Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Der Konitzer Mord.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 183 V. Bezüglich -es Abdeckers Jsraelski?) Abdecker Jsraelski. . Um 9 Uhr vormittags ging ich am 13. April 1900 (Charfreitag) von meiner Wohnung — ohne Sack — nach dem Marktplätze und begab mich dann vom Markt durch die Mühlenstraße nach der Kneipe von Stolpmann, wo ich einen Schnaps trank, ging dann wieder auf den Marktplatz und in die Danzigerstraße und von dort in meine Wohnung, wo ich um 10 Uhr ankam. Ich blieb zu Hause bis 11 Uhr. Kurz nach 11 Uhr ging ich wieder hinaus auf den Markt Die Ehefrau des Jsraelski ist nur uneidlich vernommen?) und kehrte nach einiger Zeit in meine Wohnung zurück, wo ich mit meiner Familie das Mittagessen einnahm. Nach dem Mittagessen ging ich dann wieder aus. Es ist sehr wohl möglich', daß ich am 12 und 15. März er. des Morgens in der Nähe des evangelischen Kirchhofes gesehen worden bin, dort befindet fich aber auch der Lumpenspeicher und ist meine Anwesenheit dort infolge meines Lumpenhandels wohl erklärlich. (Z. Fall Jsraelski. St. 516. G. 253. B. T. 559.) Gastwirtsfrau Marie Stolpmann. Jsraelski ist am Charfreitage nicht bei uns in unserem Lokale gewesen. Er hatte nach Bekanntwerden des Mordes auffallenderweise ein eigentümliches Wesen an den-Tag gelegt, das früher nicht an ihm wahrzunehmen war. Auf meine wiederholten Fragen, was ihm wäre, sagte er, er hätte Aerger. Andere Gäste meinten, er wisse um den Mord; wenn ich ihn danach fragte, sagte er mir: Lassen' Sie mich damit doch in Ruhe. Am Gründonnerstag war Jsraelski das letzte Mal in unserem Lokale, er war damals in sehr gedrückter Stimmung. Er war immer sehr nach dem Verdienst. Sein unlauterer Charakter kam oft zum Durchbruch: für ein paar Groschen ließ er sich alles gefallen. Es war mir auch aufgefallen, daß er öfter weinte; er war überhaupt sehr niedergeschlagen und aufgeregt, als ob er etwas auf dem Gewissen hatte. (Z. Fall Jsraelski). Gastwirt Stolpmann. Ich habe Jsraelski am Mittwoch zum letzten Male in meinem Lokale gesehen. tZ. Fall Jsraelski). Gastwirtin Przyworski. Gelegentlich eines diesbezüglichen Gespräches hat Jsraelski zu mir gesagt, den Kopf werden sie nicht finden, es sind nicht einer, nicht zwei dabei gewesen,' sondern vier haben es gemacht. (3- Fall Jsraelski). Wir sehen, daß auch Jsraelski der Alibibeweis nicht geglückt ist, da die Gastwirtseheleute Stolpmann entschieden in Abrede stellen, daß Jsraelski am Charfreitage vormittags in ihrem Lokale gewesen sei. Die Bekundungen des Botenmeisters Fiedler stimmen in der Zeit zwar nicht mit den Aussagen der Zeugen Zeutner und Richert überein, doch kann hier ein erklärlicher Irrtum des Fiedler vorliegen, da er nach eigener Angabe die von ihm bekundete Zeit nur schätzungsweise festgestellt hat?) Die Erklärung, die Jsraelski für seinen Aufenthalt am 12. und 15. März er. in der Nähe des evangelischen Kirchhofes giebt, würde nicht von der Hand zu weisen sein, wenn' er auch beweisen könnte, daß er nur im Lumpenspeicher zu thun gehabt und nur Lumpen in seinem Sacke gehabt hätte, auch ist das Leumundszeugnis des Jsraelski ein höchst ungünstiges, denn es bekundet: Bürgermeister Deditius. Jsraelski hat bei seiner polizeilichen Vernehmung mir gegenüber stets ausweichende und unwahre Antworten gegeben; er zeigte überhaupt ein zerfahrenes Wesen. Jsraelski ist auf der Liste der Trunkenbolde. Vor einiger Zeit war er in derselben gestrichen worden, auf Antrag seiner Ehefrau wurde er aber wieder als öffentlicher Säufer erklärt. (Z. F. Jsraelski). *) Für Jsraelski kommt der Morgen des 12. März 1900, der Morgen des 15. März und der Vormittag des 13. April in Frage. . 2) Dieselbe sagte aus: Mein Ehemann ging am Charfreitag gegen 6V2 Uhr in den Tempel und kam um * 2 3/48 Uhr mit der Zeitung zurück, mir tranken gemeinsam Kaffee, dann ging er, wie er selbst sagte, auf den Markt. Als er zurückkam, sagte der Kantor Fuchs, der sich bei uns aufhielt, es sei IO Uhr. Mein Mann ging an dem genannten Vormittage noch einige Male fort, kam aber stets bald wieder zurück. Um die Mittagszeit war er zu Hause. (Z. Fall Jsraelski). 3) Zeutner und Richert können aber auch eine ganz fremde Person gesehen haben.