Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Die Juden in Deutschland III.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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158 abfälligen Kritik zu unterziehen. Das war denn selbst den philosemitischen „Hamburger Nachrichten" zu stark und sie schrieben: „Der Herr Einsender verlangt also, daß in einem christlichen Staate.ein christlicher Geistlicher, welcher in dieser seiner Eigenschaft zu funktionieren hat, in einem christlichen Segensspruche die Worte „Jesus Christus, Vater Sohn und heiliger Geist" nicht aussprechen sollte. Er verlangt, daß die Grundlage der christlichen Religion verleugnet werde und daß dem Glaubensbekenntnis aller Christen über den ganzen Erdball Gewalt angethan werde. — Eine derartige Anmaßung und Taktlosigkeit ist wohl noch nicht dagewesen, und mit aller Entschiedenheit soll hiermit eine derartige Ueberhebung zurückgewiesen werden. Welches Geschrei würde der Herr Einsender wohl erheben, wenn ein Christ, was wohl kaum Vorkommen dürfte, eine solche Kritik Der jüdische Liiteratur-Historiker Dr. Ko Hut-Berlin hielt in Allenstein im Verein für jüdische Geschichte einen Vortrag über den „Berliner Salon". Dabei leistete er sich folgenden Satz: „Berlin verdankt es ausschließlich den Juden, daß. aus dem Spree-Babel ein Spree-Athen wurde", und „daß Göthe heute allseitig als erster deutscher Dichter anerkannt wird, ist das ausschließliche Verdienst der Rachel Levin"!! („Antisemitisches Monatsblatt", 1. April 1898.) Das „Deutsche Blatt" vom 13. Oktober 1900 schreibt: Das stärkste, was bisher in der diesjährigen kirchlichen Wahlbewegung szu Berlin. Der Verfasser) geleistet worden ist, dürfte darin liegen, daß ein Flugblatt der Liberalen die Unterschriften: Perls, Stadtverordneter, Ullstein, Stadtverordneter, Rosenberg, Stadtverordneter, Ja cobi und Löw trägt. Das Flugblatt strotzt wie üblich von „Muckern", „Orthodoxen" und ähnlichen Ausdrücken. — Haben die Juden je wahrgenommen, daß Christen sich um die Synagogenwahlen bekümmert hätten? Wir lassen einige litterariscbeund rednerische Stilblüten jüdischer Anmaßung folgen. Maßlose Ueberhebung und Herrschsucht atmet ein Artikel des Juden Franz Held (richtig Herzfeld) in der Wiener „Gesellschaft" unter der Ueberschrift „Mission des Judentums": Das Judentum wird einst die Welt beglücken, ja erlösen. Es ist die nationalitätsäurefreie, chemisch reine und reinhumane Universalseele, welche versprengt ist unter 100 kleine Duodezvolksseelchen, diese Spottgeburten von Dreck und Feuer (das sind die nichtjüdischen Nationen, Deutsche, Franzosen usw.) von Diplomatenkniffen und Kanonenschlünden. Es hat die Aufgaben, die zersplitterten Nationalitäten zu einer einzigen großen Gemeinschaft zusammenzuschweißep, der Roheit die Seele gesteigerten Menschentums einzuhauchen, gegen den Säbel mit dem Der „Reichsherold" (11. Mai 1894) teilt nach der „Täglichen Rundschau" mit. daß sich kürzlich ein Rabbiner in einer Berliner Synagoge folgendermaßen äußerte: , gegen die Kaserne mrt dem Warenmagazin anzurennen .... den Juden muß die Führung früher oder später anheimfallen. Hätten wir nur doppelt soviel Juden und' halb soviel Soldaten, Prediger, Beamte, Gymnasial-Professoren, dann könnte der deutsche Adler seine Schwingen entfalten zum Sonnenflug . . . das Judentum hat ein gutes Recht, Teilnahme an der obersten Verwaltung des Landes zu verlangen, nicht nur Sitze im Reichstage, nein am — Ministertische. . („StaatsbürgerZeitung", 6. August 1892.) an Worten geübt hätte, welche der Herr Oberrabbiner in amtlicher Eigenschaft bei einer feierlichen Handlung gesprochen hätte. Der Herr Senior der geistlichen Angelegenheiten steht zu hoch, als daß er einer Belehrung des Einsenders darüber bedarf, wie er sich künftig bei ähnlichen Gelegenheiten zu verhalten habe. Und bevor der Herr Einsender Kritik an anderen übt, möge er sein eigenes Verhalten einer Kritik unterziehen, ein Verhalten, durch welches er nicht nur Aergernis erregt hat bei der überwiegenden christlichen Majorität der Hamburgischen Bevölkerung, sondern auch der antisemitischen Bewegung Vorschub leistet." — („Frankfurter Post", 1. Dezember 1897.)