Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Der Konitzer Mord.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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169 Tanzstunden ist dies öfter vorgekommen. (B. T. 554). . Bäckermeister Lange-Konitz. Am 11. März 1900 aß Winter mit mir und meiner Familie zusammen Mittag. Uns war allen nichts auffälliges an ihm aufgefallen. Bald nach dem Essen ging der Ermordete im Ueberzieher und Hut fort nach dem Marktplätze zu, seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen. Abends erzählte mir meine. Frau, Ernst sei nicht zum Kaffee gewesen. Ich. glaubte, er hätte Kaffee bei einer befreundeten Familie Klavon getrunken, was schon einige Male der Fall war. Auch als der Ermordete nicht zum Abendessen erschien, nahmen wir an, er sei bei Klavons. Er hatte wohl manchmal. den Hausschlüssel verlangt, er war aber niemals lange über zehn Uhr ausgeblieben. Am nächsten Morgen sagte mir das Dienstmädchen, Winter sei nicht über Nacht zu Hause gewesen. Da er diesmal den Hausschlüssel nicht bei sich hatte,, glaubte ich, er habe nicht klopfen wollen, sei zu Klavons zurückgegangen und habe dort genächtigt. Um. acht Uhr war er noch immer nicht bei mir, er mußte doch seine Bücher holen. Jetzt wuvden wir unruhig. Wir schickten zu Klavons und ließen fragen, ob Ernst da sei. Dies wurde verneint, darauf telegraphierte ich an seine Eltern nach Prechlau: „Ernst verschwunden, Herkommen." Die Eltern trafen am Montag um acht Uhr abends mit einem Wagen hier ein. <Z. Fall Jsraelski). Seminarist Plath-Konitz. Am Mordtage nachmittags zwei Uhr habe ich den Ernst Winter mit zwei jungen Leuten, *) die ich für Gymnasiasten hielt und nicht kannte, gesehen. lZ. Fall Maslof. G. 249. B. T. 547). Fräulein Anna Streits-Konitz. Ich kannte den Ernst Winter. Am 11. März 1900 genau 4 Uhr nachmittags traf ich denselben mit noch zwei anderen jungen Leuten in der Danzigerstraße vor dem Höcherlbräu. Ich trat damals in ein Haus - hinein und traf später beim Herauskommen Winter zum zweiten Male. Jetzt war Winter nur noch in der Begleitung einer Person, von der ich annehme, daß sie der Sohn des Schuhmachers Boeck gewesen sei. (Z. Fall Maslof. G. 249. B. T. 547). Fräulein Hedwig Sohr-Konitz. Ich habe den Ermordeten schon früher in Prechlau kennen gelernt. Am 11. März 1900 bin ich dem Ernst Winter um 5l/2 Uhr unter dem Schlochauer Thor be^ gegnet. Ob derselbe damals allein oder in Begleitung anderer Personen gewesen ist, vermag ich nicht mit Bestimmtheit anzugeben. (Z. Fall Maslof. G. 249. B. T. 547.) .Oberlehrer Hofrichter-Neustadt, früher Könitz. Ich glaube ziemlich bestimmt Ernst Winter am 11. März 1900 in der Danzigerstraße mit zwei Begleitern gegen 5l/2 Uhr nachmittags spazierengehen gesehen zu haben. Er hatte ein auffallend gerötetes Gesicht, so daß ick annahm, er habe geistige Getränke zu sich genommen. Diese Annahme mußte ich aber fallen lassen, nachdem mich daraus Winter ganz korrekt gegrüßt hatte. (Z. Fall Maslof. G. 249. B. T. 547). Fräulein Spig alski-Konitz. Ich kannte den Ernst Winter von der Tanzstunde her. Am 11. März 1900 sah ich ihn zwischen vier und fünf Uhr nachmittags in der Danzigerstraße zwischen den Grundstücken von Hoffmann und Aronheim, er ging in der Richtung nach dem Bahnhofe. Winter grüßte noch, später, so etwa gegen ol/2 Uhr, habe ich Winter nochmals getroffen und zwar vor dem Schützengarten vor der Stadt. Er kam allein vom Walde her und ging nach der Stadt zu; es gingen zwei Leute vor ihm her, ob dieselben aber zu ihm gehörten, weiß ich nicht. (Z. Fall Maslof. G. 249. B. T. 547). Fräulein Streu-Konitz. Persönlich kannte ich den Ernst Winter nicht. Erst, als ich mit Fräulein Spigalski am 11. März zwischen vier und fünf Uhr nachmittags in der Danzigerstraße spazieren' ging, begegneten wir einem jungen Herrn, den mir Fräulein Spigalski als Ernst Winter bezeichnete. Winter grüßte damals zweimal, worauf meine Freundin bemerkte, doppelt reißt nicht. (Z. Fall Maslof. G. 249. B. T. 547). Feststellungen, die allein die Grundlage Dies sind die bisher gemachten für die Ermittelung des Thatbestandes und der Thäter bilden, resümieren wir dieselben kurz. Winter ist am 11. März 1900 kurz nach dem Mittage von Hause fort- 0 Diese beiden jungen Leute konnten bisher nicht ermittelt werden.