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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Der Konitzer Mord. · p. Seite 172

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Der Konitzer Mord.
Date
1901-01-01
Page
Seite 172 (sequence 11)
Language
German
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172 B. Die Fortschaffung des Armes betreffend Gärtner Sch ülke-Konitz. Am 12. März 1900 Morgens um 7 Uhr, ich wußte noch nichts von dem Verschwinden Winters, begegnete ich den beiden jüdischen Händlern Studinski und Jsraelski an den Kirchhöfen in der Nähe der Straße nach Hohehöfe. Zuerst ging Jsraelski, dann folgte Studinski, beide trugen einen gefüllten Sack, der vollständig blutig' war. Ich nahm an, daß die beiden Pferdefleisch in jenen Säcken hätten, da Jsraelski doch früher Abdecker war. Die beiden gingen verstohlen weiter, ich sah ihnen noch nach, sie gingen die Bahnhofstraße hinaus. (Q. Fall Jsraelski.) Bahnarbeiter Dühring-Konitz. Eines Morgens nach dem 1l. März vor 6 Uhr ging ich in die Schankwirtschast von Przyworski. vor mir her ging Jsraelski, er trug ein Packet in'Leinwand unterm Arm, das annähernd die Form eines länglichen Brotes hatte. Frau Przyworski fragte mich: „War das nicht Jsraelski, der macht ja so lange Schritte?" Frau Przyworski war damals gerade mit dem Oeffnen des Lokales beschäftigt. Abends hörte ich danll, daß auf dem Kirchhofe ein Arm Winters gefunden sei. (Z. Fall Jsraelski. G. 254, B. T. 560.) Briefträger Tomasik-Konitz. Zwischen 74 und 726 Uhr frühmorgens sah ich ebenfalls den Jsraelski auf der von seiner Wohnung nach dem Marktplatze führenden Straße (zwischen Geleniewski und Hötel Kuhn). Er ging vor mir her und trug einen Gegenstand in Sackleinwand gepackt. (Z. Fall Jsraelski.) Zeugin Frau Striebing-Konitz. Ich ging am 15. März 1900 um 5% Uhr früh aus. Als ich durch die Danzigerstraße ging, sah ich Jsraelski dort mit einem Sacke gehen. Es ist dies der nächste Weg . vom Lewyschen Hause zum evangelischen Kirchhofe. Jsraelski trug einen Sack unter dem Arme, der Sack war anscheinend leer. Es ging noch ein Mann mit Jsraelski. Als ich hörte, daß der Arm auf dem Kirchhofe gefunden worden sei, habe ich gesagt: Hat etwa Jsraelski den Arm hingetragen? (G. 219, B. T. 548.) 0. Die Fortfchaffung der Rumbfteile und die Feststellung des Thatortes betreffend. a. Bernhard Maslof: „Anfangs Januar bin ich hierher gezogen und habeauf . Hohenhöfen Wohnung genommen. Jetzt wohne ich in der PoststaÜstraße in einem Hause zusammen mit meiner Schwiegermutter Roß und meinem Schwager Berg. Bis zum März war ich noch ziemlich unbekannt in Könitz. Ungefähr acht Tage vor dem Mordtage bin ich auf dem Wege nach der Gasanstalt durch die Mauerstraße nach der Rähmstraße gegangen.- Durch einen offenen Thorweg sah ich links von demselben in einer Remise Fleisch hängen. Ich dachte bei mir: Ein schönes Stück Fleisch; dort später einmal einen Diebstahl zu begehen, daran habe ich damals nicht gedacht. Am Sonntage, den 11. März, ungefähr 10 Uhr abends, ging ich von der Wohnung meines Schwagers Berg allein nach Hause. In der Danzigerstraße verlor ich den Pfropfen von meinem Schnupftabacksglase. Ich bückte mich danach, es war gerade vor einem Kellersenster; ich hörte in dem Keller mehrere Stimmen, konnte jedoch nichts verstehen, auch nicht in den Keller hineinsehen, weil es vollständig dunkel war und das Fenster mir verhängt schien. Ich ging bis zum nächsten Fenster desselben Hauses. Auch durch dieses hörte ich Stimmen; dieses war unverhängt. . Durch dieses drang ein matter Lichtschein. Der Schein war nicht gleichmäßig. Ich horchte, an diesem erleuchteten Fenster ein paar Minuten; das Gespräch wurde im Keller weitergeführt; ich glaubte vielleicht aus der Hinterstraße mehr hören zu können und ging aus Neugierde nach derselben. Eine Diebstahlsabsicht hatte ich noch nicht, ich wußte auch nicht, daß das fragliche Haus zu dem Hof gehörte, auf welchem ich vor ungefähr acht Tagen hatte Fleisch hängen sehen. Es war schönes Wetter und Mondschein. Ich bogbei Hoffmann in die Mauerstraße ein und horchte an den einzelnen Thorflügeln. Dort, wo ich hinter dem Thorflügel Stimmen hörte, kniete ich mich auf die Erde hin und horchte. Ich hörte die Stimmen vieler Leute, dazwischen auch einen röchelnden Ton. Das Röcheln erklärte ich mir in der Weise, daß jemand Atembeschwerden haben müsse. Ob das Röcheln von einem Menschen oder von Schafen bezw. anderen Tieren hergerührt hat, kann ich nicht sagen. Jedenfalls war es ein gurgelnder

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