Mannheim
Compact Memory

Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Der Konitzer Mord. · p. Seite 191

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Der Konitzer Mord.
Date
1901-01-01
Page
Seite 191 (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9038025-9038028-423322--455-185424
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

191 Mittage, aber nicht der Kantor aus Tuche!. (St. 516). IV. Witwe Schiller. Der Alexander Prinz, genannt der dumme Alex, hat für mich immer Besorgungen gemacht und mir auch Wasser geholt. Derselbe ist gar nicht so dumm, wie er allgemein gehalten wird, derselbe handelt sehr gut und kann auch gut rechnen und schreiben. Am 13. März, ich weiß mich auf diesen Tag . zu besinnen, weil am Nachmittage die Leichenteile des Winter gefunden wurden, kam Alex des Morgens zu mir, um mir Wasser zu holen und sagte: „Frau Schiller, der Schlochauer Kantor hat dem Gymnasiasten Winter mit einem Schnitt den Hals abgeschnitten!" Ich fragte nun: „Allein?" Er erwiderte darauf, daß drei dabei gewesen wären; der Schlochauer, der Elbinger und der hiesige Kantor. Weiter hat Prinz mir erzählt, daß dies bei Lewy im Keller geschehen sei und daß viel Geld dafür bezahlt werden würde, denn das Blut sei jetzt sehr teuer und es kämen dafür mehr als 1000 Thaler ein. Das Blut würde überallhin verschickt und darauf käme dann das viele Geld ein. Ich habe Prinz dann vorgehalten, daß man unter solchen Umständen doch Blutspuren bemerken müsse, Prinz sagte aber, . das ist doch alles natürlich wieder sauber gemacht worden. Kurz nach der Verhaftung des Jsraelski machte Prinz mir hiervon Mitteilung und sagte: Der Jsraelski wird aber nichts ausgeben und wenn' man ihn zehn Jahre einsperrt. Ich redete nun dem Alex zu, die Sache anzuzeigen, er that es aber nicht und so erstattete ich die Anzeige. Alex soll halb tot geprügelt worden sein2) als man erfuhr, was er mir alles gesagt hat, auch verbot ihm seine Mutter, weiter zu mir hinzugehen. (St. 520. G. 256. B. T. 564). Witwe Fehtke. Alex Prinz kam eines Morgens zu mir in meine Stube und sagte, Winter Diese Aussagen zerfallen in fünf < zeichnet sind. In der ersten Gruppe handelt es gegen ihn ausgestoßene Drohungen. Es mehr oder weniger intim verkehrt hat, i: der Bekanntschaften aus der Tanzstunde, geselle ihn einmal angerempelt und ihm o ist ermordet worden. Frau Fehtke, sehen Sie so! dabei hat Prinz mit seiner Hand einen kreisrunden Schnitt um seinen Hals angedeutet: (St. 510. G. 256. B. T. 564). Klempnerfrau Sänger. Ich bin zugegen gewesen, als Alex. Prinz am Morgen des Tages, an dem des Nachmittags die Leichenteile des Winter aufgefunden wurden, zur Frau Schiller sagte, daß drei jüdische Kantors den Ernst Winter im Lewyschen Keller geschlachtet hätten. Wir hatten alle noch keine Kenntnis von dem Morde. Es ist mir daher gleich ausgefallen, daß Prinz schon am Vormittage von her Ermordung sprach, obwohl man erst am Nachmittage durch das Aufstnden der Leichenteile erfuhr, was mit Winter passiert sei. (St. 520. G. 256. B. T. 564). V. Schneiderin Katzke. Ich hatte mich am Abend des 17. März 1900 auf dem Heimwege, weil ich sehr müde war, auf einen Prellstein gesetzt. Während dieser Zeit hörte ich, wie zwei Männer miteinander sprachen. Dev eine hatte einen schwarzen Anzug an und trug eine schwarze Brille und einen schwarzen Bart, der andere hatte einen kleinen blonden Schnurrbart. Dev Schwarze sagte im Laufe des Gespräches zu dem anderen: „Sie haben etwas merken lassen, daß die Teufel so herumkramen." Der andere antwortete darauf: Es wird nichts herauskommen. Bei meiner schon am 21. März über diese Wahrnehmung erfolgten Vernehmung sind mir zwar drei Herren vorgestellt worden, von denen einer dem schwarzen Herrn ähnlich sah, aber genau konnte ich nichts sagen. Als ich ihn daun am Sonntage nochmals sah und ihn wegen seiner Ähnlichkeit nach seinem Namen fragte, erfuhr ich, daß es der hiesige Rabbiner vr. Kellermann sei. (St. 509, G. 252, B. T. 553.) Zruppen, wie sie schon äußerlich gekennsich um den Verkehr des Winter und um ist sestgestellt, daß er mit mehreren Mädchen t der Hauptsache als harmlose Fortsetzung es ist auch festgestellt, daß ein Fleischeruch gedroht hat. 2) Prinz sagt hierzu aus: Das ist richtig, der Händler Studinski hat mich damals in der Syna» goge verkloppt, und gicbt ferner auch zu, daß er im Aufträge des früheren Rabbiners öfter dem religiösen Gebrauche dienende Gegenstände zur Synagoge getragen habe. St. 520. G. 256. B. T. 564.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.