Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Der Konitzer Mord.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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194 ist und mit ihm zugleich der jüdische Fleischer Baehr aus Siegers, obwohl letzterer ganz bedeutende ausstehende Forderungen zurückließ, die jetzt von einem jüdischen Uhrmacher in Landeck eingezogen worden. Wir sind am Ende unserer Ermittelungen, so weit sie aus den öffentlichen Verhandlungen zu entnehmen waren, angelangt und dabei zu dem überraschenden Resultat, gekommen, auf Grund einwandfreier, eidlicher Aussagen die Thäter, die Mithelfer und Mitwisser sowie den Thatort und den Beweggrund der That bezeichnen zu können. Es ist aber nicht unsere Sache, hier gegen bestimmte Personen Anklage zu erheben, dazu sind die zuständigen Behörden da, diese Abhandlung soll nur der Aufklärung dienen und deshalb müssen wir uns auch noch näher mit den Beweggründen der That beschäftigen. Es ist so viel aus Anlaß dieses Falles über einen Ritualmord geschrieben und gesprochen worden, ohne daß sich vielleicht irgend jemand darüber klar geworden wäre, was es eigentlich heißt, einen Ritualmord zu begehen, welche Unsumme von Roheit und Fanatismus dazu gehört, aber auch welch ein heroischer Idealismus einer solchen That heutzutage zu Grunde liegen muß. Es gilt ein Durchbrechen der Anschauungen des jetzigen Jahrhunderts, ein trotziges Auflehnen gegen die heutige Gesellschaftsordnung ohne Rücksicht auf alle moralischen und physischen Folgen, ohne jeden persönlichen Vorteil nur einem religiösen Aberglauben, einem idealen Phantom zu Liebe. Ist aber das heutige Judentum, wie es hier unter uns lebt, einer solchen idealen Auffassung und Handlungsweise überhaupt fähig? Dieses Volk, dessen krasser Realismus, dessen Habgier, dessen Wucher- und Schachergeist so .sprüchwörtlich geworden ist, sollte fähig sein, nicht in einzelnen Individuen, sondern als Ganzes, sich in Verfolgung seiner religiösen Ideale so rücksichtslos dem Hasse, der Rache und der Notwehr der ganzen gesitteten Welt auszusetzen, ohne daß dabei irgend welche materiellen Interessen mitsprechen sollten? Niemals! Einen solchen Idealismus dem heutigen jüdischen Volke zuzutrauen, hieße denn doch dasselbe viel zu hoch bewerten. Aber gerade die Erklärung, die Alex Prinz für die That giebt, entspricht so ganz dem jüdischen Geiste. Blut, rituell gewonnenes Menschenblut, wird von irgend einer jüdischen Gemeinschaft gebraucht, diese Leute sind aber selbst zu feige, sich dasselbe zu verschaffen und machen sich nun die angeborene Habgier ihrer Stammesgen offen zu nutze, indem sie einen hohen Preis dafür bezahlen. Nicht religiöser Fanatismus, sondern krasseste Habgier führt daher den Thätern das Messer, daß dabei noch etwas religiöser Kultus mit unterläuft, erleichtert nur das Geschäst und verschafft ein ruhiges Gewissen. Wir waren bei unseren Betrachtungen dahin gelangt, den Mord nach seinen Beweggründen zu unterscheiden. Nach dem Vorstehenden müssen wir nun den vorliegenden Fall bezüglich der eigentlichen Thäter für einen Mord aus Eigennutz und bezüglich der Anstifter für einen Mord aus idealen Gründen halten. Die Frage nach den idealen Gründen müssen wir hier zum Schluffe noch aufwerfen und erörtern, um uns für die Bekundung eine Erklärung zu verschaffen, daß Menschenblut von Personen' zu irgend welchen religiösen Zwecken gebraucht wird und daher die Beschaffung desselben Gegenstand eines Gelderwerbes werden kann. Da in dem vorliegenden Falle allein nur die christliche und die jüdische Religion in Betracht gezogen werden können, so müssen wir uns zunächst die Frage beantworten: