Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Der Konitzer Mord.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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179 zu revidieren, nach 11 Uhr aber keinesfalls. Es ist nicht richtig, daß ich am 3. oder 6. April auf dem Felde, in der Nähe der späteren Fundstelle des Kopfes spazieren gegangen bin, der Maurermeister Herrmann muß sich irren. Ich erinnere mich nicht, am Grün-Donnerstag früh mit einem Mantel durch die Poststallstratze gegangen zu sein. (B. T. 549. G. 251.) . Gastwirt Falkenberg. Adolf Lewy hat sehr oft bei mir verkehrt, ob er am 11. März bei mir war, weiß ich nicht mehr, aber es ist schon anzunehmen. (B. T. 549. G. 250.) Fettviehhändlerfrau Joseph. Ich war am 11. März bei Falkenberg und wurde ich um 10 Uhr abends beim Nachhausegehen vom alten Lewy begleitet. Als wir an . seinem Hause vorbeigingen, haben wir nichts auffälliges bemerkt, ebensowenig kann ich sagen, ob in dem Keller von Lewy oder beim Nachbar Anger Licht war. Ich weiß mich daher auf diesen Tag so genau zu besinnen, weil gleich nach dem Morde so viel Gerüchte herumschwebten, daß sich jeder darauf besann, was am Sonntag pasfiertwar. (B.T.549,551. @.250,251.) . Zeuge Aronheim. Ich glaube, daß ich am 11. März den Adolf Lewy bei Falkenberg gesehen habe, kann dies aber heute infolge der langen Zeit nicht mehr genau sagen. (B. T. 551. G. 250.) Spediteur Mendorf. Lewy ist sehr oft bei Falkenberg gewesen, ob auch am fraglichen Sonntage, weiß ich nicht. (B. T. 551. G. 250.) Kaufmann Jaks. Ich bin fast immer am Sonntage bei Falkenberg und habe dort fast stets Lewy getroffen, ob auch am 11. März 1900, weiß ich nicht. (B. T. 551. G. 250.) Kaufmann Louis Engel. Ich habe Lewy öfter bei Falkenberg getroffen, ob an diesem Tage, weiß ich nicht. (B. T. 551. G. 251.) Kaufmann Braun. Ich bin am 11. März auswärts gewesen und erst um V29 zurückgekommen. Ich habe Lewy öfter bei Falkenberg gesehen, ob auch am 11. März, weiß ich nicht. (B. T. 551.) Der Alibibeweis für den Nachmittag des 11. März 1900 muß hiernach als nicht gelungen angesehen werden, erwiesen ist nur, daß Adolf Lewy gegen 10 Uhr abends Frau Joseph nach Hause gebracht hat. Es ist sehr auffällig, daß Lewy nicht die Personen nennen kann, mit denen er Karten gespielt hat, und daß auch keinen der Gäste bestimmt bekunden kann, ihn an dem fraglichen Nachmittage bei Falkenberg gesehen zu haben. Ein mangelhaftes Erinnerungsvermögen infolge der Länge den Zeit kann unmöglich vorliegen. Hierfür ist die Bekundung der Fettviehhändlerfrau Joseph charakteristisch, auch werden wir aus den noch später anzuführenden Aussagen ersehen, daß Lewy. gleich nach dem Morde seine Söhne aufgesordert hat, sich genau zu merken, mit-wem sie am Markttage zusammen gewesen wären und er sichdieserhalb auch selbst mit Zeugen in Einvernehmen gesetzt hat. II. Bezüglich -es Moritz Lewh?) Moritz Lewy. Früh am 11. März habe ich das Pferd, das mein Vater besitzt, besorgt, dann habe ich eine Kuh aus Frankenhagen abgenommen; später bin ich zum Barbier gegangen, habe Mittag gegessen und dann in der Stadt von den Kunden Geld eingezogen. Nachher bin ich nach Duntershagen^) gegangen und bin schließlich in das Krausesche Restaurant gekommen. Später gegen 7 Uhr bin ich zurückgekommen und habe Fräulein Freitag aufgesucht. Dann bin ich zu Hause gewesen, wartete auf meinen Bruder undhalf ihm ausspannen, worauf wir gemeinsam Abendbrot gegessen haben. Nach dem Abendbrot ging ich nochmals zn Fräulein Freitag und kehrte von ihr erft gegen V21l Uhr abends znrück. Als ich nach Hause kam, sah ich noch nach, ob alle Thüren verschlossen seien und ging dann zu Bett. Als nach einigen Tagen die Leute davon sprachen, daß die Juden den Winter ermordet hätten, hat mich mein Vater noch darauf aufmerksam gemacht, daß ich mir genau alles merken. J) Für Moritz Lewy kommt der Nachmittag und Abend des 11. März 1900 in Betracht. Derselbeist inzwischen, weil er seine Bekanntschaft mit Winter ableugnete, wegen Meineides mit vier Jahren. Zuchthaus bestraft worden. (16. 2. 01). -) Dunkershagen liegt etwa 3 Kilometer von Könitz ab. 10*