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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Der Konitzer Mord. · p. Seite 181

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Der Konitzer Mord.
Date
1901-01-01
Page
Seite 181 (sequence 20)
Language
German
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181 IV. Bezüglich der Helene Lewh.1) Helene Lewy. Ich bin bis V29 Uhr abends bei den Händler Lindenstraußschen Eheleuten gewesen, die nach Konarczyn zum Ablaß gefahren waren. Dann bin ich zu Lewys gegangen, um meine Mutier abzuholen. Ich trat von der Straße aus in das Lewysche Haus ein, wo ich noch Frau Roß antraf. Von dem Hofe her und mit. einer Laterne in der Hand bin ich nicht in das Lewysche Haus gekommen. (G. 250. B. T. 549.» Frau Pauline Lewy (Ehefrau des Adolf Lewy). Am Mordtage des Abends kam meine Schwägerin zu mir.und bat mich, ihr einen Brief zu schreiben, was ich auch that. Mein Mann war während dieser Zeit abwesend. Meine Schwägerin mag stch etwa um 9 Uhr wieder entfernt haben. Auch die Angeklagte Roß war am Sonn- Die Zeugin Frau Roß ist wegen Meineides in der Strafsache Maslof und Genossen bestraft. 2) Handelsmann Lindenstrauß. Ich bin so etwa zwischen 8 und 9 Uhr am Mordtage aus Konarczyn nach Hause gekommen. In meiner Wohnung habe ich die Helene Lewy noch vorgefunden, welche auch erst weggegangen ist, nachdem wir Abendbrot gegessen hatten. B. T. 551. G. 251. Handelsfrau Lindenstrauß. Als ich mit meinem Ehemann am Mordtage gegen 8 Uhr abends aus Konarczyn zurückgekommen war, haben wir mit der Helene Lewy zusammen Abendbrot gegessen. Ich sah dann mach der Diese Aussagen sind in keiner Aussagen in Einklang zu bringen. Die Ehefrau des Adolf Lewy sagt aus, daß ihr Ehemann bei dem Besuche der Lappen-Lewy nicht zu Hause war. Adolf Lewy will aber zwischen 7 und 9 Uhr zu Hause gewesen sein und hat weder dieLappen-Lewy noch die Roß gesehen, Hugo und Moritz Lewy haben zwischen 8 und 9 Uhr Abendbrot mit der ganzen Familie, also auch mit Vater und Mutter zusammen gegessen, die Lappen-Lewy kann also nicht in dieser Zeit im Hause gewesen sein, sonst hätte die Mutter die Unwahrheit beschworen, als sie aussagte, daß Adolf tag, den 11. März 1900, einmal da, wie lange, weiß ich nicht mehr. Helene Lewy kam etwa um '9 Uhr abends und holte ihre Mutter ab, ob Frau Roß zu dieser Zeit noch bei mir war, weiß ich nicht. Meine Schwägerin war etwa eine Stunde bei mir. (23. T. 549. St. 506.) Zeugin Lewy (Lappen-Lewy, Mutter der Helene Lewy). Ich bin am Mordsonntage des Abends bei meiner Schwägerin gewesen, um mir von derselben einen Brief schreiben zu lassen. Später ist dann Frau Roß auch hingekommen, um mit meiner Schwägerin wegen eines Dienstmädchens zu verhandeln. Meine Tochter Helene hat mich um 9 Uhr abgeholt, sie kam von der Straße her und nicht vom Hofe, hatte auch kein Licht in der Hand. (G. 250. B. T. 549.) Uhr und sagte: „Helene, geh' jetzt, es ist gleich 9 Uhr und hole Deine alte Mutter von Tante ab". (G. 251. B. T. 551.) Arbeiterfrau Prill. Am 11. März abends etwa in der achten Stunde besuchte ich die Frau Roß. Diese erzählte wir, sie komme soeben von Lewys zurück, wohin sie bestellt worden war, um der Frau Lewy eine Aufwärterin zu besorgen. Ich blieb etwa drei Stunden bei der Frau Roß, dieselbe hat mir nicht erzählt, daß sie bei Lewy etwas Auffälliges wahrgenommen hätte, b) (B.T. 570.) Weise mit den anderen diesbezüglichen 0 Für Helene Levy kommt der Abend des II. März, der Morgen des 15. März 1900 (weibliche Fußspur am evangelischen Kirchhof) und der Abend des 10. April 1900 in Betracht. 2) Dieselbe sagte aus: Am Mordlage abends gegen 7 Uhr ging ich zur Frau Lewy, um wegen der Aufwärterin Rücksprache zu nehmen. Als ich in das Wohnzimmer trat, saß Frau Lewy am Tisch und schrieb einen Brief. Da ich außerdem bemerkte, daß die Lappen-Lewy zum Besuch war, so nahm ich an, daß ich stören würde, und um nicht lästig zu werden, ging ich wieder. Beim Hinausgehen traf ich mit der Helene Lewy zusammen, die mit einer Lampe in der Hand aus dem Keller kam und ganz erstaunt und verstört war, als sie mich sah. Ich bin etwa IO Minuten nach 7 Uhr wieder von Lewys fortgegangen. (G. 248. B. T. 585. St. 602.) 8) Die Wahrnehmungen wurden der Frau Roß ja auch erst durch das Bekanntwerden des Mordes und den sich aus die Lewys lenkenden Verdacht auffällig.

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