Das Urteil von Grätz über die Päpste, die unvorsichtig genug gewesen sind, für die Juden einzutreten, enthält eine dringende Warnung für die Großen unserer Zeit. Möchten diese doch begreifen lernen, daß das ihnen unter den mannigfaltigsten und oft scheinbar harmlosesten Formen, z. B. zu Wohlthätigkeits- *) Bensemer, a. a. O., S. 17.

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