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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Der Konitzer Mord. · p. Seite 197

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Der Konitzer Mord.
Date
1901-01-01
Page
Seite 197 (sequence 36)
Language
German
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197 An anderen Stellen wird dem Gebote der Menschlichkeit so viel nachgegeben, daß die Erstgeburt von Menschen und — Eseln losgekauft werden darf, während sie bei allen übrigen Haustieren geopfert werden muß (2. Mose 13, 12). Auch die Beschneidung ist nichts weiter als eine Ablösung des Kindesopfers und ein Ritus, mit dem der furchtbare Jehovah vertragsmäßig abgefunden wird. Gerson, der erstgeborene Sohn des Moses, war unbeschnitten, — weil die Israeliten in Aegypten die Sitte vernachlässigten oder wegen seiner Geburt in Midian — da kam ihm, heißt es 2. Mose, IV, 24, der Herr entgegen und wollte ihn töten, das war sein Recht. Aber Zipora, die Mutter Gersons, nahm schnell einen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut und umklammerte die Knie des Gottes und sprach: „Tu bist mir ein Blutbräutigam." D. h. diese Blutstropfen sind das Lösegeld, mit dem ich das Leben des Sohnes erkaufe. Und wie geht es bei der heutigen Beschneidung zu: Nachdem dieselbe ausgeführt ist, fließt das Blut reichlich, der Mohel (Beschneider) saugt es zwei bis dreimal mit dem Munde auf und wirft es in ein mit kauscherem Wein gefülltes Glas, segnet dann den blutgefärbten Wein ein, benetzt damit die Lippen des Knäbleins und wiederholt dabei die Worte, des Herrn aus dem Propheten Ezechiel XVI, 6: „Ich aber ging vor Dir über, und sähe Dich in Deinem Blute liegen, und sprach zu Dir, da Du so in Deinem Blute lägest: Du sollst leben." Das abgeschnittene Häutchen aber, ° das der Mohel auf einen Teller mit Erde gelegt hat, wird, ein sehr beachtenswerter Umstand, auf den Friedhof getragen und begraben. Das macht alles den Eindruck, als wenn auch der Jahve-Kultus ursprünglich die Opferung der menschlichen Erstgeburt gefordert und sich erst allmählich davon befreit hat. Denn Unsitten wie diese würden die Juden doch nicht lediglich aus Nachahmungstrieb von anderen Völkern angenommen haben: Sie müssen ihren eigenen Gewohnheiten entsprochen haben. — Daß mindestens die Erinnerung an das Menschenopfer, an die Opferung und den Genuß von Menschenblut zu Jesu Zeit noch lebendig war, beweisen die Vorgänge bei Einsetzung des Abendmahls. Christus muß hier an vorhandene Vorstellungen angeknüpft haben. Das beweist der Umstand, daß seine Jünger die Einsetzungsworte: „Nehmet hin und esset und trinket davon; das ist mein Leib und mein Blut" nach allen vorliegenden Berichten ruhig Hinnahmen. Diese Worte hätten sie aber in das höchste Erstaunen, ja in Schrecken setzen müssen, wenn die darin enthaltenen Vorstellungen ihnen nicht geläufig gewesen wären. Sie waren gewohnt, was ihr Meister ihnen sagte, wörtlich zu nehmen. Keiner von ihnen hatte aber etwas einzuwenden und sie waren doch sonst in Fragen gewiß nicht faul. Warum sollten diese angeborenen semitischen Neigungen nicht auch in einzelnen Juden unserer Zeit noch fortwirken und eine Sekte, an denen der Semitismus ja so überreich ist, in fanatischem Eifer zu der Vorstellung veranlassen, daß zu ihren religiösen Gebräuchen nicht das Blut eines Tieres sondern eines, wie wir oben gesehen haben, nach dem Talmud dem Rinde gleichwertigen Andersgläubigen verwandt werden müßte? Wie weit verbreitet der Blutaberglaube bei der ganzen Menschheit auch heute noch ist, beweist ja auf jeder Seite das zu Gunsten der Juden geschriebene Buch des Professors Strack; und daß daher ein Teil der Juden die Entsühnung durch das Opfer eines Andersgläubigen der durch das Opfer eines Tieres vorziehen sollte, ist bei ihrem fanatischen Haß gegen Jesus, seine Lehre und deren Anhänger keineswegs unwahrscheinlich. Eine große Reihe eigenartiger Mordthaten, wie wir sie in Sturz, Xanten, Polna und Wilna gesehen haben, spricht ohnehin für das Vorhandensein einer solchen Uebung bei gewissen fanatischen streng-

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