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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Der Konitzer Mord. · p. Seite 168

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Der Konitzer Mord.
Date
1901-01-01
Page
Seite 168 (sequence 7)
Language
German
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168 fanden im Schnee, der damals lag, eine ganze Anzahl Fußspuren, die zu der Fundstelle führten. Es ergab sich, daß der.Unbekannte, der den Arm dorthin gelegt hatte, einen sehr kleinen Fuß haben mußte. Ich habe die Fußspur auch sofort abzeichnen lassen, - es muß wohl ein Frauenstiefel gewesen sein. (G. 249.) 0. Der Fund im Graben an der Wilhelminenhöhe, Schulknabe Grzonkowski, Könitz. Wir fanden den Kopf irn moorigen Graben liegend vor. Das eigentliche Gesicht nach unten; die Haare am Genickstück ragten etwas aus dem Wasser hervor, desgleichen ragte ein Teil der Halsschnittfläche aus dem Wasser heraus. Beim Kopf lag Papier im Graben, einige Stücke t\on einem Taschentuche lagen zerstreut weiter davon entfernt. jZ. Fall Jsraelski.) Amtsgerichtsrat Gorski-Konitz (stellvertretender Untersuchungsrichter). Ich fand den Kopf im genannten Graben liegend, der Kopf war bereits umgelegt. Der fragliche Graben enthält wenig Wasser, einzelne Stellen sind trocken, teilweise sind Pfützen vorhanden. In einer solchen Pfütze lag der Kopf. Das Wasser war morastig, torfhaltig. Neben dem Kopf bezw. in der Nähe desselben lag ein Stück Papier, es schien gleichartig, wie das Packpapier im Graben zu sein. Das Stückchen Papier war vollständig trocken, es hatte nicht unter der Feuchtigkeit zu leiden gehabt. Es kann dort nur kurze Zeit gelegen haben, es lag lose bezw. locker, so daß der Wind es hätte wegwehen müssen. An der Backe des Kopfes klebte ein Stückchen Zeitungspapier. In einer weiteren Entfernung vom Graben wurden noch einige Stücke (brei) eines Taschentuches gefunden. Die Stücke sahen recht schmutzig aus und schienen schon lange dort gelegen zu haben. Die Jungen machten mich noch aufmerksam auf die lockere Erde am Grabenrande. Wegen eingetretener Dunkelheit mußte ich die örtliche Besichtigung unterbrechen. Ich ließ den Fundort bewachen und übergab den Kopf und die gefundenen Papiere und Leinwandreste dem prakt. Arzt Dr. Müller jun., der die Gegenstände nach dem Krankenhause überführen ließ. Am nächsten Morgen begann ich wieder die Verhandlungen. Es wurde noch ein viertes Stückchen Taschentuch vorgefunden. Dies Stück war noch schmutziger, als die übrigen drei. Das Stück wies viele Risse und Kratzer auf, so daß man wohl annehmen konnte, Krähen hätten dasselbe schon vorgehabt. Das Taschentuch war auch geflickt und, wie gesagt, sehr schmutzig. Es scheint, als ob dasselbe in 4 gleiche Teile zerlegt wäre; es sah so aus, als ob es schon vor längerer Zeit im Notfälle zu einem Zwecke benutzt worden sei, bezw. hätte benutzt werden sollen, wozu man Taschentücher sonst für gewöhnlich nicht benutzt. Bezüglich der gelockerten Stellen am Grabenrande bin ich der Ansicht, daß an dieser Stelle der Thäter gestanden haben muß. Um nun diese Fußspuren zu verwischen *), wird er dann von einer weiteren Entfernung aus mit einer Stange die Erde umgerührt haben. Die Stangen (Hopfenstangen) lagen dort in der Nähe. lZ. Fall Jsraelski.) Postassistent Rahmel-Konitz. Im Februar, März und Anfang April bin ich in der Gegend der Fundstelle des Kopfes mindestens 10 Mal gewesen und zwar mit meinen Knaben und meinem Jagdhunde. Im März und April suchte ich bei diesen Spaziergängen auch nach Leichenteilen; mein Hund hat bisweilen Hühner aufgestöbert, sonst aber habe ich nichts wahrgenommen. Das letzte Mal war ich Dienstag vor Ostern dort. Etwas Sonderliches ist mir da nicht aufgefallen, namentlich habe ich keine Taschentuchreste besonders dort bemerkt. (Z. Fall Jsraelski.) Ueber das Vorleben des ermordeten Ernst Winter, soweit es für den vorliegenden Fall von Interesse ist, und insbesondere über die ihn betreffenden Vorkommnisse am Mordtage, den 11. März 1900, liegen folgende Zeugenaussagen vor. . Gymnasiast Thurau-Könitz. Ich war mit Winter in einer Pension und bewohnte mit ihm ein' Zimmer. Ich weiß nichts davon, daß Winler öfter über 10 Uhr abends ausgeblieben wäre. (B. T. 554.) Gymnasiast Blaszinski-Könitz. Ich bin mit Winter in derselben Pension gewesen. Winter ist selten länger als bis zehn Uhr abends ausgeblieben. Ich kann mich nur auf drei bis vier solcher Fälle besinnen. Nur zur Zeit der 2) Der Thäter hat jedenfalls gehört, daß die Fußspuren auf dem Kirchhofe gemessen worden sind.

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