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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Die Juden in Deutschland III. · p. Seite 150

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Die Juden in Deutschland III.
Date
1901-01-01
Page
Seite 150 (sequence 51)
Language
German
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150 Zwischenhandels schmachtet. In dieser jüdischen Not sind schon viele untergegangen, und manchem steht das Wasser bis an den Halls. Kommen Sie herüber und helfen Sie uns!" („Frankfurter Post", 1. Oktober 1897.) Zum Tröste kann es den Deutschen in Posen und Schlesien wohl kaum dienen, daß es in manchen Gegenden des deutschen Westens nicht besser aussieht, z.B. in Ostfriesland. Die Stadt Esens, die 2100 Einwohner zählt, genießt das zweifelhafte Vergnügen, den Juden Zilverschmid als Uürgervorsteher zu haben. In der Gemeinde Harsweg bei Emden ist der Jude Levy Cohn Gemeindevorsteher und Rendant der christlichen Schule. In Emden genießt der Jude Pels die Ehre, das Amt eines Bürgervorstehers zu bekleiden. '(„Staatsbürger Zeitung", 10. April 1900.) Wenn der friedliche Bürger den Juden nicht freiwillig zu seinem Beherrscher erwählen will, so scheuen sich die Juden auch nicht, ihre wirtschaftliche Obmacht ins Feld zu führewund einen gehörigen Druck auf alle von ihnen abhängigen Elemente auszuüben. Meistens führt dies Mittel zum Ziel, zuweilen kommt es auch einmal anders. So meldet die „Staatsbürger Zeitung" vom 8. Dezember 1899 aus Kreuzburg (Oberschlesien): Es war Stadtverordneten-Stichwahl zwischen dem christlichen Konditor Nentwig und dem Schnapsjuden Schweitzer. Da die Juden ihrem Glaubensgenossen zum Siege verhelfen wollten, gingen sie auf Stimmenfang aus und suchten ihre Schuldner zu beeinflussen. Diesmal hatten sie aber kein Glück; denn die Christen 'waren stark genug zu widerstehen; sie wählten trotz der Drohung, ihnen den Kredit zu entziehen, den christlichen Kandidaten und waren auch einig, den drohenden Juden die Zähne zu zeigen. Sofort nach der Wahl wurde vom Juden L. einem christlichen Wähler die gestundete Summe gekündigt mit der Aufforderung, dieselbe in kürzester Zeit zu erlegen. Wider Erwarten des Juden wurde das Geld erlegt. In welch' uneigennütziger Weise die jüdischen Stadtverordneten für das Wohl ihrer Kommunen zu sorgen pflegen, mögen einige Beispiele zeigen: Im Jahre 1892 sollte in der Dorotheenftraße zu Berlin eine Markthalle gebaut werden. Die Preußische Hypotheken-Versicherungs-Gesellschaft hatte der Stadt das Markthallengrundstück in der Dorotheenstraße wiederholt vergebens angeboten. Dann erwarb der Stadtverordnete Pincussohn das Grundstück und brachte es um etwa 250,000 Mk. teurer bei der Stadt an, als es vorher von der Preußischen Hypotheken-Versicherungs-Gesellschaft zu haben gewesen wäre. Herr Pincussohn ist jetzt einer der reichsten Männer Berlins. („Staatsbürger Zeitung", 22. Oktober 1892.) In derselben Nummer der „Staatsbürger Zeitung" lesen wir, daß ein Berliner Hausbesitzer sich lange vergebens bemüht habe, sein Grundstück an die Stadt zu verkaufen; mit einem Male aber sei es gelungen, nachdem erst der Agent Schlesinger das Grundstück erworben und dann der Stadt für einen um 50,000 Mk erhöhten Preis überlassen habe. — In demselben Jahre spielte sich in Berlin der Fall Löwel-Mamroth ab: Der Stadtverordnete Löwel gehörte der Kommission zur Beschaffung des städtischen Brennmaterials an, deren Vorsitzender der jüdische-Herr Mamroth war. In der Kommission kam zur Sprache, daß Mamroth eigenmächtig die Kaution eines christlichen Lieferanten von 1600 Mark auf 10 000 Mark erhöht habe. Löwel fand diese Erhöhung ungerechtfertigt und stellte fest, daß — es sei vielleicht Zufall — die christlichen Lieferanten höher belastet seien als die jüdischen, von letzteren stellten einige überhaupt keine Kaution, dies könne den Anschein erwecken, als ob man die Juden gegenüber den Christen begünstige. Natürlich brauste Herr Mamroth furchtbar auf, konnte aber dadurch die Wahrheit der Beschuldigungen nicht entkräften. Herr

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