Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Der Konitzer Mord.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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180 möchte, was ich am 11. März 1900 geihan hätteO- (B, T. 553, St. .509.). Zeuge Posekale.. - Ich weiß bestimmt, daß Moritz Lewh wegen eines Kalbskaufes um 3 Uhr nachmittags am 11. Mürz 1900 bei mir gewesen ist. (G. 251, B. T. 551.) Husar Feddich. . Ich habe den Moritz Lewh in Dunkershagen im Gasthof Krause bemerkt,. wie er dort mit einem kleinen Mädchen hinkam und Rum und Zucker kaufte. Es war dies gegen 5 Uhr. Moritz Lewy^der sonst immer sehr lustig war, ist an jenem Sonntage sehr still gewesen. (G. 251, B. T. 551.) Arbeiter Ossowski. Am 11. März 1900 war Moritz Lewh bei mir in Dunkershagen, um ein Kalb zu kaufen. - (G. 250,- B. T- 551.» Arbeiterlochter Ossowski. Moritz Lewh war bei uns, um ein Kalb zu kaufen, und ging mit mir dann nach dem Restaurant Krause, wo er für meine Großmutter Rum kaufte, den er mir mitgab. (B. T. 551, G. 250.) Zeugin Elise Freitag. Moritz Lewh ist mit mir' nach 1I21 Uhr zusammengetroffen, ich kann nicht sagen, daß ich irgend etwas auffälliges an ihm wahrgenommen habe. Nach 8 Uhr kam er wieder zu mir und blieb bis 10 Uhr bei mir. (B. T. 549, St. 509.) Auch hier ist der Alibibeweis nur zum Teil geglückt, denn Moritz Lewh hat nur seinen Aufenthalt bis 5 Uhr nachmittags und mit Ausnahme eines kurzen Zusammentreffens mit der Freitag um x/27 Uhr, von 8 bis 10 Uhr abends Nachweisen können. Für den Aufenthalt in der anderen Zeit ist kein Nachweis geführt. III. Bezüglich des Hugo Lewy?) Hugo Lewh. Am Nachmittage des 11. März bin ich mit dem Pferde und Wagen weg gewesen und etwa gegen 7 bis 7^ Uhr abends zurückgekehrt. Im Dorfe Gronau nahm ich zwei Lehrlinge auf meinem Wagen mit nach Könitz. Vor Hoffmanns Gehöft stand ein dritter Lehrling, dem ich zurief: Du das kostet 3 Mark, Du hast die Sonntagsruhe nicht inne gehalten. Ich ging dann um 8* 2 3 4/4 Uhr ins Bett, da ich schon vor 5 Uhr morgens aufgestanden war. Ich habe mir mein Bett selbst aufgemacht, es ist möglich, daß ich dabei einen Stuhl umgeworfen habe, auch kann das von den Mädchen ehörte Geräusch davon hergerührt haben, atz ich beim Gebet meinen Stuhl gerückt habe. Ich habe die ganze Nacht hindurch fest geschlafen. (B. T. 549, G. 250.) . Hausbesitzer Fröhnke. Ich habe Hugo Lewh am 11. März nachmittags 3 Uhr in Neukirch3) getroffen; er sagte, daß er nach Gronau fahren wolle um Vieh zu kaufen. Ich habe nicht gemerkt, daß Hugo Lewh etwa aufgeregt war. (G. 250, B. T. 551.) Grenadier Zemke. Mein Onkel (Fröhnke) hat zur Vesperzeit am 11. März 1900 den Hugo Lewh in Neukirch angetroffen. (B. T. 549.) S.chneiderlehrling Haupt. Ich bin ‘ mit Hugo Lewh am 11. März 1900 von Gronaus zurückgefahren und 'sind wir. gegen 8 Uhr in Könitz eingetroffen. Vieh hat Lewh auf seinem Wagen nicht gehabt. Am nächsten Sonntag ist der alte Lewh zur mir gekommen und hat mich gefragt, ob ich derjenige sei, den sein Sohn vor acht Tagen mitgenommen habe, ich solle mir den Tag merken?) (B. T. 549. St. 506.) Schneiderlehrling Otto. Ich bin bereits auf der Polizei vernommen und habe mir daher das Datum gemerkt. Ich habe am Sonntag, den 11. März 1900, nachmittags in Gronau den Hugo Lewh getroffen und bin um etwa i/46 Uhr abends von dort mit ihm und dem Lehrling Haupt zurückgefahren. Mir ist nichts an Lewh aufgefallen. (B. T. 551.) Hiernach hat Hugo Lewh sein Alibi am Mordtage bis abends 8 Uhr zweifellos nachgewiesen, für die spätere Abend- oder Nachtzeit aber nicht. *) Der mangelhafte Alibibeweis des Adolf Lewy ist desto auffallender. 2) Für Hugo Lewy kommt, als Hausgenosse des Adolf und Moritz Lewy, der Nachmittag und Abend des 11. März 1900 in Betracht. 3) Neukirch liegt 4—5 Kilometer von Könitz ab. 4) Gronau liegt von Könitz etwa 20—22 Kilometer ab. 3) Für sich hat Adolf Lewy keine Alibizeugen derartig festlegen können.