Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Der Konitzer Mord.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9038025-9038028-423322--435-185404- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
171 — einen längeren Sack über die Schulter gehängt; in der linken unteren Hälfte des Sackes markierte sich scharf ein runder Gegenstand ab, die rechte Seite war leer. Ich hatte mir vorläufig nichts dabei gedacht. Kurz nach 11V2 Uhr ging ich nach Verrichtung meiner dienstlichen.Obliegenheiten wieder vom Gerichtsgebäude herunter und blieb an derselben Ecke am Gerichtsgebäüde an der Straße stehen. Da sah ich, wie der Angeklagte von der Schützenstraße herauf wieder in die Mühlenstraße einbog. Seine Stiefel waren bis obenhin mit Schmutz bedeckt, so, als ob er direkt im Schmutze gegangen wäre. Auf dem Hinwege hatte er reine Stiefel. Als der Kopf gefunden wurde, da fiel mir Jsraelski und die Nebenumstände ein. Jsraelski hatte damals seinen mir bekannten Ueberzieher an. Ich bemerke, daß ich nicht die Uhr gerade die von mir benannten Zeiten habe schlagen hören, meine diesbezüglichen Angaben beruhen auf Schätzung. (Z. Fall Jsraelski. B. T. 559. G. 253). Bierverleger Kock-Konitz. Am Charfreitage kurz vor 10 Uhr begegnete ich dem Jsraelski, als er vom Mönchanger her durch die Schulenstraße nach dem Marktplatze zu ging. Er trug einen Sack, in dem etwas drin war. Daß er möglicherweise Leichenteile verschleppt haben sollte, darauf bin ich erst später gekommen. (8- Fall Jsraelski. G. 253). Tischler Maschewski-Konitz. Ich kenne den Händler Jsraelski genau. Am Charfreitage begegnete ich ihm gegen 12 Uhr mittags in der Mühlenstraße, er ging nach dem Marktplatze zu, ich grüßte ihn, er erwiderte nicht meinen Gruß. Ob Jsraelski schmutzige Stiefel angehabt, habe ich nicht besonders bemerkt. (3- Fall Jsraelski.) Schützenhauswirtin Weynorowski aus Könitz. Am Charfreitage sah ich etwa so in der zehnten Stunde vom Fenster des Schützenhauses aus einen kleinen untersetzten, breitschultrigen Mann, der einen langen Sack über der Schulter trug, dessen unteres Ende ein kleines, rundes Packet bildete, das er unter dem Arme trug. Der Mann hinkte auf der linken Seite *). Ich konnte damals aber nicht genau erkennen, ob es Jsraelski war. Als die Nachricht von dem Kopffunde an uns gelangte, habe ich gleich gerufen: Ich habe den Mann gesehen, der ihn hinaustrug, er sah mir gerade so aus, wie derJsraelski. Ich kann jetzt aber weder sagen, daß er es war, noch daß er es nicht war. (G. 253, B. T. 559.) Förster Zentner. Am Anfänge des Stadtwaldes, gleich hinter dem Schützenhause, begegnete mir am Charfreitage kurz vor 10 Uhr ein Stromer. Derselbe trug im rechten Arm einen Gegenstand, der in einen Sack eingewickelt war. Als ich in die Kirche kam, der Gottesdienst fängt um 10 Uhr an, hatte derselbe noch nicht begonnen. Ob jener Mann Jsraelski gewesen ist, vermag ich nicht anzugeben. Meine Ehefrau ging damals etwa 200 Meter hinter mir, sie hat den Mann gar nicht gesehen. Ich schließe daraus, daß der Mann gleich hinter mir ins Stadtwäldchen abgebogen ist. (Z. Fall Jsraelski. B. T. 559, G. 253 ) Gärtner Richert aus Zandersöorf. Auf meinem Wege nach der Stadt zum Kirchgänge begegnete mir in der Nähe des Schützenhauses am Charfreitage ein Strolch,- derselbe sah aus wie ein Bettler. Er trug ein Bündel unter dem rechten Arm. Ich weiß nicht, ob es .Jsraelski war, ich erinnere mich nur, daß jener Mensch einen hinkenden Gang hatte. Ich ging schnell weiter, da es zu regnen begann. Als ich in Könitz auf dem Marktplatze ankam, war es genau 93/4 Uhr. (B. T. 559. Z. Fall Jsraelski. G. 253.) Besitzersohn Brückmann. Ich habe am Mittwoch vor Ostern abends nach 10 Uhr Helene Lewy die Danzigerstraße entlang gehen sehen, dieselbe trug unter ihrem Umschlagetuch einen runden Gegenstand, etwa in Kopfgröße. Mir fiel es auf. daß der alte Lewy etwa 20 Schritte hinter dem Mädchen herging. (G. 254, B. T. 560.) Maurermeister Herrmann - Könitz. Am 3. oder 6. April d. I.-) bin ich dem alten Lewy hinter dem Schützenhause in dcr Nähe der Fundstelle des Kopfes begegnet. Es fiel mir auf, daß Lewy zu 'dieser Zeit spazieren ging, da Könitz und seine Geschäftsleute vor einem Markttage standen. Nach dem Schlachthause kann Lewy damals nicht gegangen sein, dann hätte er auf der anderen Seite hinter der Wiese entlang gehen müssen. (G. 251, B. T. 552.) i) Jsraelski hinkt thatsächlich. -) Charfreitag war am 13. April 1900.